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News vom
01. - 02. April 2006
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Zitat
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"Er sei es gewohnt,
Distanzen zu ertragen, erklärt Chris, er sehe ja sogar seine
Freundin Anika nur dreimal im Jahr, noch nicht einmal an
Feiertagen. Dass sie sich an Weihnachten verabreden würden, sei
klar, denn da müssten sie beide nie arbeiten, aber Ostern zum
Beispiel, er könne sich nicht daran erinnern wie er die letzten
Osterfeste verbracht hätte. »Irgendwie ging Ostern meistens an
mir vorbei, ich habe noch nicht einmal Eier gekauft. Manchmal
überweist meine Oma ein Osterei auf mein Konto. Ostern ist ein
typisches Pärchenfest. Die Pärchen fahren für ein paar Tage
raus, ein bisschen ins Grüne. Aber wenn man alleine ist oder die
Freundin irgendwo in der Pampa, auf dem Land, aber leider in
einem anderen, dann feirt man Ostern eben nicht. Oder man führt
zu den Eltern. Aber ich will, ehrlich gesagt, nicht mit meinen
Eltern zu dritt am Frühstückstisch sitzen, Vivaldi hören und
bunte Schalen in den Eierbechern stabpeln. Diese Festtage werden
doch echt überschätzt.«"
(aus:
Nikola Richter "Die Lebenspraktikanten", 2006, S.51f.)
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- SCHOTTNER, Dominik (2006): Süchtig ist
jeder für sich allein.
"City: Der unwahrscheinlichste aller Orte": Der slowakische Autor
Michal Hvorecky provoziert,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 02.04.
- Inhalt:
"Gerade weil »City« keine Fiktion ist,
sondern ein nur leicht übertriebenes Porträt unserer Welt,
ist es in beeindruckender Weise schlimm und hervorragend
zugleich. Wer jetzt noch im Internet surft, kann sich nach
der Lektüre des Buches gleich einen Platz in einer der
chinesischen Entzugskliniken umsehen", meint der
Empathiker.
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MINKMAR, Nils (2006): Was ist nur mit den Männern los?
Die beste Ausbildung, die friedlichste Erziehung, kein Tag im Leben
ohne drei Mahlzeiten - der deutsche Mann um die Vierzig könnte alles
erreichen. Warum tut er es dann nicht?
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 02.04.
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RATHGEB, Eberhard
(2006): Die Lasten im Lebensbund.
Eine empirische Untersuchung zeigt, wie weit es mit der Gleichheit
von Mann und Frau gekommen ist,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 02.04.
- Kommentar:
Eberhard RATHGEB referiert einen
Artikel von Florian SCHULZ und Hans-Peter BLOSSFELD zur Frage "Wie
verändert sich die häusliche Arbeitsteilung im Eheverlauf?"
Die
Wissenschaftler haben zwischen 1988 und 2002 kinderlose Ehepaare zur
Hausarbeit befragt. Das Ergebnis:
"Die Chance
der Frau, ihren Mann zur Hausarbeit heranzuholen, steigt, wenn das
erste Kind spät geboren wird: Die Ehepaare haben dann Zeit gehabt,
sich in partnerschaftliche Beziehungen einzuüben. Mehr Kinder machen
das Dilemma mit den Männern daheim aber auch nicht besser."
Spätgebärende haben es also leichter!
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- MINKMAR, Nils (2006): Joachim Lottmann
- Zombie Nation,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 02.04.
- Kommentar:
MINKMAR hält LOTTMANNs neuestes Machwerk für eine
"Studie über die gestörte Beziehung zwischen der Wirklichkeit und
ihrer Beschreibbarkeit".
LOTTMANN verstehe
sich als Vertreter einer "visionären Gemeinschaft" im Gegensatz zu
einer "realitätsverhafteten Gemeinschaft".
Zu deutsch:
Wenn uns z.B. Frank SCHIRRMACHER bezüglich des demographischen
Wandels
ganz dreist anlügt, dann tut er es zum Wohle der Nation (also
zum Wohle der
Ich-zuletzt-Elite). Genauso wie MATUSSEK und LOTTMANN, der mit
seiner
"Jugend von heute" dieses Prinzip bereits ausgiebig demonstriert
hat.
Kurz gesagt: Der
Zweck heiligt jegliches Mittel!
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DANNENBERG, Sophie (2006): Nachwuchs als Rentenfutter.
Sophie Dannenberg sieht in
der Diskussion um die demographische Krise ein Symptom der
Kinderfeindlichkeit: Nie gehe es um das Glück, nur um Entschädigung
und Entsorgung,
in: Welt am Sonntag v. 02.04.
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PETERS, Harald (2006): Nachdenklich unter Obstbäumen.
Mit Blumfeld, Britta und Die
Sterne kehren drei Wegbereiter des deutschen Gitarrenpops zurück. Aber
die Zeiten dafür sind nicht ideal,
in: Welt am Sonntag v. 02.04.
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Britta - Das schöne Leben
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Debatte um das Buch
"Lichtjahre" von Volker Weidermann
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HAMMELEHLE, Sebastian (2006): Tod einiger Kritiker.
"Die Zeit" ist erzürnt,
Wolf Biermann verläßt seinen Verlag: Wie eine kleine
Literaturgeschichte eine große Debatte entfacht,
in: Welt am Sonntag v. 02.04.
- Kommentar:
HAMMELEHLE sieht die Gnostiker bereits von den
Empathikern geschlagen. Da es sich hier nach Meinung des Autors um
einen Generationenkonflikt handelt, ist diese Aussage letztlich
überflüssig. Die Alten müssen immer abtreten...
- MORITZ, Rainer (2006):
Leuchtschwertschläge.
Volker Weidermanns kühne Literaturgeschichte,
in: Tagesspiegel v. 02.04.
- Inhalt:
Rainer MORITZ bescheinigt Volker WEIDERMANN Mut zur
Meinung. Während ihm die Popliteratur zu viel Raum einnimmt,
fehlen ihm wichtige Klassiker. Die Einseitigkeiten der
Literaturgeschichte führt MORITZ auf die Tatsache der
Zweitverwertung zurück.
- FAS (2006): Aus gegebenem Anlaß: Soll
die Gnosis in Zukunft eine größere Rolle spielen?
- Kommentar:
KÖRTE und SEIDL machen die Gnostiker für das
Aussterben der Deutschen verantwortlich. Sie beziehen sich dabei auf
Hubert WINKELS, der seinerseits die alarmistischen Empathiker
gescholten hat. Außerdem wird vermeldet, dass Wolf BIERMANN (siehe
WamS) den KiWi-Verlag wegen WEIDERMANN verlässt. Er sollte
WEIDERMANN danken, das hätte sonst sowieso niemand interessiert...
- KÖRTE, Peter (2006): Pro - Um Gottes
willen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 02.04.
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SEIDL, Claudius (2006): Contra - Mehr Gnocci wagen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 02.04.
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REBHANDL, Bert (2006): Entdeckung eines Lebensgefühls: Allein und
bittersüß.
Über Singles, verheiratete
Frauen und den Ruf der Einsamkeit - Interview mit Ulf Poschardt dem
Spezialist für Zeitgeistiges,
in: Der Standard v. 01.04.
-
Ulf Poschardt - Einsamkeit
-
HANIKA, Iris (2006): Über Entscheidungen zum Single-Dasein.
Ein kaltes Bett und all
diese Dinge - Allein zu leben bedeutet nicht automatisch, allein zu
sein,
in: Der Standard v. 01.04.
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Iris Hanika - Einsamkeit in der Moderne
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WALDBRUNNER, Andrea (2006): Japanische Hikikomori: Lieber einsam als
erwachsen.
Jugendliche die sich
vollkommen zurückziehen - weil die an Leistung, Angepasstheit und
niemandem zur Last zu fallen verzweifeln,
in: Der Standard v. 01.04.
-
ZEYRINGER, Klaus (2006): Bin auch allein.
Rückzüge und Einsamkeiten
gehören zu den Urbildern der Menschheit und sind literarisch präsent,
in: Der Standard v. 01.04.
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- ZÖLLNER, Albini (2006): Familien wie
diese.
Wo bleibt die Konfrontation? Drei Generationen beim
Sonntagsfrühstück,
in: Berliner Zeitung v. 01.04.
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- THURNER-FROMM, Barbara (2006): Wo wenig
Kinder sind, sind bald noch weniger Kinder.
Frank Schirrmacher führt mit seinem Buch "Minimum" neue Argumente
in die altbekannte Debatte über den Geburtenrückgang ein,
in: Stuttgarter Zeitung v. 01.04.
- Kommentar:
Neuerdings vollzieht sich ein Wechsel der
Glaubensgemeinschaft.
Die
Anhänger der Kirche von Ulrich BECK laufen nun scharenweise zur
Kirche von Herwig BIRG über. Dessen oberster Messdiener heißt Frank
SCHIRRMACHER.
Das neue
Konvertitentum ist konsequent, denn der Wechsel von BECK zu BIRG
verlangt keine Selbstkritik, sondern verläuft nahtlos.
SCHIRRMACHER hat mit seiner Kritik an der Single-Ästhetik des
Fernsehens den Leitartiklern der Zeitungen einen goldene Brücke
gebaut.
Keiner muss
sich fragen lassen, warum eine gesellschaftliche Gruppe wie die
Singles, die noch nicht einmal 20 % der erwachsenen Bevölkerung
ausmachen. Deren größte Gruppe zudem ältere Witwen sind, die vor 40,
50 Jahren den Baby-Boom der Nachkriegszeit erst möglich gemacht
haben. Wie also diese Gruppe jene gesellschaftliche Macht innegehabt
haben soll, die ihr von den Familienfundamentalisten zugeschrieben
wird.
Man darf
also durchaus gespannt sein, wie lange dieses Ablenkungsmanöver noch
erfolgreich funktioniert. Jene Generation, die nach der Generation
Golf kommt, könnte Fragen stellen, die weniger die Single-Ästhetik
als die
Single-Rhetorik an den Pranger stellen wird.
Natürlich
folgt THURNER-FROMM nicht in allen Punkten SCHIRRMACHER. Die
Selbstlosigkeit der Frau ist für sie nicht so einfach zu haben.
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- LANZKE, Alice (2006): Mehr Kinder und
mehr Arbeit.
Studie "Unternehmen Familie" plädiert für die Förderung von
Familien-Dienstleistungen,
in: Berliner Zeitung v. 01.04.
- LANZKE, Alice (2006): Kinder passen
immer besser in das Morgen,
in: Berliner Zeitung v. 01.04.
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LÖW (2006): "60.000 neue Arbeitsplätze möglich",
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.04.
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RÜHMKORF, Peter (2006): Die heilige Johanna und der Schuft.
Wie es wirklich damals war
mit Ulrike Meinhof, der Zeitschrift "Konkret" und den Nachkriegswirren
der Linken, dem Terrorismus und anderen Überkandideltheiten:
Erinnerungen an die frühen Jahre,
in: TAZ v. 01.04.
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Bettina Röhl - So macht Kommunismus Spaß
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- TAUBERT, Greta (2006): Die Generation
mit der Maske.
In Europa protestieren heute die Praktikanten. Und geben sich damit
ein Gesicht,
in: Tagesspiegel v. 01.04.
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KRAUSE, Tilman (2006): Arme Kinder,
in: Welt v. 01.04.
- Kommentar:
Tilman KRAUSE malt zwei Horrorbilder: den neuen Vater
(überbehütend) und den abwesenden Vater. Da erstrahlt der alte
Patriarch in neuem Glanze. Das Motto lautet dann: "Nun nimm du
meinen Speer; er ist mir jetzt zu schwer." Der alternde Patriarch
sitzt zuhause, während der abwesende Sohn den Islamisten
entgegeneilt...
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- EISMANN, Sonja (2006): Britta.
Bohème oder Unterschicht,
in: Intro Nr.137, April
- Inhalt:
"Nachdem man sich in Kunst und Theorie schon lange mit
dem Thema »Ist das noch Bohème oder Unterschicht?« beschäftigt, sind
Britta die erste Band, die mit ihrer Platte quasi den Soundtrack zur
Prekarisierung vorlegt - gewohnt scharfsichtig, ironisch und subtil",
meint Sonja EISMANN.
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Britta - Das schöne Leben
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- LELAND, John (2006): The Great
Rock'n'Roll Swindle Pt.2,
in: Rolling Stone, April
- Inhalt:
John LELAND, Verfasser einer
Geschichte des Hip, erzählt anlässlich der Aufnahme der Sex Pistols
in die Rock & Roll Hall Of Fame nochmals die Story des Punk und die
Rolle der Sex Pistols:
"Die Elogen (...)
stehen in keinem Verhältnis zu ihrer kurzen, chaotischen Karriere.
Von den Zeitgenossen schrieben die Buzzcocks die besseren Songs,
hatten die Ramones das bessere Konzept und die Clash weniger interne
Zwistigkeiten. Aber es waren die Pistols, die den Leuten versprachen
- und dieses Versprechen verbreitete sich wie ein Virus -,
Punk sei mehr als die Summe seiner Teile: nicht nur Opposition gegen
Arbeit und Regeln, sondern auch gegen die Rebellionen der vorherigen
Generation."
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WOLF, Alison (2006): Working girls.
For the first time in history,
women in developed societies can take up any occupation or career they
please. This has brought enormous benefits. But it has also had some
less positive consequencesthe death of sisterhood, a decline in
female altruism and growing disincentives to bear children,
in: Prospect Nr.121, April
- Kommentar:
Alison WOLF beackert das gleiche Thema wie Frank
SCHIRRMACHER in
"Minimum". Im Gegensatz zu SCHIRRMACHER sieht WOLF jedoch -
angesichts der zunehmenden Polarisierung in Karrierefrauen und
Teilzeit-Jobberinnen - den Niedergang der Selbstlosigkeit gekommen.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom
28. - 31. März 2006
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