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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 08. - 13. August 2012

 
 
   
  • Frühjahrsthema: Die mediale Inszenierung des Baby-Booms im Berliner Szene-Bezirk Prenzlauer Berg - Eine kommentierte Bibliografie
 
 
   

Zitat des Monats:

Urbane Lebensstile sind für die Wohnungs- und Wohnstandortwahl (z. B. Wohnen im Loft in einem Szeneviertel) weniger entscheidend als das  Einkommen und die Lebensform  

"In der Lebensstilforschung und verschiedenen Disziplinen der Raumforschung wird die These vertreten, dass Lebensstile relevant für Entscheidungen in unterschiedlichen Verhaltensbereichen, insbesondere aber im Feld der Auswahl von Wohnungen und Wohnstandorten sind. Die empirische Befundlage zu dieser Behauptung ist allerdings ausgesprochen uneinheitlich. Um die Bedingungen für die Relevanz von lebensstilbasierten Präferenzen für die Wohnungs- und Wohnstandortwahl zu präzisieren, knüpft dieser Aufsatz an ein einfaches entscheidungstheoretisches Modell an, das sowohl in der Stadtsoziologie wie auch in der Lebensstilforschung Verwendung gefunden hat. Darauf aufbauend wird eine empirische Studie auf der Basis einer Quartiersbefragung in Leipzig präsentiert, die den Einfluss von Lebensstilen auf die Wohnungs- und Wohnstandortwahl unter Bedingungen und in einem Kontext prüft, die eine besonders große Relevanz von Lebensstilen erwarten lassen. Insgesamt zeigen aber die Ergebnisse, dass lebensstilbasierte Präferenzen selbst unter diesen Bedingungen nur eine beschränkte Erklärungskraft aufweisen, während die Ressourcenausstattung von Personen und ihre Lebensform für Wohnentscheidungen von deutlicher größerer Relevanz sind."
(aus: Jörg Rössel & Michael Hoelscher "Lebensstile und Wohnstandortwahl" in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Heft 2, 2012, S.303)

 
 
       
   
Focus-Titelgeschichte: Die Geheimnisse einer glücklichen Ehe

HARTMANN-WOLFF, Elke/BRAND, Jobst-Ulrich/DANIEL, Ellen/JUNG, Barbara/RUZAS, Stefan/SANIDIS, Silvia/WEIKARD, André (2012): Die Geheimnisse einer glücklichen Ehe.
Die Scheidungsrate steigt. Und doch war die Sehnsucht nach der Liebe fürs Leben noch nie so groß wie heute. Forscher haben jetzt entschlüsselt, was Paare zusammenhält,
in: Focus Nr.33 v. 13.08.

DANIEL, Ellen (2012): "Es fehlt die Vision, das gemeinsame Ziel".
Als Richter hat Arthur Trossen vorwiegend Scheidungsfälle verhandelt. "Zwei Drittel der Paare bereuen später die Trennung", sagt er,
in: Focus Nr.33 v. 13.08.

ALT, Isabella (2012): "Viele verwechseln Sex mit Liebe".
Erfolgsautorin Sibylle Berg plädiert für mehr Pragmatismus in der Beziehung: "Wollen wir wegen Socken oder Fußball ein Theater machen?
in: Focus Nr.33 v. 13.08.

 
   

SEIBT, Gustav (2012): Methusalem wälzt sich heran wie ein Gewitter.
Vor zehn Jahren wurde ein Problem entdeckt, an dem seither zaghaft geschraubt wurde – ohne es zu beheben: der demografische Wandel in die Altersgesellschaft,
in: Süddeutsche Zeitung v. 13.08.

Vor 10 Jahren ist die SZ aus ihrem Tiefschlaf aufgewacht, wollte dann aber ganz vorne mitmischen. Sie hatte den demografischen Wandel als Thema verschlafen, wie uns Gustav SEIBT nun mitteilt. Natürlich wurde das Thema nicht erst 2002 entdeckt, sondern der demografische Wandel wurde medial bereits im Jahr 1975 wieder entdeckt - denn wir sterben seit über 100 Jahren immer wieder aus und vergreisen. Frank NULLMEIER & Friedbert W. RÜB schreiben:

"Bereits seit 1977/78 wurde die Folgen des Geburtenrückgangs als Rentenberg nach dem Jahr 2010 für restriktive Eingriffe in die Gesetzliche Rentenversicherung angeführt. Steigende Alterslasten und selbst die Warnung vor dem »Aussterben der Deutschen« waren und sind keine Rezessionsthemen. Die Thematisierung der demographischen Entwicklung verstärkte sich vielmehr im langen Aufschwung der 80er Jahre." (1993, S.362)"

Auch die Zunahme der Alten wurde bereits Ende der 1980er Jahre reißerisch thematisiert.

Man kann sich also nur über das kurze Gedächtnis von Gustav SEIBT wundern! Oder liegt es an den kurzatmigen medialen Aufmerksamkeitszyklen?

Am 4. Oktober findet ein Demografiegipfel statt, auf den die Zeitung Das Parlament bereits letzte Woche mit einer Themenausgabe zum demografischen Wandel vorbereitet hat. Man darf also einen heißen medialen Demografieherbst erwarten - falls er nicht der Eurokrise oder sonstigen Krisen zum Opfer fällt. Oder erinnert sich noch jemand an die Vorstellung des Demografieberichts Jedes Alter zählt im Frühjahr?    

 
   

BARENBERG, Jasper (2012): Familienförderung statt Ehegattensplitting.
Stellvertretende SPD-Vorsitzende ist für individuelle Besteuerung. Manuela Schwesig im Gespräch Jasper Barenberg,
in: DeutschlandRadio v. 13.08.

NEUBACHER, Alexander/PFISTER, René/SCHRÖDER, Catalina (2012): Die Braut-Prämie.
Steuern: Eigentlich galt das Ehegattensplitting als Fossil einer vergangenen Ära, demnächst könnte es auf schwule und lesbische Paare übertragen werden. Selbst in der Union wird eine grundlegende Reform zugunsten von Familien und Kindern gefordert,
in: Spiegel Nr.33 v. 13.08.

 
   
Wirtschaftswoche-Titelgeschichte: Karriereknick.
Wie die Frauenquote schon jetzt Männer blockiert

SCHMERGAL, Cornelia/TÖDTMANN, Claudia/WILDHAGEN, Andreas (2012): Das falsche Geschlecht.
Management & Erfolg: Der politische Druck aus Berlin und Brüssel hat viele Unternehmen in Panik versetzt: In den nächsten Jahren werden sie Chefposten bevorzugt mit Frauen besetzen. Das Problem ist nur: Wohin mit den aufstiegswilligen Männern?
in: Wirtschaftswoche Nr.33 v. 13.08.

 
   

PLESCHINSKI, Hans (2012): Konfekt aus der Tundra.
Lesereise durch Sibirien,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 13.08.

"Die jungen Russinnen sind elegant, gross gewachsen, umkurven die Krater in den Gehsteigen wie Ballerinen die Bühnenkulissen. Die jungen Sibirierinnen wagen viel: Paillettenstiefel, in denen sie über den Schnee gleiten und heller lachen als ihre Begleiter, die beim Ausgehen alle Rechnungen begleichen müssen. Männermangel herrscht in Sibirien. «Sie sterben nicht durch Wodka», wurde mir versichert, «sondern durch die Begleiterscheinungen, nämlich Unfälle.»", berichtet Hans PLESCHINSKI aus Sibirien.

 
   

Katja Kullmann - Rasende Ruinen

KULLMANN, Katja (2012): Motor aus, Musik an.
Kreative in Detroit: Detroit ist tot, ganze Stadtteile sind menschenleer. Um die ruinierte Autostadt wiederzubeleben, sollen jetzt Kreative kommen. Second Hand-Plattenhändler Brad Hales ist schon lange da. Er hebt die musikalischen Schätze seiner Heimat und nennt den Kunst-Hype schlicht "Bullshit",
in: Spiegel Online v. 11.08.

 
   

MINKMAR, Nils (2012): Das System ist am Ende, das Leben geht weiter.
Gespräch zur Krise: Als die Politik sich 2009 zur Überwindung der amerikanischen Immobilienkrise gratulierte, warnte Meinhard Miegel im F.A.Z.- Interview bereits mit den Worten "Staaten werden wackeln" vor der nächsten, größeren Krise - ein Anlass zur Nachfrage,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.08.

Meinhard MIEGEL sieht seit Jahrzehnten Deutschland und den Westen untergehen. Liest man z.B. sein Buch Die deformierte Gesellschaft aus dem Jahr 2002 heute, dann zeigt sich, dass vieles von dem was MIEGEL prophezeit hat, nicht eingetroffen ist.

Wer sich z.B. auf die von MIEGEL behauptete hohe Rendite der Altersvorsorge verlassen hat, der steht heutzutage - nach nicht einmal einem Jahrzehnt - vor einem Scherbenhaufen. Wenn die Eurokrise mit einer "moderaten Inflation" gelöst wird, dann wären  gemäß Gustav SEIBT die Riester-Rentner die Hauptbetroffenen der Krise.

MIEGEL prophezeite auch das Ende der europäischen Zuwanderung:

"In der Westhälfte Europas ist der Wanderungssaldo mittlerweile ausgeglichen. Es gibt kaum noch Wanderungsgewinner oder -verlierer. Die wirtschaftlichen Unterschiede sind nicht mehr große genug, um Menschen zu veranlassen, ihre angestammten Sprach- und Kulturräume sowie ihre sozialen Bindungen aufzugeben. Die Zeiten, in denen süditalienische, protugiesische oder griechische Arbeitskräfte gen Norden zogen, sind längst vorbei." (2002, S.29)

Durch die Eurokrise ist das genauso obsolet geworden wie viele andere Prognosen aus dem Buch Die deformierte Gesellschaft.

Wenn jetzt MIEGEL von der FAZ als "Hellseher" präsentiert wird, sollte uns das eher zu denken geben. Wir benötigen keine Führer wie Meinhard MIEGEL, die uns aus unserer angeblichen Orientierungslosigkeit und der Qual der Wahlfreiheit erlösen wollen.

 
   

GROTHE, Katja (2012): Online-Dating – eine alltägliche Form der Partnersuche.
Liebe im Internet: Das Geschäft mit der Liebe im Internet läuft immer noch gut – auch noch zwölf Jahre nach Gründung der ersten Dating- und Partnervermittlungsplattformen. Doch während Singles damals – wenn überhaupt – mit hochrotem Kopf und kichernd von ihrer Partnersuche berichteten, ist es heute längst salonfähig geworden, die große Liebe im Internet kennenzulernen – oder?,
in: Neue Osnabrücker Zeitung v. 11.08.

 
   

IRLE, Katja (2012): Erste Liebe mit schlimmen Folgen.
Gewalt in Teenager-Beziehungen,
in: Berliner Zeitung v. 11.08.

 
   

FUCHS, Claudia (2012): Eltern auf Zeit.
Kampagne für Pflegefamilien,
in: Berliner Zeitung v. 11.08.

 
   

JUNGHÄNEL, Frank & Rudolf NOVOTNY (2012): Selber machen ist sexy.
Kraftklub-Interview: Die Stimme des Ostens? Der Provinz? Oder sogar einer Generation? Stimmt alles nicht, sagen die Jungs von Kraftklub. Ein Gespräch über falsche Schubladen, Kreativität in Chemnitz und Mädchen als Motivationshilfe,
in: Magazin der Berliner Zeitung v. 11.08.

 
   

DRIBBUSCH, Barbara (2012): Erst Journalistin, dann Erzieherin.
Jobmarkt: In den sozialen Berufen fehlt der Nachwuchs, daher sind Quereinsteiger auch aus dem Kulturbereich willkommen. Doch die Finanzierung des Umstiegs ist heikel, die Regelungen in den Ländern uneinheitlich,
in: TAZ v. 11.08.

 
   

ERB, Sebastian (2012): Die langsame Entdeckung des Wutbürgers.
Nerven und Machen (7): Spätestens seit dem Streit um Stuttgart 21 wird in der Öffentlichkeit viel geredet über Bürgerbeteiligung, Demonstrationen und Proteste. Und was macht die Wissenschaft?
in: TAZ v. 11.08.

 
   

RÖTZER, Florian (2012): Alleinlebende haben höheres Sterberisiko im mittleren Alter.
Während eine Studie ein erhöhtes Risiko bei Alleinlebenden sieht, führt eine andere das höhere Mortalitäts- und Morbiditätsrisiko auf Einsamkeit zurück, die es auch bei Paaren gibt,
in: Telepolis v. 10.08.

Es ist schon merkwürdig wie sorglos Studien interpretiert werden, die das Sterberisiko von Alleinlebenden betreffen. Zuerst einmal müsste geprüft werden, ob die Ergebnisse nicht für Deutschland vom genannten Durchschnitt abweichen.

Der Soziologe Jens ALBER hat in seinem Beitrag Wer ist das schwache Geschlecht? Zur Sterblichkeit von Männern und Frauen innerhalb und außerhalb der Ehe (Zeitschrift Leviathan, Heft 1, März 2005) die Sterblichkeit international und historisch vergleichend untersucht. Danach war die Sterblichkeit von 35-44jährigen Männern in den 1920er, den 1970er und den 1990er Jahren zwischen 1,17 mal (verheiratete Männer in den 1920er Jahren) und 2,84 mal (geschiedene Männer in den 1990er Jahren) so hoch wie von gleichaltrigen Frauen. Innerhalb von Europa ist die Sterblichkeit von geschiedenen Männern in den 1990er Jahren in Frankreich 3,59 mal und in Spanien sogar fast 5 mal so hoch gewesen wie bei gleichaltrigen Frauen. Es gibt also gravierende Unterschiede von Land zu Land und von Geschlecht zu Geschlecht in der Sterblichkeit zu beachten.

RÖTZER nennt aber nur Zahlen für Alleinlebende, nicht aber für deutsche Alleinlebende. Der Link im Artikel verweist nicht zur Studie, sondern lediglich zur Zusammenfassung, in der keine länderspezifische Zahlen für Alleinlebende genannt werden. Man müsste also diese Werte kennen, falls sie vorhanden und aussagekräftig sind.

Das mittlere Lebensalter muss man wohl mit 45-65Jahre gleichsetzen, obwohl das mittlere Lebensalter z.B. in der aktuellen Erhebung des Statistischen Bundesamtes zu Alleinlebenden in Deutschland die 35-65Jährigen umfasst. In Deutschland dominieren im mittleren Lebensalter die Männer, die wie bei ALBER nachzulesen eine höhere Sterblichkeit als Frauen haben. Von den 45-65jährigen Alleinlebenden in Deutschland sind 2,345 Millionen männlich und 2,004 Millionen weiblich.

Geschiedene Männer sind nach einer deutschen Studie von Hans-Werner WAHL u. a. hinsichtlich des Gesundheitszustandes eine Problemgruppe. Rund 1,4 Millionen Alleinlebende sind geschiedene Männer. Davon sind 60,6 % 45-65Jahre alt. Fast jeder 5. Alleinlebende in diesem Alter ist ein geschiedener Mann.

Sind also Alleinlebende generell gefährdeter als Zusammenlebende oder nur bestimmte Risikogruppen? Und wenn es bestimmte Gefährdungen gibt, ist dann tatsächlich Einsamkeit das Hauptproblem?

Um tatsächlich brauchbare Ergebnisse zu bekommen, sind Studien mit sehr großen Fallzahlen erforderlich. Eine Untersuchung von 45.000 Patienten mag auf den ersten Blick ausreichend erscheinen. Bei 44 Ländern, 2 Geschlechtern, 2 Altersgruppen usw. kommt man gerade bei den Alleinlebenden (nicht einmal 8.600 Patienten) ganz schnell zu Fallzahlen die für statistisch signifikante Aussagen zu klein sind.

Welche Probleme gerade hinsichtlich der Erforschung des Gesundheitszustandes verschiedener Bevölkerungsgruppen und deren Ursachen bestehen, darüber klärt das hervorragende Buch Lebensqualität produzieren von Alban KNECHT auf. Am Beispiel der Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigt sich die ganze Komplexität von Sterblichkeitsrisiken.         

 
   

DRIBBUSCH, Barbara (2012): Alleinstehende Mütter sollen profitieren.
Rente: Von der Leyen legt Gesetzentwurf zur "Zuschussrente" vor und erntet Widerstand. In seltener Eintracht protestieren FDP, Grüne, Arbeitgeber und Gewerkschaften. Finanzierung aus Rentenkasse und Steuern geplant,
in: TAZ v. 10.08.

DRIBBUSCH, Barbara (2012): Mütter diesmal privilegiert.
Über die Rentenpläne aus dem Haus von der Leyen,
in: TAZ v. 10.08.

"Es ist traurig, dass ein Rentenkonzept zur Bekämpfung der Altersarmut jetzt zu einer Gerechtigkeitsdebatte zwischen Müttern und Kinderlosen führen könnte", meint DRIBBUSCH

 
   

URBAN, Thomas (2012): Generation Nesthocker.
Die Wirtschaftskrise in Spanien trifft vor allem die jungen Menschen. Immer mehr von ihnen müssen bei ihren Eltern bleiben, weil sie keine Arbeit und keine Wohnung finden,
in: Badische Zeitung v. 10.08.

 
   

WIARDA, Jan-Martin (2012): Weiblich, gebildet, partnerlos.
Frauen sind die wahren Bildungsaufsteiger. Was das für Paarbeziehungen bedeutet, erklärt der Soziologe Hans-Peter Blossfeld im Interview,
in: ZEIT Nr.33 v. 09.08.

Im Interview bleibt Hans-Peter BLOSSFELD Zahlen schuldig, die belegen, dass heutzutage hochgebildete Frauen öfters partnerlos sind als andere Frauen. Es gibt lediglich ein Gedankenexperiment und ein Verweis auf die Single-Quote, was immer das sein soll.

Die höhere Partnerlosigkeit hochgebildeter Frauen ist möglicherweise ein statistisches Artefakt und gilt nur, wenn man lediglich Ehepaare und Paarhaushalte betrachtet, für die es repräsentative Daten gibt. Aber auch hier gibt es inzwischen Tendenzen, die darauf hindeuten, dass sich das Partnerwahlverhalten ändert. So schreibt Andrea LENGERER aufgrund von Mikrozensusdaten:

"Frauen der niedrigsten Bildungsstufe (weisen) nur in den älteren Kohorten eine besonders hohe Wahrscheinlichkeit des Zusammenlebens auf. In der Abfolge der Kohorten geht diese überproportional zurück, bis sie in den jüngeren Kohorten unter der von Frauen mit mittlerer Bildung liegt." (2012, S.270)

Wie aber sähe die Sachlage aus, wenn man Paare ohne gemeinsamen Haushalt in die Betrachtung einbeziehen würde? Unsere amtliche Statistik wird modernen gesellschaftlichen Verhältnissen des 21. Jahrhunderts nur ungenügend gerecht. Erst seit den 1990er Jahren gibt es überhaupt sozialwissenschaftliche Studien, die Paare ohne gemeinsamen Haushalt zu erfassen versuchen. Dennoch prägen meist immer noch die Medien mit ihren Klischeebildern die Vorstellungswelt.

Das Bild könnte sich ändern, wenn zukünftig vermehrt sozialwissenschaftliche Studien zu solchen modernen Paarformen veröffentlicht werden. Ein gerade erschienener Artikel fragt z.B. "Living apart together" - eine dauerhafte Alternative? In der Untersuchung von Daniel & Nadia LOI zeigt sich, dass solche Paarformen viel differenzierter betrachtet werden müssen, als dies in der Vergangenheit getan wurde. 

 
   

BINSWANGER, Michèle (2012): Der Mann, den ich will.
Geschlechterverhältnis: Alle wissen, dass der Mann in der Krise ist. Keiner aber weiß, wie ein neuer beschaffen sein soll. Michèle Binswanger schon,
in: ZEIT Nr.33 v. 09.08.

 
   

NIEJAHR, Elisabeth (2012): Das Netzwerk nebenan.
Nachbarschaftshilfe: Wo Familien und Vereine nicht mehr funktionieren, wird Nachbarschaft neu entdeckt. Kann die neue Hilfsbereitschaft soziale Dienste ersetzen?
in: ZEIT Nr.33 v. 09.08.

 
   

Juli Zeh - Nullzeit

WINKELS, Hubert (2012): Ein Mädchen auf dem Meeresgrund.
Juli Zehs neuer Roman ist eine komplizierte, sexuell aufgeladene Dreiecksgeschichte,
in: ZEIT Nr.33 v. 09.08.

 
   

RÖTZER, Florian (2012): Viele Singles sind nicht mehr auf Partnersuche aus.
Nach einer Umfrage sollen die Deutschen überdies Flirtmuffel sein,
in: Telepolis v. 09.08.

 
   
Stern-Titelgeschichte: iSolation.
Immer online, aber sprachlos: Wie die digitale Welt unser Familienleben verändert

WITZEL, Holger (2012): iFamily.
Laptop, Tablet, Smartphone: Jeder sitzt vor seinem eigenen Schirm. Was bedeutet das für unser Zusammenleben? Was macht der digitale Alltag mit unseren Kindern - und uns Eltern? Ein Offline-Bericht von der Online-Front,
in: Stern Nr.33 v. 09.08.

Holger WITZEL, Vater von zwei Jungs (13 und 15 Jahre alt), sieht die Veränderungen durch das Internet gelassen, schließlich haben wir auch den Umbruch vom Radio zum Fernsehen, gar vom öffentlich-rechtlichen zum privaten - trotz aller Untergangsprophezeiungen - überlebt.

 
   

SCHUMACHER, Juliane (2012): "Ich werde zwischen der Arbeit und der Familie zerrieben".
(Über)Leben in Berlin (6): Lukas R. entwickelt Computerspiele für soziale Netzwerke. Er arbeitet gern und verdient gut. Zufrieden ist er trotzdem nicht immer: Die Balance zwischen Kindern und Job zu finden fällt ihm schwer. Manchmal stellt er auch den Sinn seiner Arbeit infrage. Seine Selbsteinschätzung: obere Mittelschicht,
in: TAZ Berlin v. 08.08.

 
   

SCHMIDT, Lucia (2012): Warum darf zwölf nicht zweizehn heißen?.
Autismus: Asperger-Autisten haben es schwer, soziale Kontakte zu knüpfen. Dinge, die aus der Logik fallen, sind für sie unbegreiflich. Nach den Plänen der American Psychiatric Association soll es die Diagnose Asperger-Syndrom in der neuen Version des amerikanischen Klassifikationssystems nicht mehr geben,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.08.

 
   

Das Single-Dasein in Japan

RÖTZER, Florian (2012): Japans Bevölkerung schrumpft.
In Japan haben sinkende Geburten- und Bevölkerungszahlen Rekordniveau erreicht,
in: Telepolis v. 08.08.

 
       
 

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Zu den News vom 01. - 07. August 2012

   
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Bernd Kittlaus
[email protected] Stand: 21. August 2012