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Medienrundschau:

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News vom 04. - 10. März 2012

 
 
   
  • Winterthema: Gentrifizierung: Von Yuppies, Yetties, Bobos, digitaler Bohème, Nerds, Hipstern und Latte macchiato-Müttern - Eine Bibliografie der neueren Gentrifizierungsdebatte
 
 
   

Zitat des Monats:

"Geschieden? Üble
Trennung? Heute alles nur
Erfahrungswerte!"

(aus: Beth Griffenhagen & Cynthia V. Meyers "Bei aller Liebe... 72 Haiku", 2012)

 
 
       
   

PÖTZSCH, Olga (2012): Geburtenfolge und Geburtenabstand - neue Daten und Befunde,
in:
Wirtschaft und Statistik, Heft 2

Veröffentlichungen zur Geburtenentwicklung sind in Deutschland in der Regel so angelegt, dass die wichtigen Ergebnisse NICHT für jedermann deutlich werden, sondern aus dem Subtext herausgelesen werden müssen:

"Immer mehr Frauen bekommen ihr erstes Kind erst nach ihrem 30. Geburtstag. Allein in den letzten 20 Jahren stieg in Deutschland das durchschnittliche Gebäralter beim ersten Kind um mindestens drei Jahre an, von etwa 26 Jahren im Jahr 19895 auf 29 Jahre im Jahr 2010. Dabei stellt sich die Frage, ob diese Entwicklung mit einem entsprechenden Aufschub der zweiten und weiteren Geburten auf ein immer höheres Alter einhergeht. In diesem Fall könnte künftig der bisher relativ konstante Anteil der Mütter mit drei oder mehr Kindern sinken",
(Wirtschaft und Statistik, Heft 2, 2012)

schreibt PÖTZSCH. Hier geht es also darum, ob der Aufschub von Geburten in ein höheres Alter zu einem Rückgang kinderreicher Familien beiträgt. In Deutschland geht es jedoch in erster Linie um den Umfang der endgültigen Kinderlosigkeit der westdeutschen Akademikerinnen, der bis vor kurzem noch auf über 40 % geschätzt wurde, aber tatsächlich je nachdem welche Abschlüsse dazugezählt werden, zwischen 25 und 31 % liegt. Dies auch wiederum nur, wenn man nicht berücksichtigt, dass hoch qualifizierte oftmals noch mit über 40 Jahren Kinder bekommen. Unter diesem Aspekt ist die folgende Textpassage zu betrachten:

"Im früheren Bundesgebiet blieben die Intervalle bis zur zweiten und dritten Geburt bei den unter 40-jährigen Müttern praktisch konstant. Bei den 40- bis 44-jährigen Müttern verkürzten sie sich um sechs Monate bei der zweiten Geburt und um zwölf Monate bei der dritten Geburt. Der Anteil der Mütter, die in diesem Alter Kinder bekommen, nimmt ständig zu und hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Trotzdem bilden sie nach wie vor eine kleine Gruppe von 5 % unter den Müttern der zweiten Kinder und von 9 % unter den Müttern der dritten Kinder (Angaben für 2010)."
(Wirtschaft und Statistik, Heft 2, 2012)

Diese Interpretation muss dahin gehend korrigiert werden, dass es sich bei diesem Geburten vor allem um Geburten von Akademikerinnen handelt. Wenn dieser Anteil als gering eingeschätzt wird, dann nur im Hinblick auf die Gesamtbevölkerung, nicht jedoch im Hinblick auf die kleine Gruppe der Akademikerinnen.

"Die früher in empirischen Untersuchungen gängige Altersgrenze von 39 Jahren ist durch neuere Forschungsergebnisse kritisiert und erweitert worden, denn gerade bei hochqualifizierten Frauen setzen Familiengründungsprozesse später, zu großen Teilen auch nach dem Alter von 39 Jahren, ein."
(2012, S.29)

heißt es hierzu in dem kürzlich erschienen Buch Kinderlosigkeit in Deutschland von Rabea KRÄTSCHMER-HAHN. In dem Buch heißt es weiter:

"Die überdurchschnittlich hohe Kinderlosigkeit bei hoch qualifizierten Frauen ist (...) kein neuartiges Phänomen, sondern lässt sich auch schon in den 1970er Jahren beobachten. Der einzige Unterschied besteht darin, dass damals nur 2 % der Frauen zwischen 35 und 39 Jahren einen Hochschulabschluss hatten (...), doch heute im Zuge der Bildungsexpansion etliche Frauen besser ausgebildet sind und die Anzahl der Akademikerinnen steigt. Dennoch stellen die Akademikerinnen auch im Jahr 2004 mit 10 % eine eher kleine Gruppe dar."
(2012, S.49)

Betrachtet man die Fakten, die PÖTZSCH zu den 40-44jährigen Müttern präsentiert, unter diesem Gesichtspunkt, dann könnte das darauf hindeuten, dass die Kinderzahl von Akademikerinnen nicht mehr so niedrig ist, wie das die bisherige Debatte vermuten ließ.

Man wird in Sachen Geburten von Akademikerinnen einfach nicht das Gefühl los, dass Fakten der Öffentlichkeit vorenthalten werden, bzw. ihre Lancierung politischen Erwägungen der Familienlobbyisten folgen. Darauf deutet z.B. eine Meldung auf Welt Online hin. Auch die Stoßrichtung des Szenarios von Uwe EBBINGHAUS 2030 - Odyssee in eine gealterte Gesellschaft lässt nichts Gutes erwarten:

"Wenige der naheliegenden Gegenmaßnahmen wie das erhöhte Renteneinstiegsalter wurden bisher politisch umgesetzt. Wie sehr Birgs nachvollziehbares Plädoyer, konsequent die Familien und damit den Nachwuchs zu fördern, verhallte, konnte man kürzlich wieder sehen, als Bundeskanzlerin Merkel Forderungen aus der eigenen Partei nach einer unglücklich formulierten Kinderlosen- oder Demographie-Abgabe als »nicht zielführend« bezeichnete. Dabei zahlen Kinderlose schon jetzt in der Pflegeversicherung einen höheren Beitrag als Eltern, ohne dass es bisher zur gesellschaftlichen Spaltung kam."
(FAZ 10.03.2012

 
   

Eva Illouz - Warum Liebe weh tut

NOVOTNY, Rudolf (2012): Weg mit dem Panzer.
Die Angst vor dem Schmerz macht die Liebe kaputt, sagt die Soziologin Eva Illouz. Ein paar Vorschläge für die Rettung eines Gefühls,
in:
Magazin der Berliner Zeitung v. 10.03.

 
   

Wie die FAZ den gravierenden Fehleinschätzungen von Herwig BIRG zur Geburtenentwicklung in Deutschland aufsitzt

EBBINGHAUS, Uwe (2012): 2030 - Odyssee in eine gealterte Gesellschaft.
Mit der Gestaltung von Europas Zukunft hat die Politik gerade alle Hände voll zu tun. Dabei vergisst sie die alternde Gesellschaft. Anhand seriöser Voraussagen wollen wir in einer erfundenen Familiengeschichte ein Demenz- und Gesellschaftsszenario für das Jahr 2030 entwerfen. Wie können wir altern?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 10.03.

"Nach einer Modellrechnung des Statistischen Bundesamtes ist (...)(Klaus W.) einer von etwa zwei Millionen Alzheimer-Kranken - zu Beginn des Jahrhunderts lag der Wert noch bei etwas mehr als einer Million -, gehört zu den 6,3 Millionen Deutschen über achtzig und den ungefähr drei Millionen Pflegebedürftigen des Landes",

erläutert uns EBBINGHAUS das Jahr 2030 und die Folgen des Geburtenrückgangs. Da haben wir gewaltig Glück gehabt, dass der Babyboom bereits Mitte der 1960er Jahre zu Ende gewesen ist, denn dann würden wir 2030 womöglich Soylent Green vorgesetzt bekommen.

Das Statistische Bundesamt bietet lediglich eine Modellrechnung für das Jahr 2030 (Stand: November 2010 ) an. Darin werden bei sinkenden Pflegequote 3 Millionen Pflegebedürftige angegeben (S.30). Dies gilt jedoch nur für eine Entwicklung, die der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung Variante "Untere Grenze mittlere Bevölkerung" entspricht, die von 6,4 Millionen über 80 Jährigen ausgeht. Ausgangspunkt war das Jahr 2008 und es wird von einer konstanten Geburtenrate von lediglich 1,4 bis 2030 ausgegangen. EBBINGHAUS behauptet dagegen  - ohne dies zu belegen,

"eine Anhebung der Kinderzahl in Deutschland weit über die zu Beginn des Jahrhunderts übliche Ziffer von 1,4 pro Paar hinaus ist die Grundvoraussetzung für eine machbare Zukunft."

Für das Jahr 2011 wurde ein Bevölkerungsstand von 81,374 Millionen prognostiziert. Tatsächlich weist das Statistische Jahrbuch 81,752 Millionen Einwohner aus. Der Zensus könnte jedoch diese Zahlen nach unten korrigieren.

"An Voraussagen der pflegewirtschaftlichen Misere 2030 hat es nicht gemangelt. Im Jahr 2005 hatte Herwig Birg im Feuilleton dieser Zeitung in einem »Grundkurs Demographie« darauf hingewiesen, dass die absehbare Schrumpfung unserer Gesellschaft deren Volkswirtschaft und die durch Umlageverfahren finanzierten Sozialversicherungen vor kaum lösbaren Probleme stellen werde. Wenig musste er von seinen Voraussagen bis heute zurücknehmen",

behauptet EBBINGHAUS vage. Überprüfen wir doch einmal BIRGs Thesen zur Geburtenentwicklung in Deutschland aus dem Jahr 2005 an der Realität:

"Die Geburtenrate fiel in den neuen Ländern auf ein Minimum von 0,8 im Jahr 1994, seitdem nähert sie sich von unten dem Niveau im Westen."
(Herwig BIRG in der FAZ 26.02.2005)

"2008 stieg die zusammengefasste Geburtenziffer in den neuen Ländern erstmals seit der Deutschen Vereinigung auf ein höheres Niveau als in den alten Ländern. 2010 brachten die ostdeutschen Frauen mit 1,46 Kindern je Frau das dritte Mal in Folge durchschnittlich mehr Kinder zur Welt als die westdeutschen (1,39)."
(DESTATIS "Geburten in Deutschland", 2012, S.15)

Die These von der Angleichung der neuen an die alten Bundesländer, die Herwig BIRG vertreten hat, ist von der Wirklichkeit längst überholt.

"Und wir sind heute angekommen bei ungefähr 1,3 Kindern pro Frau und man kann nicht hoffen oder man sollte nicht hoffen, dass damit auch schon der Tiefpunkt erreicht ist. Denn (...) es ist eher damit zu rechnen, dass die Kinderzahlen noch weiter zurückgehen, als sie jetzt schon sind"
(Herwig BIRG im DeutschlandRadio 16.03.2005)

"Der Rückgang im früheren Bundesgebiet dauerte fast zwanzig Jahre und erreichte Mitte der 1980er Jahre ein vorläufiges Tief mit 1,28 Kindern je Frau. Danach schwankte die zusammengefasste Geburtenziffer geringfügig zwischen 1,35 und 1,45 Kinder je Frau und lag im Jahr 2010 bei 1,39."
(DESTATIS "Geburten in Deutschland", 2012, S.15)

Der Abwärtstrend der Geburtenrate unter 1,3 ist bislang ausgeblieben und es gibt relevante Stimmen, die von einem Anstieg der Geburtenrate in den jüngeren Frauenjahrgängen ausgehen.

"Die Geburtenrate beträgt bei der deutschen Bevölkerung zwar wie in Spanien und Italien etwa 1,2 Geburten pro Frau, bei der zugewanderten rund 1,9 und im Durchschnitt, ähnlich wie in anderen Ländern, 1,3 bis 1,4 Geburten, aber der Grund für das niedrige Niveau ist ein besonderer: Der weltweit einmalig hohe Anteil der Frauen und Männer an einem Jahrgang, die zeitlebens kinderlos bleiben, lieg hierzulande bei etwa einem Drittel."
(Herwig BIRG in der FAZ 22.02.2005)

"Die zusammengefasste Geburtenziffer der deutschen Frauen verharrt schon seit zwanzig Jahren auf dem niedrigen Niveau von 1,3 Kindern je Frau. Das Geburtenniveau der Ausländerinnen geht kontinuierlich zurück.
Anfang der 1990er Jahre lag die zusammengefasste Geburtenziffer ausländischer Frauen bei 2,0 Kinder je Frau. Bis 2010 sank sie auf ca. 1,6. Dadurch näherten sich die zusammengefassten Geburtenziffern deutscher und ausländischer Frauen an."
(DESTATIS "Geburten in Deutschland", 2012, S.22)

"Frauen der Jahrgänge 1939 bis 1963 vergrößerte sich dieser Abstand allmählich. In den alten Ländern nahm die endgültige Kinderlosigkeit von 12 % auf 19 % zu, während sie in den neuen Ländern zunächst auf dem sehr niedrigen Niveau von etwa 7 % verharrte
Bei den zwischen 1964 und 1968 geborenen Frauen nahm in den neuen Ländern der Anteil der Kinderlosen erstmals auf 11 % zu. Damit war er nur halb so hoch wie im früheren Bundesgebiet: Hier war jede fünfte Frau in dieser Jahrgangsgruppe (zum Zeitpunkt der Befragung zwischen 40 und 44 Jahren) kinderlos (22 %)..

(DESTATIS "Geburten in Deutschland", 2012, S.28)

BIRG überschätzte zum einen das Geburtenniveau der Ausländerinnen und zum anderen den Anteil der Kinderlosen in den 1960er Jahren geborenen westdeutschen Frauenjahrgängen. Statt zu einem Drittel sind sie lediglich zu 22 % kinderlos geblieben. Damit liegt der Anteil der Kinderlosen in Westdeutschland um ein Drittel niedriger als von Herwig BIRG geschätzt. Nimmt man Ostdeutschland hinzu, dann liegt der Kinderlosenanteil sogar noch niedriger.

FAZIT: Herwig BIRG hat die Geburtenentwicklung in Deutschland gravierend falsch vorhergesagt. Das Bundesverfassungsgericht hat sein Pflege-Urteil 2001 aber aufgrund der überhöhten Kinderlosenzahlen von BIRG gefällt.

Wenn schon nach nur 7 Jahren die Geburtenentwicklung derart gravierend von der Vorhersage abweicht. Wie sieht es dann erst im Jahr 2030 aus, wenn BIRGs folgende These endlich einmal zutreffend wäre?

"Die Änderung der Geburtenrate um einen bestimmten Prozentsatz wirkt sich um ein vielfaches stärker auf das Bevölkerungswachstum aus als eine gleich große Änderung der Lebenserwartung."

Schickt den Demagogen BIRG also endlich aufs Altenteil und EBBINGHAUS sollte sich die aktuellen Daten zur Kinderlosigkeit in Deutschland anschauen, bevor er den Kinderlosenanteil "in Deutschland seit 1965" auf "dreißig Prozent eines Jahrgangs" beziffert. Nach der Erhebung von 2008 lag er bereits damals bei unter 20 % bei den 1964 -1968 Geborenen in Gesamtdeutschland und noch niedriger bei den 1959-1963 Geborenen.

 
   

MESSMER, Susanne (2012): Der kindliche Glamour des Protests.
Subkultur: Seit Fukushima ist die japanische Alternativszene im Auftrieb. Ein Streifzug durch Tokio,
in:
TAZ v. 10.03.

 
   

DOTZAUER, Gregor (2012): Wo sind all die Gedanken hin?
"Merkur", "Kursbuch" & Co.: Intellektuelle Zeitschriften sind (wieder) im Kommen. Welche Sehnsucht spricht daraus?
in:
Tagesspiegel v. 10.03.

 
   

SANDER, Lalon (2012): Ein Twitterbot zum Verlieben.
Online: Profile auf Twitter und Facebook werden oft von Programmen kontrolliert. Sie werden selten erkannt, können aber menschliche Beziehungen verändern,
in:
TAZ v. 09.03.

 
   

Bernd Cailloux - Gutgeschriebene Verluste

HARTWIG, Ina (2012): Der Schaumkronenkönig.
Reif für den Durchbruch: In seinem Roman "Gutgeschriebene Verluste" gelingt Bernd Cailloux die formidable Selbstparodie eines Alt-68ers,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 09.03.

 
   

BALMER, Rudolf (2012): Vater Staat will berufstätige Mütter.
In Frankreich hat die Geburtenförderung eine lange Tradition - Freiräume für die Frau sind eine Nebenwirkung,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 09.03.

 
   

NIEJAHR, Elisabeth (2012): Die Ehe hält.
Nie zuvor war es in Deutschland so leicht, den Bund fürs Leben zu verlassen. Aber die meisten bleiben,
in:
ZEIT Nr.11 v. 08.03.

"In den vergangenen Jahren haben Berichte über Kinderarmut, Alleinerziehende und Scheidungsdramen oft wie Verhütungsmittel gewirkt. Die Ehestatistik ist ein Grund, weniger Angst vor der Zukunft zu haben. Spricht sich der Befund erst einmal herum, klappt es wahrscheinlich auch mit dem Kinderkriegen besser als bisher",

verkündet uns Elisabeth NIEJAHR, die eine "Untersuchung des Instituts für Demoskopie in Allensbach" gelesen haben will. Tatsächlich handelt es sich um eine Meinungsumfrage im Auftrag eines Kaffeeherstellers und einer Springer-Zeitschrift.

Merkwürdigerweise hat sich an der Faktenlage innerhalb der letzten 20 Jahren kaum etwas geändert, aber der Terminus "Single-Gesellschaft", der in den 1990er Jahren in aller Munde war, wird nur noch selten verwendet:

"Die Single-Haushalte erklären sich unter anderem dadurch, dass in Deutschland vergleichsweise wenig junge Erwachsene im »Hotel Mama« wohnen. Außerdem leben in Deutschland mehr alte Frauen allein, weil in der Kriegsgeneration die Männer fehlen",

erklärt uns NIEJAHR. Dabei werden Nesthocker oftmals als Single-Haushalte geführt, während die Zahl der Kriegerwitwen gesunken ist.

Man darf sich über diese Zurechtbiegung der Fakten nicht wundern, denn die Meinungsumfrage - ist wie alle Fakten in Sachen Bevölkerungspolitik - lediglich willkommener Anlass um die eigene Position im Kampf der Elternlebensstile zu stärken. Denn NIEJAHR geht es nicht um die Ehe, sondern ums Kinderkriegen:

"Zu lernen wäre (...), dass Ehe und Familiengründung offenbar weniger miteinander zu tun haben, als oft unterstellt wird. Die Deutschen haben stabilere Ehen als die Amerikaner und heiraten häufiger als die Franzosen. Trotzdem haben sie weniger Kinder. Unsere Bindungsfreude hat bisher an den absehbaren Problemen durch Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung nichts geändert. Die Geburtenrate in Deutschland gehört zu den niedrigsten der Welt. Wer sie erhöhen will, sollte die finanzielle Förderung auf Kinder statt auf Ehepaare konzentrieren."

Keine Marketing- bzw. Politkampagne ist den Vereinbarkeitsverfechtern inzwischen mehr zu unseriös, um sie nicht als willkommenen Anlass zu nehmen, sich gegen das Ehegattensplitting positionieren.

 
   

SCHMOLLACK, Simone (2012): Morgen verlass ich ihn.
Liebe: Viele Frauen bleiben bei ihren Männern, auch wenn sie unglücklich sind. Unterwerfen sie sich aus Angst vor dem Alleinsein? Oder sind sie souverän? Paartherapeut Wolfgang Krüger erklärt es,
in:
TAZ v. 08.03.

 
   

Katja Kullmann - Rasende Ruinen

KULLMANN, Katja (2012): Taktik einer Mittelmutigen.
Feige oder Clever: Viele Frauen beugen sich dem Alltagssexismus und setzen auf strategisches Schweigen. Aus Pragmatismus? Oder aus Angst um Status und Ansehen,
in:
TAZ v. 08.03.

 
   

IWANETZ, Robert (2012): "Es geht nicht um Rache".
Auf der Homepage "Never Liked it Anyway" können Verlassene die Liebesreste ihrer Expartner verscherbeln. Interview mit Annabel Acton,
in:
TAZ v. 07.03.

 
   

VÖLPEL, Eva (2012): Ehegattensplitting auf Umwegen.
Homos: Bund und Länder einigen sich darauf, eingetragenen Lebenspartnerschaften vorläufig die gleichen steuerrechtlichen Vergünstigungen wie Ehepaaren zu gewähren. Aber nur bis Karlsruhe entschieden hat,
in:
TAZ v. 07.03.

 
   

Ralf Bönt - Das entehrte Geschlecht

SCHOLL, Joachim (2012): "Wir sollten unsere Männlichkeit ernst nehmen".
Schriftsteller Ralf Bönt über heutige Rollenverständnisse,
in:
DeutschlandRadio v. 06.03.

WIDDER, Jonathan (2012): Der Penis ist keine Waffe.
Geschlechterrollen: Lieber Schmerzensmann oder Macho? Keiner von beiden!, schreibt der Schriftsteller Ralf Bönt in seinem Manifest für den modernen Mann,
in:
ZEIT Online v. 06.03.

 
   

Christian Kracht - Imperium

BUCHELI, Roman (2012): Tant de bruit.
Viel heisse Luft in und um Christian Krachts Roman "Imperium",
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 06.03.

 
   

NOHN, Corinna (2012): Das alte Rollenbild wird zementiert.
Auch weil das Elterngeld zu wenig zur Gleichberechtigung beiträgt, muss das Ehegattensplitting fallen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 05.03.

"sechs Millionen oft gut ausgebildete Frauen arbeiten nicht. Doch deren Nein zum Job fällt nicht ohne Zwänge. Denn nach Vergleich der Gehälter, staatlichen Zuschüssen und Kita-Gebühren merken sie schnell: Besser: Er arbeitet, und sie bleibt zu Hause", klagt NOHN

 
   

KOARK, Anne (2012): Krach ums Kind.
Sorgerecht - Alleinerziehendenverband: Regierung soll endlich ein Gesetz zur Neuregelung vorlegen,
in:
TAZ v. 05.03.

 
   

WAAK, Anne (2012): Junge, komm bald wieder!
Wenn der Mann zur See fährt, kämpft die Frau mit der Sehnsucht. Ein Gespräch mit der "Seemannsbraut"-Autorin Nancy Krahlisch über Trennungstränen, Treue und ihre Furcht vor Piraten,
in:
Welt am Sonntag v. 04.03.

 
       
 

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Bernd Kittlaus
[email protected] Stand: 29. August 2012