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Medienrundschau:
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News vom 1.
bis 15. Juni 2001
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- ARMBRUSTER,
Irene (2001): Dieter Oberndörfer. Der Zorn der
späten Jahre.
Der
Politologe kämpft für die multikulturelle
Gesellschaft,
in: Tagesspiegel
v. 14.06.
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- NIEJAHR,
Elisabeth (2001): Ohne Familiensinn und Verstand.
Die
staatliche Förderung von Kindern und Eltern wird
chaotisch,
in: Die ZEIT Nr.25
v. 13.06.
- Textauszug:
"Den Eifer der
Familienpolitiker bremst das Chaos nicht.
Bei einigen der neuen Initiativen ist
glücklicherweise offensichtlich, dass
sie nicht viel taugen. Das gilt etwa für
die Forderung der Grünen, auf
Kinderkleidung künftig nur den halben
Mehrwertsteuersatz zu erheben. Als in
Großbritannien vor einigen Jahren eine
vergleichbare Regelung eingeführt wurde,
etikettierten Designer so manches
Edel-Damen-Outfit in Größe 34 schnell
zum Kinderkleid."
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- STEINKOHL,
Sibylle (2001): Die Lego-Familie.
Zerlegt, vermischt und neu
zusammengesetzt: Warum manche Verwandtschaften so
verwickelt sind,
in: Süddeutsche Zeitung v.
12.06.
- NOBEL, Inga
(2001): Ein Recht auf beide Eltern,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.06.
- STEINKOHL,
Sibylle (2001): "Nicht gleich Ersatzpapa
sein",
eine Psychologin rät neuen
Partnern zu Geduld,
in: Süddeutsche Zeitung v.
12.06.
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- DEGEN,
Rolf (2001): Sich oft vergleichen - kein gutes
Zeichen.
Glückliche
Menschen messen ihre Leben seltener an anderen,
Miesepeter umso häufiger,
in: Tagesspiegel
v. 12.06.
- Kommentar:
Wer Lifestyle mit
Glück verwechselt, der ist seines
Unglückes Schmied
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- PAPIER,
Hans-Jürgen (2001): Das Rentenversicherungsrecht
vor dem Grundgesetzt.
Eigentum, Gleichheit und
Schutz der Familie,
in: Frankfurter Allgemeine
Zeitung v. 11.06.
- Inhalt:
Der Vizepräsident
des Bundesverfassungsgerichts verteidigt
das Rentensystem gegen jene, die wie Hans
Werner SINN, einen Systemwechsel
anstreben.
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- SOHN, Manfred
(2001): Das Einfache, das so schwer zu machen
ist.
Wo Kapitalismus sich
ausbreitet, sinkt die Geburtenrate. Und seit 1989
breitet sich der Kapitalismus weltweit ungehemmt
aus (Teil 3),
in: junge welt v. 11.06.
- Kommentar:
SOHN ist ein
Vertreter der Wohlstandstheorie. Nach
dieser Theorie sind die Geburtenraten
dort am geringsten, wo der Wohlstand am
grössten ist. Die Lösung des Problems
ist für SOHN eine Umverteilung, die er
in einem 5-Punkte-Programm zusammenfasst:
"1. Gesetzliche Durchsetzung eines
mindestens 50- prozentigen Zeitanteils
der Männer an der Erziehungsarbeit ihrer
Kinder von deren Geburt an.
2. Parallel dazu radikale Reduzierung der
gesellschaftlich tolerierten
Erwerbsarbeit auf die 25 Wochenstunden,
die bei Vollbeschäftigung und rationaler
Arbeitsorganisation schon heute
ausreichen würden, um den in den
entwickelten kapitalistischen Ländern
erreichten Lebensstandard zu sichern.
3. Aufbau einer umfassenden staatlichen
Kinderversorgung ab dem dritten
Lebensjahr als Angebot an die Eltern ohne
Pflicht, so daß sie die Nutzung dieser
Einrichtung nicht von der Not der
Versorgung, sondern von deren
qualitativer Überlegenheit gegenüber
der Erziehung zu Hause abhängig machen -
und/oder Aufbau von
Kinderbetreuungsdiensten für zu Hause.
4. Pflicht aller Betriebe und Behörden,
die Arbeitszeit ihrer Beschäftigten an
deren Kinderbetreuungsbedürfnisse
anzupassen statt umgekehrt.
5. Bezahlung der Erziehenden in den
Kindereinrichtungen mit Gehältern, die
mit denen in der nichtreproduktiv
tätigen Wirtschaft des Landes mindestens
gleich sind."
Die Alternative zur Durchsetzung dieser
Forderungen ist für SOHN das Aussterben
der Deutschen.
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- FRANZEN,
Günter (2001): Unser Alltag im Reich der
medizintechnischen Freiheit.
Zwischen
Vernichtung und Vergötterung der Kinder: Wie
eine auf Selbstverwirklichung zielende
Gesellschaft mit ihrem Nachwuchs umgeht,
in: Welt v. 11.06.
- Kommentar:
Die Kampagne gegen Kinderlose gewinnt mit
dem Artikel von FRANZEN eine neue
Dimension.
Der Autor
konstruiert einen idealtypischen
Lebenslauf einer 40jährigen
Karrierefrau, der wohl zukünftig die
Debatte - nicht nur um die sogenannte
Präimplantationsdiagnostik - bestimmen
könnte. FRANZEN möchte damit belegen,
dass Frauen mit der Geburtenplanung
heutzutage überfordert sind:
"Wir stellen
uns vor, 1979, kurz vor dem Abitur,
erleidet sie mit einem gleichaltrigen
Mitschüler beim ersten sexuellen Kontakt
einen Verhütungsunfall. Mit Hilfe
verständnisvoller Eltern einigen sich
die Beteiligten darauf, die
Schwangerschaft in aller Stille zu
unterbrechen. Zwölf Jahre später geht
sie eine Beziehung ein, die nach ihrer
Vorstellung in eine Familiengründung
einmünden könnte.
Die Mitteilung des positiv ausgefallenen
Babytests belehrt sie eines Besseren. Der
Mann an ihrer Seite fühlt sich
überrumpelt und macht ihr
unmissverständlich klar, dass sein aufs
Weite zielender Lebensentwurf mit den
Einschränkungen der Brutpflege derzeit
nicht kompatibel sei. Weil sie sich als
allein erziehende Freiberuflerin auf
verlorenem Posten wähnt und den Absturz
in die Sozialhilfe fürchtet,
entschließt sie sich, das Kind nicht
auszutragen. 1997 endlich stehen der
Erfüllung des Kinderwunsches keine
äußeren Hindernisse mehr im Wege. Ihre
ökonomische Lage ist einigermaßen
stabil. Der Erfahrungshunger ihres
reiferen und wesentlich älteren
Lebensgefährten scheint gestillt.
Nun droht sie ihr Körper im Stich zu
lassen: Sie wird nicht schwanger. Nach
der Konsultation eines
Reproduktionsmediziners wird die
künstliche Insemination eingeleitet,
eine beschämende Behandlung, die nach
zwei Jahren zum Erfolg führt. Bei der
Erstellung des obligatorischen
humangenetischen Gutachtens wird der
Spätgebärenden nahe gelegt (...) eine
Fruchtwasseruntersuchung (...) vornehmen
zu lassen, mit der eine altersbedingte
Schädigung des Erbgutes erkannt werden
kann. Ein Paar am Scheideweg, eine Frau
im Dilemma. Werden sich die betagten
Eltern für ein Kind entscheiden können,
von dem nicht auszuschließen ist, dass
es mit einer irreparablen Behinderung zur
Welt kommt?"
FRANZEN beruft sich
mit seiner Argumentation auf den
Frankfurter Psychoanalytiker Reimut
REICHE, der "kürzlich unter der
Überschrift 'Und versage uns die volle
Befriedigung' eine
sexualwissenschaftliche Zeitdiagnose der
gegenwärtigen Kultur formuliert (hat),
in der er nicht davor zurückschreckte,
das durch die Einführung der
Antibabypille in den sechziger Jahren
beförderte Ideal einer Selbststeuerung
der weiblichen Individuen für eine
Entwicklung verantwortlich zu machen, die
in ein bis zum heutigen Tage anhaltendes
'kollektives Infantizid'
einmündete."
FRANZEN wirft den
Männern und Frauen vor, dass sie
"seit Jahrzehnten an der Zerstörung
des werdenden Lebens auf dem Wege seiner
planmäßigen Vertagung und Verhinderung
beteiligt sind."
Die Einstellung zu Kindern oszilliert
nach Reiche zwischen "Vernichtung
und Vergötterung" der Kinder. Der
Wunsch nach einem Kind wird umso
stärker, je näher das Ablaufen der
biologischen Uhr herannaht. Und je näher
dieser Zeitpunkt rückt, desto
verzweifelter wird jede Möglichkeit der
Realisierung in Anspruch genommen werden.
Diese Sicht der Dinge dürfte auf alle
Fälle den Beifall der Vollzeitmütter
finden. FRANZEN erweckt den Eindruck,
dass es sich bei dem Fallbeispiel um eine
normale "Durchschnittsfrau"
handelt. Zahlen bleibt er jedoch
wohlweislich schuldig. Die vielfältigen
Ursachen der Kinderlosigkeit jenseits der
Unvereinbarkeit von Kindern und Karriere
bleiben bei FRANZEN ausgeblendet.
Angesichts der Zunahme von McJobs, bei
denen es selbst bei zwei Vollzeitjobs
immer schwieriger wird die Ernährung
einer Familie zu sichern, wird die These
von der Selbstverwirklungsgesellschaft
mehr als fragwürdig.
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- BOHNKE,
Brigitte (2001): Zum lebendig alt werden gehört:
"Nicht jammern, vorwärts schauen".
"Alltag im Alter": Lebensläufe. Dem
leben alleine eine verlässliche Struktur geben,
in: Oberhessische Presse v.
11.06.
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- FOSEN,
Griselda (2001): Ein Großteil der neuen Bewohner
sind Singles,
in: Oberösterreichische Nachrichten v. 11.06.
- Kommentar:
Selten wird der
Zusammenhang zwischen Haushaltszahlen und
kommunalen Interessen erwähnt: "Ein
Rohrbacher ist 7000 Schilling wert, für
die Stadt bedeuten die 220 zusätzlichen
Bewohner ein Zusatzeinkommen von 1,54
Millionen Schilling. (...)
In einigen wenigen Fällen ist die
Hauptwohnsitzfrage noch unklar, in den
nächsten Wochen wird Stadtchef Josef
Oyrer (VP) mit seinen Mitstreitern
entscheiden, ob diese beeinsprucht werden
sollen. Mit vielen Studenten sind die
Stadtväter zufrieden. Immerhin ließen
diese die vielen Zuckerln der
Universitätsstädte kalt, mit denen sie
geködert werden sollten."
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- RÖHRS,
Christine-Felice (2001): Fünf Etagen Berlin.
Ein
Mietshaus in Prenzlauer Berg: Einer aus dem
Osten, sechs aus dem Westen, drei Ausländer,
sechs Singles, ein Pärchen und eine Familie
erzählen, wie sich ihre Stadt anfühlt,
in: Tagesspiegel
v. 10.06.
- Kommentar:
repräsentativ ist
das nicht, aber es passt zu den
Klischees!
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- SOHN, Manfred
(2001): Die Emanzipation ist schuld?
Wo Kapitalismus sich
ausbreitet, sinkt die Geburtenrate. Und seit 1989
breitet sich der Kapitalismus weltweit ungehemmt
aus (Teil 2),
in: junge welt v. 09.06.
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- BASLER
ZEITUNG (2001): Viele Senioren wollen gemeinsam
wohnen,
in: Basler Zeitung v. 09.06.
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- STEIN,
Christiane (2001): Singles bekommen eigene Messe.
Bundesweit erste
Veranstaltung in Wiesbaden. Vom
Ein-Personen-Kochtopf bis zum Bügelkurs,
in: Allgemeine Zeitung v.
09.06.
- Inhalt:
Bericht über die
"SingleWorld - Messe für das
Single-Leben", die vom 28. Juni bis
1. Juli in Wiesbaden stattfindet.
- Homepage
der Messe:
http://www.singleworldmesse.de/
Die Zahlen,
die von den Veranstaltern auf der
Homepage präsentiert werden,
scheinen doch allzu optimistisch.
Die einzelnen Statistiken
beziehen sich zudem auf
unterschiedliche Altersgruppen.
Einmal werden die 25-45jährigen,
dann wieder die 25-55jährigen
als Zielgruppe genannt.
Indem die
hohe Kaufkraft in den Vordergrund
gestellt wird, möchte man
suggerieren, dass es sich vor
allem um Yuppies
handelt.
Die
Kaufkraft ist jedoch bei den Alleinlebenden
sehr ungleichmässig verteilt.
Man muss vor allem zwischen
Männern und Frauen
unterscheiden. Die Männer
dominieren im mittleren
Lebensalter. Sie sind jedoch zum
einen weniger gut gebildet als
die Frauen und sie gehören zum
anderen in höherem Masse zu den
Geringverdienenden.
Davon
abgesehen ist die Messe nicht nur
für Alleinlebende, sondern vor
allem für individualisierte
Paare interessant. Hier liegt
wohl auch das eigentliche
Konsumentenpotenzial.
Doppelverdienende Paare,
sogenannte DINKs (Double Income
No Kids) sind diejenige Gruppe,
die den höchsten Lebensstandard
in Deutschland haben. Nach Abzug
der Miete bleibt den
Alleinlebenden wesentlich weniger
als diesen DINKs, deren Zahl auch
bedeutend höher ist, da sie zwar
haushaltstatistisch oftmals zu
den Einpersonenhaushalten
gezählt werden, aber nicht
alleine, sondern zusammenwohnen.
Das
Statistische Bundesamt kennt
keine Paare, sondern nur
Wirtschaftsgemeinschaften.
Diese Verzerrung führt zu
falschen Vorstellungen bei
Produzenten und Dienstleistern
über ihre Zielgruppe.
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- PFEIFFER,
Franziska (2001): Lass mich Dein Untermieter
sein.
Sie sind jung, ledig, vermögend
und suchen eine Stadtwohnung? Geben Sie es auf.
Drei Zimmer, Küche, Bad gibt es nur in
Verbindung mit Ehefrau, Babys oder schrulligen
Wirtinnen. Falls es Sie tröstet: Sie sind nicht
allein.
in: Frankfurter Rundschau
v. 09.06.
- Kommentar:
In den Zeiten der
Familienpolitik ein politisch unkorrekter
Artikel über den Wohnungsmarkt für
Singles.
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- SCHAYANI,
Isabel (2001): Mädchen, schon mal was von der
Pille gehört?
Ich bekomme ein drittes Kind
- und von meinen Kollegen und Kolleginnen jede
Menge Ratschläge. Ein Erfahrungsbericht,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 09.06.
- Kommentar:
Medienalltag in der
Mediengesellschaft. Da können nur
Klischees herauskommen...
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- EXLER, Andrea
(2001): Erst Kinder machen aus einem Paar eine
Familie.
Das Ehegattensplitting geht
zu Lasten der heranwachsenden Generation - In
anderen europäischen Ländern hat man das
längst erkannt,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 09.06.
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- SOHN, Manfred
(2001): Das Reproduktionsproblem.
Wo Kapitalismus sich
ausbreitet, sinkt die Geburtenrate. Und seit 1989
breitet sich der Kapitalismus weltweit ungehemmt
aus (Teil 1),
in: junge welt v. 08.06.
- Kommentar:
SOHN sieht die
wahrscheinlichste Lösung des
Reproduktionsproblem im Entstehen einer
Klonindustrie: "Mit Hochdruck
arbeiten gegenwärtig bekanntlich Labore
in allen drei kapitalistischen Zentren am
Klonen von Säugetieren und betrachten
das ganz unverhohlen als Testfeld für
die künstliche Reproduktion von
Menschen. In den USA ist eine heftige
Diskussion um die damit
zusammenhängenden ethischen Fragen
entbrannt. Türöffner für die
Legitimität dieser Versuche sind die 3,5
Millionen ungewollt kinderlosen Paare in
den USA, denen auf diesem Wege geholfen
werden könnte, Kinder zu bekommen. Der
Schritt, das Klonen von Menschen als
Lösung nicht nur der Kinderlosigkeit von
Millionen Einzelpaaren, sondern einer
kinderlosen Gesellschaft anzubieten,
dürfte bald folgen."
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- MONATH,
Hans (2001): Alternativ - und konservativ.
Die
Grünen entdecken die Kinder - und versöhnen
sich nebenbei mit sich selbst,
in: Tagesspiegel
v. 08.06.
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- GAULAND,
Alexander (2001): Wo sind die deutschen
Konservativen?
Parteiübergreifend macht
sich haltloser Ökonomismus breit - und die Union
gibt klein bei,
in: Welt v. 08.06.
- KOMMENTAR:
GAULAND sehnt sich
nach einem Bollwerk gegen
Zivilgesellschaft und Markt. Dies ist
für ihn nicht die Familie, sondern der
deutsche Konservatismus (z.B. die royale
Tristesse des Geists von 1914), an dem
auch die deutsche Familie genesen soll:
"Eine
konservative Position darf nicht länger
auf die Zersetzung der Vorurteile setzen,
sondern muss auch Vorurteile auf ihre
gesellschaftliche Nützlichkeit prüfen.
Ist es wirklich so schwer verständlich,
warum finanzielle Familienpolitik nichts
mehr ausrichtet? Eine Gesellschaft, die
sich nicht mehr im Burkeschen Sinne als
die Gemeinschaft der Lebenden, der Toten
und der noch nicht Geborenen begreift,
kann kein Interesse am biologischen
Fortbestand haben. Warum soll ich die
Mühsal der Fortsetzung des Volkes in der
Familie auf mich nehmen, wenn ein paar
Millionen Einwanderer das
Fortbestandsproblem auch lösen? Die
Wiedergewinnung der Transzendenz könnte
deshalb mehr für den Generationenvertrag
bewirken als die großzügigste
finanzielle Ausstattung."
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- LINTZEL, Aram
(2001): Im Klub mit der Regierung.
Generation Berlin und ihre
Popkultur in Berlin-Mitte.
Berlin-Mitte ist ein Reagenzglas, in dem Pop und
Establishment, Mainstream und Underground stets
neue Mischungsverhältnisse bilden. Dabei hat es
den Anschein, als entstehe hier die nächste
Generation jener Bobos («Bourgeoise Bohemians»),
die der Amerikaner David Brooks beschreibt,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 07.06.
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- HONNIGFORT,
Bernhard & Franz SCHMIDER (2001): Zur Arbeit
ohne Rückfahrkarte.
Eine
ostdeutsche Familie: Der Vater jobbt in Bayern,
die Mutter in Sachsen und die Töchter in
Baden-Württemberg,
in: Frankfurter Rundschau
v. 07.06.
- Kommentar:
"Living
apart together"
nannte sich Anfang der 90er Jahre die
freiwillige Bindungsform der
"Aristokraten der Liebe"
(HORX), heutzutage stehen dagegen die
berufsbedingten Formen der "Spagatfamilie"
(Ulrich BECK), "Commuter-Ehe"
(PEUCKERT) oder "Fernliebe" im
Brennpunkt.
Die
Romantisierung der Familienpolitik - wie
sie z.B. im Imagewandel der Grünen zum
Ausdruck kommt (siehe TAZ vom 07.06.2001) -
verkennt die Realitäten in Deutschland.
Fehlende Arbeitsplätze und damit
verbundene Abwanderungsprozesse führen
genauso zum Bevölkerungsrückgang wie
die Hoffnungslosigkeit der
Daheimgebliebenen:
"was
Tochter Nicole in Lörrach auffiel (...):
'Man sieht hier so viele Kinder
überall.' Im letzten Jahr vor der Wende
wurden in den ostdeutschen Ländern noch
220 000 Kinder geboren. 1994 waren es
gerade noch 79 000, im vergangenen Jahr
104 000. Nirgendwo sonst auf der Welt
werden weniger Kinder geboren als in
Ostdeutschland: 1,1 pro Frau (...). Die
fünf ostdeutschen Länder haben in den
vergangenen zehn Jahren eine Million
Einwohner verloren. Hält der Trend an,
wird die Bevölkerungszahl bis 2020 noch
einmal um eine halbe Million sinken.
Europaweit haben Sachsen, Sachsen-Anhalt
und Thüringen die höchsten
Abwanderungsraten. Nur die portugiesische
Armenregion Alentejo weist vergleichbare
Zahlen auf. Noch schmerzlicher als die
reine Zahl ist, dass vor allem die hoch
qualifizierten und jungen Menschen den
Osten verlassen."
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- BÖHM,
Andrea (2001): Kalifornien - Im Land der
Kindermacher.
Wo
ein Wille zum Baby ist, ist auch ein Weg. Amerika
führt vor, was eugenische Raffinesse ist.
Elitestudentinnen als Eizellen-Verkäuferinnen,
Tote als Samenspender - Reise durch die
Fortpflanzungsfabriken Kaliforniens,
in: Die ZEIT Nr.24 v.
07.06.
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- WEILAND,
Severin (2001): Grüne kennen nur noch Kinder.
Eine
Gruppe von Bundes- und Landespolitikern der
Grünen legt ein Papier zur Kinder- und
Familienpolitik vor. Flügelübergreifend wird
jede Sparte der Politik von Umwelt bis Soziales
mit kinderfreundlichem Blick betrachtet. Fazit:
Was den Kleinen nutz, ist sowieso grün,
in: TAZ
v. 07.06.
- WEILAND,
Severin (2001): Grüne entdecken die Familie.
Für
einen Augenblick haben die Grünen ihre
Flügelkämpfe beiseite gelegt: In einem Papier
fordern Bundes- und Landespolitiker eine
kindgerechte Politik - mit Familien als
"Verantwortungsgemeinschaften" sowie
kostenlosen Kitas und Ganztagsschulen,
in: TAZ
v. 07.06.
- PÖTTER,
Bernhard (2001): Harte Politik, kein Kinderspiel.
Die
Grünen sind auf dem Weg zu einer gerechteren
Familienpolitik,
in: TAZ
v. 07.06.
- Kommentar:
Die Grünen
betreiben eine Romantisierung der
Familienpolitik.
Der
Begriffswandel von der
"Familienpolitik" zur
"Kinderpolitik" soll einen
Politikwechsel andeuten. Nicht mehr
Frauen- oder Eheförderung, sondern
Kinderförderung und damit die
Lebensqualität von Kindern soll nach
WEILAND im Zentrum der neuen grünen
Politik stehen.
Fragt sich
nur, wie dies durchgesetzt werden soll.
Wer kann verhindern, dass das Kindergeld
nicht den Eltern, sondern den Kindern
zugute kommt? Ein Kasten Bier mehr für
den Familienvater, eine Flasche
Champagner für die Mutter. Schließlich
sind die Eltern die neuen
Leistungsträger der Gesellschaft und das
Kindergeld quasi Ersatzlohn!
Wie soll
verhindert werden, dass die Kluft
zwischen den benachteiligten Kindern -
also den familienlosen Kindern sowie den
ungewollten Kindern - und den
bessergestellten Kindern fördernder
Eltern nicht noch grösser wird?
Durch einen
Kinderschutzbeauftragten wie PÖTTER
fordert? Dagegen spricht die bürgerliche
Privatreligion "Kind". Der
Staat soll zwar die Familie fördern,
aber gefälligst die Privatsphäre
Familie unangetastet lassen, denn die
Familie ist in romantischer Sicht das
letzte Bollwerk gegen den globalen,
digitalen Kapitalismus wie es Peter GLOTZ oder Michel
HOUELLEBECQ
formulieren.
Auch die
demographische Entwicklung erfordert
gemäß deutschem Mainstream mehr Kinder,
um den Wohlstand der heutigen Erwachsenen
zu sichern. Es erstaunt jedoch, dass
selbst ostdeutsche Politiker fehlende
Kinderbetreuungseinrichtungen für den
Kindermangel verantwortlich machen. Gerade die
neuen Bundesländer zeigen jedoch, dass
sich Geburtenausfall und Vorhandensein
von Kinderbetreuungseinrichtungen
keineswegs ausschliessen.
In Ostdeutschland
mit seiner kinderfreundlichen
Infrastruktur liegt die Geburtenrate
gegenwärtig bei 1,1, während sie in
Westdeutschland mit seiner
kinderfeindlichen Infrastruktur bei 1,5
liegt.
Die
Babyflaute muss also auch andere Ursachen
haben, die sich nicht mit einer
Familienpolitik für wohlhabende
Großstadtyuppies mit Kinderwunsch (Die
Stadtsoziologin Monika ALISCH hat
hierfür den Begriff "Family-Gentrification"
geprägt) aus der Welt schaffen lassen.
Die Schaffung sicherer, zukunftsfähiger
Arbeitsplätze, mit denen sich Familien
ernähren lassen, ist möglicherweise die
bessere Familienpolitik. Eine
Kindergrundsicherung ist dagegen das
Eingeständnis, dass die Wirtschafts- und
Arbeitsmarktpolitik versagt hat.
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- DRIBBUSCH,
Barbara (2001): Wo Liebe hinfällt - und wann,
in:
TAZ v.
07.06.
- Kommentar:
Die
"Onkel-Ehe" besitzt eine
erstaunliche Kontinuität im
Nachkriegsdeutschland: "'Die
nichteheliche Lebensgemeinschaft ist ein
Schlager unter den Älteren', sagt
Sozialforscher Christian Alt vom
Deutschen Jugendinstitut in München.
Späte Liebschaften enden oft nicht vor
dem Traualtar, weil Witwen und
Geschiedene nicht ihre Renten- oder
Versorgungsansprüche mindern
wollen." Die "Ehe ohne
Trauschein" ist also keine Erfindung
der 68er, wie das fälschlicherweise
angenommen werden könnte, sondern ein
Nebenprodukt der Sozialgesetzgebung. Die
Vorbildwirkung der Onkel-Ehen war
erstaunlicherweise nie ein Thema.
DRIBBUSCH geht auch auf den Heiratsmarkt
in Verbindung mit traditionellen
Rollenvorstellungen von Mann und Frau
ein: "Umfragen haben ergaben, dass
die Partner in nichtehelichen
Lebensgemeinschaften, in denen die Frau
wirtschaftlich stärker ist, eher dazu
tendieren, nicht zu heiraten, selbst wenn
ein Kind da ist".
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- ALEXANDER,
Robin (2001): Not- und Hilfsgemeinschaft.
Friedrich Schiller und die
Geschichte lehren uns, wie wichtig gute
Nachbarschaft ist. Nur: Das Leben spricht
dagegen,
in: TAZ
v. 07.06.
- Inhalt:
Ein Beitrag aus der
Perspektive linksalternativer Stadtteil-
und Wohnkultur.
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- BRÜDERLIN,
Ruth (2001): Alles bestens?
30
Jahre Frauenbewegung: Die Tänzerin Anisch und
die Feministin Alice Schwarzer über die Rolle
der Frau heute,
in: Facts Nr.23 v. 07.06.
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- MERLI,
Nina (2001): Pssst!
Brett
Banfe spricht seit letztem September nicht mehr.
FACTS hat sich schriftlich mit dem stumm
protestierenden Amerikaner unterhalten,
in: Facts Nr.23 v. 07.06.
- Kommentar:
Eine typisch
männliche Form des Protests...
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- DIODA,
Carin (2001): Kopfgeburten.
Unser
Gedächtnis ist eine Trickkiste. Weil sich die
Erinnerungen im Gehirn ständig verändern,
in: Facts Nr.23 v. 07.06.
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- MARTENSTEIN,
Harald (2001): Ein Herz für Kinder.
Über
das neue Lieblingsthema der Grünen,
in: Tagesspiegel
v. 06.06.
- Kommentar:
MARTENSTEIN nimmt
das Interview
der SZ vom 05.06.2001 mit Renate KÜNAST und den Imagewandel
der Grünen zum
Anlass, um den Wandel von der "individualisierten
Single-Gesellschaft" zur
Gesellschaft der Neuen-Mitte-Familie
nachzuzeichnen: "Es ist wirklich
erst ein paar Jahre her - damals hießen
die Modewörter 'Yuppie',
'Selbstverwirklichung' und 'Erlebnisgesellschaft'. Das
waren die Achtziger, das Ego-Jahrzehnt,
in dem auch die Grünen groß wurden.
Später kam die Leitfigur des
jungen, selbstverständlich ungebundenen
und kinderlosen Internet-Unternehmers dazu, der
sein Leben ganz der Firma opfert. Mit
vierzig ist er Millionär oder tot.
Inzwischen hat der Wind sich gedreht. Die
Gesellschaft hat nicht nur die Kinder als
Thema wiederentdeckt (man braucht sie
schließlich, aus demographischen
Gründen). Es
tauchen wieder Begriffe wie 'Familie',
'Verantwortung' oder 'Gemeinschaft' auf,
bei Personen, von denen man es nicht
erwartet hätte. Egoismus ist nicht mehr
modern."
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- STEIN,
Rosemarie (2001): Der verheimte Mensch.
Die
Pflege von Hilfsbedürftigen leidet unter
Personalmangel,
in: Tagesspiegel
v. 06.06.
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- FRIED,
Nico & Andreas HOFFMANN (2001):
"Glückliche Eltern produzieren glückliche
Kinder".
Die
grüne Agrarministerin fordert eine
Neuausrichtung der Politik am Wohl der Familie /
600 Mark Kindergeld, bessere Spielplätze, mehr
Wohnraum,
in: Süddeutsche Zeitung v.
05.06.
- Inhalt:
Interview mit Renate
KÜNAST über grüne Familienpolitik
"Der traditionelle Familienbegriff
gilt nicht mehr. Familie ist heute, wo
Kinder sind.
SZ:
Die potenzielle Wählerschaft der Grünen
verbindet man nicht unbedingt mit
Kinderreichtum. Das sind vor allem junge
Leute, Studenten, Singles...
Künast: ...auch
Singles können Kinder haben, wenn ich
mir diesen Hinweis erlauben darf."
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- SIEMONS, Mark (2001):
Das lebende T-Shirt.
Böse neue Markenwelt: Der
Antikapitalismus wird unironisch,
in: Frankfurter
Allgemeine Zeitung v.
05.06.
- Inhalt:
SIEMONS beschäftigt
sich mit dem Genre der Marken- und
Werbekritik, zu denen er Autoren wie Frédéric
Beigbeder, Naomi KLEIN oder die Band
Blumfeld zählt:
"Das Neue ist (...) eine
Entscheidung: die Aufkündigung jenes
einverständigen Blinzelns, das sich im
Umgang mit Werbung und Marketing
eingebürgert hat." Die
Gemeinsamkeit besteht in einem
"Überdruß an allzu subtilen
Distinktionen (...). Man strebt wieder
eindeutige Gut/Böse-, Freund/Feind-,
Wir/Ihr-Unterscheidungen an (...): Das
Bewußtsein der eigenen
sozioökonomischen Verstrickung hält
offenbar nicht mehr vom Willen zur
Fundamentalkritik ab. Und die Resonanz
darauf in der etablierten Kulturwelt ist,
allen performativen Widersprüchen zum
Trotz, gewaltig (...).
Das Selbstbewußtsein (...) beruht
offensichtlich (...) auf einer sozialen
Tatsache: dem globalen
Gemeinschaftsgefühl". SIEMONS
gesteht der neuen Unversöhnlichkeit
sogar einen rationalen Kern zu: "die
Entlarvung eines Selbstbetrugs. Es ist
eben eine Illusion, von der Einbindung in
ein instrumentelles
Abhängigkeitsgeflecht, wie es das
Markensystem darstellt, einen Zugewinn an
Freiheit zu erwarten. Die pure
Selbstachtung gebietet es, damit zu
brechen." Den blinden Fleck der
Sehnsucht nach der "wirklichen
Wirklichkeit" einer solchen Kritik
sieht SIEMONS im Fehlen "einer
eigenen Idee von sozialer
Wirklichkeit"
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- PCA (2001):
Geburtenrückgang und wachsende Mobilität in
Sachsen.
Der Bevölkerungsrückgang
ist nur bedingt auf die Abwanderung in die alten
Bundesländer zurückzuführen,
in: Frankfurter Allgemeine
Zeitung v. 02.06.
- Inhalt:
Bericht über eine
Untersuchung zu den Ursachen den
Bevölkerungsrückgangs in Sachsen.
"Wesentlich für den
Bevölkerungsrückgang ist die Tatsache,
daß in Sachsen weniger Kinder zur Welt
kommen als früher, die Geburtenrate
liegt bei 1,2, im Westen beträgt sie
etwa 1,5".
- Kommentar:
Was in der
familienpolitischen Debatte immer
verschwiegen wird: der
wiedervereinigungsbedingte
Geburtenausfall in den neuen
Bundesländern drückt die
gesamtdeutsche Geburtenrate. Das
ganze Ausmass ist auch hier nicht
sichtbar, sondern nur in einem
Vergleich über die Jahre von
1989 bis heute. Eine
Familienpolitik, die diesen
Aspekt ausblendet, muss
scheitern.
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- LAU,
Mariam (2001): Mit den Kleidern fällt das
Kollektiv.
Noch
ein Paradigmenwechsel: Von der Öffnung des
Badezimmers in Richtung Wohnraum,
in: Welt v. 02.06.
- Kommentar:
Mariam LAU hat einen
Paradigmenwechsel in den Paarbeziehungen
der Neuen Mitte wahrgenommen, dessen Ort
das Badezimmer ist: vom Konflikt zwischen
Mann und Frau zum Konsens von Schwestern
(und Brüdern). Der Mann wird zum Bowlen
geschickt, welches gemäß Robert D.
PUTNAM ("Bowling alone") seinen
Charakter ebenfalls verändert hat...
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- KÖSTER,
Klaus (2001): Plön hat ein Männerproblem.
Statistische Schieflage zu
Lasten der Frauen,
in: Kieler
Nachrichten v. 02.06.
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- DAHLHELM,
Holger (2001): Vom Siechenhaus zum Jungfernstift.
Von alters her tragende
Säulen der Gesellschaft: Stiftungstag in
Reutlingen stellt soziale und kulturelle
Leistungen vor,
in: Reutlinger
Generalanzeiger v. 02.06.
- Textauszug:
"Neben der
Kranken- und Armenfürsorge war die
Unterstützung der Ausbildung
Benachteiligter ein Stiftungszweck, der
zum Beispiel durch das »Gregor
Zieglersche Stipendium und Stiftung für
zwei Arme Jungfrauen, welche sich
verehelichen« verfolgt wurde. Im
Zeitraum zwischen 1527 und 1811 konnten
sich würdige Jungfrauen zu einem
jährlichen Termin bewerben. Kriterium
für die Vergabe von Stiftungsmitteln an
jeweils zwei junge Frauen war die
Tugendhaftigkeit, die bei Kinderlosigkeit
als gegeben angesehen wurde."
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- GERMIS,
Carsten (2001): Ganz schnell auf der Matte.
Richter
Borchert fordert Entlastungen für Familien in
der Rentenversicherung und droht mit Klagen,
in: Tagesspiegel
v. 02.06.
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Coverstory:
Böse Männer, gute Frauen?
- GERBERT,
Frank (2001): Adam ist an allem schuld.
Sind sie bloß
gewaltbereite Gefühlskrüppel? Männer
erkennen ihre Abwertung durch den
weiblichkeitsseligen Zeitgeist - und
einige wehren sich sogar,
in: Focus Nr.23
v. 02.06.
- Inhalt:
"Für
Männer kommt es einer Mutprobe
nahe, gegen all die Vorurteile
anzugehen, auf die sich die
Feindlichkeit gegen ihr
Geschlecht beruft. Paul-Hermann
Gruner und das Autorenduo Peter
Köpf und Alexander Provelegios
haben es in ihren Büchern (...)
dennoch getan; ihre Argumente
sind nicht leicht von der Hand zu
weisen", schreibt GERBERT.
Lesen Sie meine Rezension:
- GERBERT,
Frank (2001): Expedition ins Land
Masulinia.
Dietrich Schwanitz erklärt die Freuden
und Tücken des Mannseins - und warum es
Frauen so schwer fällt, Männer zu
verstehen,
in: Focus Nr.23 v.
02.06.
- GERBERT,
Frank (2001): Vorbild Gentleman.
Dietrich Schwanitz
über männliche Krisenerscheinungen und
die Auswrikung des weiblichen
Kommunikationsstils auf die Gesellschaft,
in: Focus Nr.23
v. 02.06.
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- JÄHNER,
Harald (2001): Das Glück schien machbar.
Heute
vor vierzig Jahren wurde die Anti-Baby-Pille
erstmals in der Bundesrepublik verkauft,
in: Berliner Zeitung v.
01.06.
- Kommentar:
Eine erstaunliche
Erkenntnis ist bei JÄHNER zu lesen:
"In Westdeutschland fiel trotz
steigender sexueller Aktivität die
Geburtenrate zwischen 1964 und 1978 um 46
Prozent. Nach dem statistischen
Pillenknick, zeitlich identisch mit der
so genannten sexuellen Revolution, stieg
die Geburtenrate wieder kontinuierlich
an." In den letzten Monaten war
immer nur zu lesen, dass die Geburtenrate
seit den 60er Jahren sinkt und sinkt und
sinkt. Plötzlich liest man, dass es 1978
eine Wende gab, die bisher verschwiegen
wurde. Nur bei single-dasein.de konnte
man dies auch vorher schon lesen.
- EHRENSTEIN,
Claudia (2001): Frauen werden immer später zu
Müttern.
40
Jahre Antibabypille - Auch die Gene bestimmen
Zeitpunkt des Kinderwunsches,
in: Welt v. 01.06.
- Kommentar:
Im Gegensatz zu
JÄHNER vermeidet EHRENSTEIN den Eindruck
einer Wende in der Geburtenentwicklung:
"Die Pille ermöglichte es den
Frauen erstmals, Zeitpunkt der ersten
Geburt und Zahl der Kinder mit großer
Zuverlässigkeit selbst zu bestimmen
(...). Tatsächlich zeichnete sich Mitte
der sechziger Jahre ein deutlicher
Geburtenrückgang ab, der mit Sicherheit
auch auf die Einführung der Pille
zurückzuführen ist. Zwischen 1963 und
1978 sank in Deutschland die
durchschnittliche Zahl der Kinder pro
Frau von 2,5 auf 1,4".
EHRENSTEIN
nimmt den Gipfelpunkt des Baby-Booms,
also einer historischen
Ausnahmesituation, um den Eindruck der
Normalität zu vermitteln. Danach
wechselt sie geschickt das Thema von der
Kinderzahl pro Frau auf das
Durchschnittsalter der Erstgebärenden.
Dadurch kann sie den Eindruck erwecken,
dass es 1978 keine Wende in der
Geburtenrate gab.
Danach
lässt sie einen Professor zu Wort
kommen, der an ihre Argumentation des
"sinkenden Sinkens" anknüpft:
" Der Anteil der Frauen, die
kinderlos bleiben, nimmt ständig zu,
schreibt Professor Johannes Dietl von der
Universität Würzburg im 'Deutschen
Ärzteblatt'. Nur jede zehnte der Frauen,
die zwischen 1930 und 1950 geboren
wurden, hatte keine Kinder, und das oft
unfreiwillig. Heute, so Dietl, werde
dagegen auch freiwillig auf ein Kind
verzichtet. Von den Frauen, die nach 1965
geboren wurden, dürfte jede dritte
kinderlos bleiben."
So etwas
nennt man Dramatisierung des
Geburtenrückgangs!
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- SIEMS,
Dorothea (2001): Die Überalterung ist
unaufhaltsam,
in:
Welt v. 01.06.
- Kommentar:
Zwei Mythen tischt SIEMS dem Leser auf.
Paare, "die
sich erst einmal für ein Kind
entschieden haben, bekommen in den
meisten Fällen zwei und mehr Kinder. Und
zwar unabhängig davon, welcher sozialen
Schicht sie angehören (...), schreibt
SIEMS, um dann darauf hinzuweisen, dass
(...) "der Anteil der
Akademikerinnen, die kinderlos bleiben
werden, mittlerweile doppelt so hoch wie
der der Hauptschulabsolventinnen"
ist.
Dies ist
die sogenannte
"Polarisierungsthese", die von
den Theoretikern
des Familiensektors vertreten
wird, die aber in dieser Form nicht
haltbar ist. Die Anzahl der Kinder pro
Frau ist schichtabhängig.
Mittelschichtfrauen haben weniger Kinder
als Unterschicht- und Oberschichtfrauen.
Der zweite
Mythos ist noch gravierender:
"Jahrhundertelang waren Kinder für
die Menschen unverzichtbar, um das eigene
Alter abzusichern. Inzwischen hat hier zu
Lande und weit gehend auch in allen
anderen europäischen Staaten der
Sozialstaat diese Funktion des eigenen
Nachwuchses abgelöst. Damit ist die
Entscheidung für oder gegen Kinder
erstmals völlig losgelöst vom
ökonomischen Zwang zur Vorsorge."
Die
Rentenversicherung wurde erst notwendig,
weil die Lebenserwartung gestiegen ist,
d.h. die Lebensphase "Alter"
ist neu.
Der
Altersforscher Martin KOHLI weist darauf
hin, dass vor 120 Jahren kaum jemand das
Rentenalter von damals 70 Jahren
erreichte (siehe Weser Kurier vom
31.05.2001). Er weist zudem darauf hin,
dass die junge Generation von
Transferzahlungen aus dem Rentensystem
profitiert: "Der Wohlfahrtsstaat
verdränge die familiären Leistungen
daher nicht, sondern ermögliche sie
erst", wird KOHLI zitiert.
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- TAYLOR,
Laurie & Matthew Taylor (2001): Politics for
Babies,
in: Prospect v. 01.06.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 16. bis 31. Mai 2001
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©
2000-2002
Bernd Kittlaus |
[email protected] |
Stand:
07. April 2002 |
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dem 14.Juni 2000 |
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