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Medienrundschau:
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Zitat
des Monats:
Die Annahme einer sich ausbreitenden
Kultur der Kinderlosigkeit muss revidiert werden
"Entgegen der Annahme der sich ausbreitenden »Kultur der
Kinderlosigkeit« zeigen die Daten, dass Kinderlosigkeit nicht
ganz so oft als gesellschaftlich »normal« bewertet wird. Die
Trennlinie verläuft offenbar direkt unter der Zweikindnorm. Die
Abweichung nach unten, sei es durch Kinderlosigkeit oder durch
die Einkindfamilie charakterisiert, werden auch von der
Gesellschaft, so wird es individuell wahrgenommen, als
Normabweichung sanktioniert"
(aus: Sabine Diabaté & Kerstin Ruckdeschel
"Gegen den Mainstream", Zeitschrift für Familienforschung,
Heft 3, S.350)
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08.02.2017
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HECHT, Patricia
(2017): Der Professor will verlieren
Christoph Butterwegge hat mehr als
50 Bücher geschrieben, ist einer der bekanntesten Wissenschaftler
Deutschlands, hochverdient. Doch an der Politik scheitert er, immer
wieder. Am Sonntag voraussichtlich zum letzten Mal,
in:
TAZ
v. 08.02.
ROTH, Eva
(2017): "Die AfD ist eine Partei der Privilegierten".
Bundespräsidenten-Kandidat
Butterwegge über rechte Sozialpolitik, linke Steuerpolitik und das
Problem bei Wahlen,
in: Neues
Deutschland
v. 08.02.
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LAMBECK, Fabian (2017): Innerdeutscher Pendelverkehr.
Viele Ostdeutsche fahren zum
Arbeiten in den Westen - in der Gegenrichtung ist weniger los,
in: Neues
Deutschland
v. 08.02.
Fabian LAMBECK berichtet anlässlich einer Antwort der
Bundesregierung auf eine Anfrage von Susanna KARAWANSKI von der
Linkspartei über die Ost-West-Pendelei. Zugleich wird die
Ostrentenangleichung kritisiert:
"Wenn die große Koalition jetzt
noch die Rentenangleichung ohne Beibehaltung der Umrechnung der
niedrigeren Ost-Löhne beschließt, will doch überhaupt niemand mehr in
Ostdeutschland arbeiten",
wird KARAWANSKI zitiert.
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07.02.2017
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FRANKFURTER
RUNDSCHAU-Titelgeschichte:
Ein Kind um jeden Preis.
Immer mehr
Frauen nehmen viel auf sich, um Mutter zu werden. Eine Messe in
Berlin zeigt Reproduktionsmethoden - auch illegale |
REINSCH, Melanie (2017): Ein bisschen schwanger.
Frauen, die sich nichts mehr als
ein Kind wünschen, nehmen viel in Kauf, um schwanger zu werden. Die
Reproduktionsmedizin boomt. Bei einer Messe in Berlin werden auch
Methoden vorgestellt, die in Deutschland illegal sind,
in: Frankfurter
Rundschau
v. 07.02.
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ÖCHSNER, Thomas
(2017): "Wir dürfen die Rente nicht zu stark von den Löhnen
abkoppeln".
Die neue Präsidentin der
Rentenversicherung, Gundula Roßbach, über Armut im Alter, wie man mit
fünf Euro im Monat vorsorgen kann - und was sie davon hält, Beamte in
die Pflicht zu nehmen,
in: Süddeutsche
Zeitung
v. 07.02.
Das Interview von Thomas ÖCHSNER geht kaum über das hinaus was
bereits in der
Berliner Zeitung oder in der
Stellungnahme der
Deutschen Rentenversicherung zum Rentenniveau
zu lesen war.
Hinsichtlich der Riester-Rente plappert sie Walter RIESTER nach. Nur
zum Renteneintrittsalter wagt ROßBACH eine etwas andere Meinung als
die Hardliner unter den Neoliberalen dieser Republik:
"Erst von 2031 an liegt das
reguläre Renteneintrittsalter bei 67 Jahren. Diesen Weg sollten
wir zunächst weitergehen. Und was danach angeht: Ich bin kein
Freund davon, zu sagen, wir koppeln den Eintritt in die Rente
automatisch an die Lebenserwartung. Bei einer solchen
automatischen Festlegung der Altersgrenze wird übersehen, dass
sich die wirtschaftliche Lage oder die gute Situation am
Arbeitsmarkt ändern kann. Außerdem müssen wir mehr dafür tun,
damit Menschen tatsächlich auch länger im Berufsleben bleiben
können."
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FROMME, Herbert (2017): Planspiele der Allianz.
Der Versicherer will Konkurrenten
übernehmen. Ein Grund: Er muss Anleger überzeugen,
in: Süddeutsche
Zeitung
v. 07.02.
10 Tage bevor der Allianz-Chef seinen Geschäftsbericht für das Jahr
2016 vorlegen muss, erklärt uns Herbert FROMME die Optionen der
Allianz: Großübernahme oder Aktienrückkauf, denn:
"2015 machte Bäte den
Investoren ein folgenschweres Versprechen: Von 2016 bis 2018 soll
der Gewinn pro Aktie jährlich um fünf Prozent wachsen."
Pikant dabei: Die Versicherten
sind lediglich Spielball bei diesen Unternehmensinteressen, die
einzig mögliche Anleger im Fokus haben. Auch bei den Gründen für
Zusammenschlüsse und Übernahmen spielen für FROMME die Interessen
der Versicherten keinerlei Rolle. Denn dazu nennt er uns nur:
- Eigenkapitalregeln von Solvency II,
- digitaler Umbau,
- Wünsche von global agierenden Großkunden, die eine globale Präsenz
für Aufträge voraussetzen,
- Konkurrenz durch große Internetkonzerne.
Verbraucherinteressen?
Fehlanzeige! Die Kunden gelten FROMME implizit als Möglichkeit auf
ihrem Rücken die Risiken abzuwälzen, um die Profite zu steigern.
"Damit die Anleger überhaupt
der Branche gewogen bleiben, müssen alle großen Versicherer sie
mit hohen Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufen bei Laune
halten. (...). Eine Großübernahme könnte das erleichtern, wenn sie
unmittelbar gewinnbringend wäre",
spekuliert FROMME und hält
deshalb eine Großübernahme der Allianz für wahrscheinlich.
Fazit: Wer seine Altersvorsorge
Versicherungskonzernen überlässt, der muss damit rechnen, dass seine
Interessen bei Großkonzernen an letzter Stelle rangieren.
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Koalition plant neue Bereicherungsmöglichkeiten für Frauen mit Besser-
und Spitzenverdienern an ihrer Seite
MIHM, Andreas
(2017): Die halbe Rente für die Krankenkasse.
Warum die Koalition Herz für ehedem
privat Krankenversicherte mit kleiner Rente zeigt,
in: Frankfurter
Allgemeine
Zeitung
v. 07.02.
Kein Aufschrei in der FAZ, die sonst jede Kostenausgabe
anprangert? Warum, das wird schnell klar: In erster Linie
profitiert das FAZ-Klientel von der Reform durch die
Hintertür - kurz vor Torschluss:
"Wird die Rente von 500 Euro
durch eine Pension des Lebensgefährten ergänzt, wird diese
angerechnet. Andere Einkommen wie aus Vermietung und Verpachtung
kommen hinzu."
213.000 Frauen könnten davon
profitieren - unabhängig von der Länge ihrer
Kindererziehungszeiten:
"Da es keinen tatsächlichen
Zeitzusammenhang zur Kindererziehungszeit geben solle, könnten
damit auch andere Lücken im Versicherungsverlauf aufgefüllt
werden."
Bereits jetzt hat dieses
Klientel genug Bereichungsmöglichkeiten durch die Möglichkeit
freiwilliger Beitragszahlungen in die Rentenversicherung
wie man bei Barbara BRANDSTETTER
nachlesen kann.
Die geplante Änderung soll im
Rahmen der Mitte Februar anstehenden Reform des Heil- und
Hilfsmittelrechts geräuschlos über die Bühne gehen.
Fazit: Profitieren Besser- und
Spitzenverdiener, dann sind zielgenaue Reformen plötzlich nicht
mehr gefragt!
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KROHN, Philipp
(2017): Wieso soll es keine Garantien mehr geben?
Bundesarbeitsministerin Andrea
Nahles will bestimmten Formen der Betriebsrenten mehr Freiheit in der
Kapitalanlage geben,
in: Frankfurter
Allgemeine
Zeitung
v. 07.02.
Philipp KROHN betrachtet
Zinsgarantien nur durch die Lobbyistenbrille der
Kapitaldeckungsbefürworter und präsentiert uns deswegen nur deren
Standpunkte. Die Versicherungswirtschaft sieht die größten
Profitmöglichkeiten bei der betrieblichen Altersvorsorge und will
deshalb Zinsgarantien als Marketinginstrument weiterhin behalten:
"Deshalb entwickeln die
Unternehmen alternative Garantiemodelle, die zum Beispiel keinen
jährlichen Zins mehr enthalten, sondern nur noch einen, der am
Ende der Vertragslaufzeit angerechnet wird. Schon das entlastet
die Kapitalanleger."
Mit Kapitalanleger sind nicht
etwa die Versicherten gemeint, denn auf diese sollen das Risiko
dieser Unternehmensphilosophie ganz alleine tragen.
KROHN ist ein Gegner von
Zinsgarantien. Damit argumentiert er auf der Linie der international
agierenden Finanzdienstleister, für die damit der deutsche Markt
lukrativer werden würde. Bislang hielt sich KROHN bei seinem Modell
des kollektiven Sparens immer bedeckt. Nun nennt er erstmals Namen:
"Es gibt (...) eine Reihe von
Fürsprechern eines kollektiven Sparmodells ganz ohne Garantien. Zu
ihnen zählt der Kölner Fachhochschulprofessor Oskar GOECKE, der
auch einen Einfluss auf das Nahles-Gesetz hatte."
Oskar GOECKE gehört zum
Establishment der Versicherungswirtschaft. Nebenbei lehrt er noch an
der FH in Köln. So gehörte er z.B. von 2002 bis 2015 zum
Ratingkomitee der Assekurata. Im Gutachten zum Sozialpartnermodell
Betriebsrente erscheint sein Name nur in einer Fußnote. Seine
Argumentation dient in erster Linie der Rechtfertigung für
Versicherungslobbyisten und nicht der Umsetzung im
Versicherungsalltag. Angeblich soll mit solchen "Collective Defined
Contributions" (CDC) die Gefahr gemindert werden, dass nach
Börseneinrüchen wie 2002 und 2008 in den USA die Ruhestandspläne in
den Wind geschrieben werden können. Praktisch erprobt wurden solche
Modelle jedoch noch nirgends. Und auch KROHN ist nicht wirklich
überzeugt, obwohl er immer wieder das kollektive Sparen als Argument
einbringt:
"Dabei muss aber bedacht
werden, dass der Start eines solchen Systems bei niedrigen Zinsen
und zum Teil rekordhohen Aktienkursen anspruchsvoll wäre."
Oder anders formuliert: Wenn
solche Formen der Altersvorsorge gebracht würden, sind sie kaum
umsetzbar!
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LOOMAN, Volker (2017): Ein Ehepartner, zwei Immobilien, drei
Millionen,
in: Frankfurter
Allgemeine
Zeitung
v. 07.02.
Volker LOOMANs Zielgruppe sind heute 60-jährige Millionäre, die
geerbt haben oder ihre Firma verkauft haben, aber bislang noch keine
Rentenanwartschaften haben. Sie können hoffen, dass sie 90
Jahre alt werden und können jeden Monat locker 10.000 Euro machen.
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06.02.2017
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HAUSER, Franziska (2017): Unbezahlbare Leichtigkeit.
Familie: Darf man Kinder wollen,
wenn man sie sich nicht leisten kann? Unbedingt! Hartz IV ist
besser, als viel zu arbeiten und keine Zeit für sie zu haben,
in:
TAZ
v. 06.02.
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GOETTLE, Gabriele
(2017): Sitten des liberalen Wohnungsmarktes.
Gentrifizierung: Von den Problemen
des Wohnens und über eine Zwangsräumung mit Todesfolge,
in:
TAZ
v. 06.02.
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HEIDENBREICH, Ulrike
(2017): Alles fürs Baby.
In Deutschland wird erstmals eine
Messe ausgerichtet, auf der sich ungewollt Kinderlose über den
neuesten Stand der Reproduktionsmedizin informieren können. Vieles,
was dort angeboten wird, ist nur im Ausland legal,
in: Süddeutsche
Zeitung
v. 06.02.
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MÜNCHRATH, Jens (2017): "Das deutsche Wirtschaftsmodell ist
gefährdet".
HB-Serie Reformstau in Deutschland
(1): Clemens Fuest: Für den Ifo-Chef stellt der neue US-Präsident die
globale Handelsordnung infrage. Das treffe vor allem unsere auf Export
basierende Ökonomie. Gerade jetzt brauche das Land dringend Reformen -
und keinen Umverteilungswahlkampf,
in:
Handelsblatt
v. 06.02.
Jens MÜNCHRATH ist ein braver Stichwortgeber für den neoliberalen
Ifo-Chef, der die Verteilungsfrage für überflüssig hält, weil die AfD
genauso neoliberal ist wie er selbst. Der gehe es nicht um
Umverteilung, sondern nur um eine Beschränkung der Zuwanderung,
weshalb man weiter machen könne wie bisher, d.h. Bedienung der
Interessen von Oberschicht und oberer Mittelschicht und Abwehr der
Interessen der restlichen Gesellschaft.
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DÖRNER, Astrid/KOCH, Moritz/OSMAN, Yasmin/WIEBE, Frank (2017):
Liebling der Wall Street.
Der Startschuss zur Deregulierung
der Finanzbranche ist gefallen. Das schürt die Furcht, dass
entfesselte Banken erneut zum Krisenherd werden,
in:
Handelsblatt
v. 06.02.
Der Bericht setzt den Fokus auf die Banken, d.h. große Teile des
Finanzmarktes bleiben im Dunkeln. In erster Linie geht es dabei um
den Abbau des Verbraucherschutzes. Auch in
Deutschland wollen Neoliberale den Verbraucherschutz zu Gunsten der
Stärkung von Profiten der Finanzdienstleister einschränken.
OSMAN, Yasmin (2017): "Regulierung wird missbraucht".
Isabel Schnabel im Interview,
in:
Handelsblatt
v. 06.02.
"Die Regulierung wird immer mehr dazu missbraucht, die
Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Institute zu stärken", meint die
Ökonomin Isabel SCHNABEL. Setzt man für den Begriff
"Wettbewerbsfähigkeit" den Begriff "Profite" ein, dann wird
deutlich, worum es wirklich geht. SCHNABEL beschwört einen
"Abwärtswettlauf in der Finanzregulierung". Das ist völliger
Blödsinn, denn es geht im Gegenteil um eine politische Regulierung
zu Lasten der Verbraucher in den einheimischen Ökonomien.
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05.02.2017
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HUMMEL, Katrin
(2017): Endlich bist du wieder da.
Die Jugendliebe. Was von ihr
bleibt, ist oft nicht mehr als ein Bündel Briefe. Sie kann aber auch
aufleben - und zur großen Liebe werden,
in: Frankfurter
Allgemeine
Sonntagszeitung
v. 05.02.
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KREMER, Dennis (2017): Schöne Kurve, schöne Gewinne.
Indexfonds (ETF) sind bliebt wie
nie. Das können Anleger nutzer. Sie brauchen nur die Aktie der Firma
MSCI kaufen, die für die wichtigsten Börsenindizes der Welt
verantwortlich ist,
in: Frankfurter
Allgemeine
Sonntagszeitung
v. 05.02.
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SCHERFF, Dyrk (2017): Nach dem Hauskauf wird es teuer.
Immobilienbesitzer werden mit
Steuern und Gebühren geschröpft. Sogar für die Straße vor dme Haus
müssen sie zahlen. Das kann schon mal 100.000 Euro kosten,
in: Frankfurter
Allgemeine
Sonntagszeitung
v. 05.02.
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04.02.2017
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taz-Wochenendthema:
Im Alter arm.
Disziplin:
Wenn nach vielen Jahren Arbeit wenig Rente übrig bleibt, wie lebt
man dann? Und wie gibt man nicht auf? Zwei Frauen über die
Freiheit selbst wählen zu können, über Hobbys, die nichts kosten -
und über das Gefühl wenig zu haben |
DRIBBUSCH, Barbara
(2017): Die Sonne geht für alle kostenlos auf.
Selbstbestimmung: Wann fängt Armut
an? Reichen 850 Euro für ein anständiges Leben? Über die Bedeutung
des Gefühls eine Wahl zu haben,
in:
TAZ
v. 04.02.
Arm ist sexy! Barbara DRIBBUSCH ist für linke Neoliberale das
gleiche wie Thilo SARRAZIN für die rechten Neoliberalen: Armut?
Kein Problem! Schnallen wir den Gürtel einfach enger.
"Spaziergänge im Sonnenschein
sind die Rettung für Tausende von Altersarmen, denn die Natur
kostet nichts",
erklärt uns DRIBBUSCH. Über
SARRAZIN hatte sich die taz empört. Aber wodurch
unterscheidet sich das, was die taz ihren Lesern
propagiert? Die Kriegsgeneration wird hier zum Maßstab.
Neoliberalismus ist Krieg! Da wird die Konsumferne der
"Rentnerinnen der 60er Jahre" verherrlicht. Warum nicht gleich die
50er Jahre der Adenauerzeit mit ihren Kriegerwitwen? Die taz
hat den Kampf um bessere Lebensverhältnisse für Rentner längst
aufgegeben. Sie bereitetet uns für das Überwintern vor, als ob
Altersarmut ein notwendiges Übel sein muss.
"Rechnet man die Rente einer
Angestelltenwitwe aus den 60er Jahren um und zieht die Miete ab,
dann verfügten Rentnerinnen damals über eine Kaufkraft von nur
340 Euro",
rechnet uns DRIBBUSCH vor. Zu
Deutsch: 850 Euro Grundsicherung sind eine üppige Versorgung.
SARRAZIN ( und sicher auch Meinhard MIEGEL) hätte seine Freude an
DRIBBUSCH! Vergleiche sind bei einer solchen Lebensform nur mit
Schlechtergestellten gestattet:
"Sie kennt etliche alte
Künstler, die ärmer sind als sie. Schauspieler und Musiker sind
es, die früher als Freiberufler nicht viel verdienten und jetzt
im Alter darum kämpfen, nicht beim Grundsicherungsamt anklopfen
und auf den Anträgen den Wert ihrer Musikinstrumente oder einen
Datsche im Berliner Umland als verwertbaren Besitz angeben zu
müssen."
Distinktion zu den
Grundsicherungsbeziehern ist das wichtigste Kapital solch einer
Mittelschichtethik, die in der Unterschicht nur die
Sozialschmarotzer sieht. Der Kirchenfunktionär Georg CREMER preist
dagegen heute in der SZ die
Grundsicherung mit ihrer Berücksichtigung von Schonvermögen:
"Für alte Arme ist auch
entscheidend, ob sie Ersparnisse haben dürfen oder erst alles
aufbrauchen müssen, bevor sie hilfeberechtigt werden. Das
Schonvermögen für Empfänger der Grundsicherung im Alter wird zum
1. April auf 5.000 Euro erhöht. Aber wirklich großzügig ist das
nicht. Auch heute verzichten viele Minirentner aus Scham oder
Unwissenheit auf ergänzende Hilfe. Auch die Fehlinformation, die
Kinder würden in Regress genommen, ist weiterhin verbreitet (das
geschichet nur bei Kindern mit einem Einkommen von über 100.000
Euro. Es gibt also weiterhin verdeckte Armut."
Was also ist sinnvoller? Lesern
ein Ethos des Gürtel-enger-schnallen à la SARRAZIN und DRIBBUSCH
zu verordnen oder über den Spielraum bei der Grundsicherung
aufzuklären bzw. für ein höheres Rentenniveau einzutreten?
DRIBUSCH stellt uns zwei Frauen
mit Mittelschichthintergrund ohne Aussicht auf ein Erbe vor, die
sich aufgrund ihrer Privilegiertheit auch einen minimalistischen
Lebensstil als Wahlfreiheit und Selbstbestimmung schönreden
können. Ist das noch Bohème oder schon Unterschicht? fragte
bereits vor etlichen Jahren ein Song. Mit Arbeiterschicht- oder
Unterschichtendasein hat diese relativ privilegierte Form von
Altersarmut wenig zu tun. Wenn diese Mittelschicht aber schon
lieber auf Distinktion als auf den Kampf um bessere Verhältnisse
setzt, dann wundert es kaum, dass die Spaltung der Gesellschaft
weiter voran geht.
Die Spitzenverdiener sind auf jeden
Fall skrupelloser: Sie schädigen die Rentenversicherung
zusätzlich, indem sie sich aus deren Kasse bereichern.
Umverteilung von Arm zu Reich zerstört die gesetzliche
Rentenversicherung. Wer wie DRIBBUSCH anderen das Prinzip
Gürtel-enger-schnallen als Wahlfreiheit und Selbstbestimmung
verkauft, der rechtfertigt damit letztlich das Zurückstutzen der
gesetzlichen Rentenversicherung auf ein Fürsorgesystem. Das freut
die Reichen und engt den Spielraum der Armen mehr als nötig ein!
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KROHN, Philipp
(2017): Den Versicherern wird auf die Finger geschaut.
Mit dem Marktwächter Finanzen haben
Verbraucherzentralen ein starkes Schwert in der Hand. Sie prangern
Fehlentwicklungen an. Das kann den Versicherern richtig weh tun,
in: Frankfurter
Allgemeine
Zeitung
v. 04.02.
Philipp KROHN betrachtet durch seine Finanzdienstleisterlobby
argwöhnisch das Gebaren des Verbraucherschutzes, das den
Finanzdienstleistern natürlich ein Dorn im Auge ist. KROHN stellt
uns das
Marktwächterteam der
Verbraucherzentrale in Hamburg vor, das mit nur 5 Mitarbeitern das
ganze Finanzdienstleisterspektrum abdecken muss. Aus Sicht der
Versicherten ist das eine krasse Unterbesetzung, die auch durch eine
bundeseinheitliche Datenbank nicht kompensiert werden kann. KROHN
stellt jedoch nur die Verbesserungen seit 2015 in den Vordergrund.
Einziger Erfolg der Marktwächter
war 2016 die Abmahnung der Praxis des Versicherers Neue Leben,
der Versicherten mit lukrativen Altverträgen die Kündigung
schmackhaft machte: Zum Vorteil des Versicherers und zum Nachteil
der Versicherten.
Neben der Datenbank haben die
Marktwächter neben den üblichen Instrumenten Abmahnung und
Musterklagen nur die Möglichkeit Marktwächtermahnungen
auszusprechen. Selbst das geht den Finanzdienstleistern zu weit.
Weder die Bafin, noch das Verbraucherschutzministerium haben bislang
regulatorisch effektiv zu Gunsten der Versicherten eingegriffen.
Stattdessen bleibt es bei harmlosen Vorschlägen, die keine
rechtliche Bindung haben. Beispielhaft werden die Standmitteilungen
genannt:
"Im vergangenen Jahr haben die
Marktwächter unter anderem untersucht, wie Lebensversicherer die
Kunden mit Standmitteilungen über ihr gebildetes Vermögen
informieren - nicht immer transparent. Das hat die Bafin in die
Lage versetzt, klarere Anforderungen an die Unternehmen zu
stellen. Das Bundesverbraucherministerium könnte dazu auch
gesetzlich eingreifen."
Das Wörtchen "könnte" bedeutet
nichts anderes als dass die Behörden dem Treiben tatenlos zuschauen.
Obwohl also die Marktwächter ein relativ zahnloser Papiertiger ist,
droht KROHN damit, dass ihre Tätigkeit bald beendet sein könnte:
"Ob es mit dem Projekt nach der
Bundestagswahl weitergeht, wird sich allerdings zeigen müssen."
Eine gelb-schwarze Regierung
würde dem Projekt gerne den Garaus machen!
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BRANDSTETTER, Barbara (2017): Sicher fürs
Alter vorsorgen.
Die Vermögensfrage: Selbständige,
Freiberufler und Mütter können sich mit freiwilligen Einzahlungen in
die gesetzliche Rentenversicherung eine Leibrente aufbauen. Das
rechnet sich insbesondere für Leute von 55 Jahren an,
in: Frankfurter
Allgemeine
Zeitung
v. 04.02.
Barbara BRANDSTETTER berichtet ausführlich darüber wie sich
Spitzenverdiener durch freiwillige Einzahlungen in die gesetzliche
Rentenversicherung ihre üppigen Alterseinkommen auf Kosten der
Schlechterverdiener noch erhöhen können. Dazu gehören z.B. Anwälte
oder Ärzte, die über eigene Versorgungswerke versorgt sind, genauso
wie Mütter mit einem Spitzenverdiener an ihrer Seite
oder hohe Beamte. Grundsätzlich steht diese Möglichkeit natürlich
auch Schlechterverdienern zu, aber deren Möglichkeiten sind durch
fehlendes Vermögen und mangelhafte Ausnutzung steuerlicher Vorteile
sehr eingeschränkt. Als Experten werden der Fachanwalt für
Sozialrecht Christian WAGNER, der Finanzmathematiker Werner SIEPE
und der Finanztest-Mitarbeiter Theodor PISCHKE zitiert.
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BURGER, Reiner (2017): Diese Straße gehört uns!
Während Politiker in
Nordrhein-Westfalen darüber debattieren, ob es in Städten No-go-Areas
gibt, müssen Polizisten in Hochrisikoeinsätzen ihren Kopf hinhalten.
Kurdische Clans und Armutseinwanderer aus Südeuropa beanspruchen ganze
Straßenzüge als ihr Hoheitsgebiet und schrecken auch vor Gewalt nicht
zurück. Polizeiarbeit wird da zum Spießrutenlauf,
in: Frankfurter
Allgemeine
Zeitung
v. 04.02.
Reiner BURGER betätigt sich als Wahlkampfhelfer von FDP und CDU und
beschreibt die Kriminalität in NRW. Düren wird als Beispiel dafür
benutzt, dass sich das Problem längst nicht mehr auf die typischen
Problemviertel der Ruhrpott-Großstädte beschränkt, aber zuletzt landet
BURGER doch wieder in Duisburg-Marxloh, dessen Gentrifizierung durch
Armutsflüchtlinge und ihre Profiteure gestoppt worden sei:
"Einst war Duisburg eine der
reichsten Städte Deutschlands und die Weseler Straße in Marxloh so
fein wie die Flaniermeilen in Düsseldorf und Köln. Mit dem Niedergang
von Kohle und Stahl musste dann ein Fachgeschäft nach dem anderen
schließen. Seit einigen Jahren scheint wieder etwas Wohlstand auf in
Marxloh. Sage und schreibe 40 türkische Brautmodengeschäfte gibt es
heute auf der Weseler Straße und in ihren Seitenstraßen. (...).
Marxloh gilt als größte Brautmodenmeile Europas. Sogar aus Frankreich,
Belgien und natürlich aus den nahen Niederlanden kommt die solvente,
überwiegend türkischstämmige Kundschaft. Doch ide gut integrierten
türkischen Geschäftsleute sehen ihren Erfolg nicht nur durch die
Libanesen-Clans gefährdet.
Denn mit dem starken Zuzug von Armutsmigranten aus Südosteuropa hat
sich die Lage in den vergangenen Jahren weiter verschärft. In Duisburg
halten sich mittlerweile 18.000 auf - allein im Stadtteil Marxloh
sollen es 6.000 sein."
Den Armutseinwanderern aus den
neuen EU-Ländern Bulgarien und Rumänien wird großmaßstäblicher
Sozialbetrug unterstellt. Dabei spielen skrupellose Geschäftemacher
die Hauptrolle.
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CREMER, Georg (2017): Gerechtigkeit den Armen.
Eine Erhöhung des allgemeinen
Rentenniveaus hilft nicht gegen Altersarmut. Richtig wäre der Ausbau
der Grundsicherung, auch wenn das unpopulär ist,
in: Süddeutsche
Zeitung
v. 04.02.
Der Kirchenfunktionär Georg CREMER zieht mit Neoliberalen an einem
Strang, wenn es darum geht die gesetzliche Rentenversicherung auf
ein Fürsorgesystem zurückzustutzen. Seine Polemik gegen eine
Erhöhung des Rentenniveau ist identisch mit der Kritik von
Neoliberalen wie z.B. Axel BÖRSCH-SUPAN.
Die Gegner einer
lebensstandardsichernden gesetzlichen Rente berufen sich bei der
Debatte um die Altersarmut nicht auf die Armutsrisikoschwelle,
sondern auf den Bezug der Grundsicherung, die weit darunter liegt.
Eine Rentenniveauerhöhung lehnt
CREMER mit dem folgenden Argument ab:
"Einige Menschen mit einer
Rente gerade knapp unterhalb des soziokulturellen Existenzminimums
werden über diese Schwelle gehoben, aber es werden wenige sein."
Wie wenige das sein werden,
verschweigt uns CREMER jedoch. Sind es etwa mehr als jene, die von
CREMERs Vorschlägen profitieren würden? Das könnte durchaus der Fall
sein, denn von seinen Vorschlägen profitieren nicht die Armen,
sondern die Finanzdienstleister. So will CREMER noch mehr
Geringverdiener mit dem unlukrativen Riester-Sparen in die Arme der
Kapitalmärkte treiben, für die eine staatliche Förderung eine
großzügige Subvention darstellt. Freibeträge sollen Anreize bilden,
ausgerechnet für jene, deren größten Sorge ist, überhaupt das
Rentenalter zu erreichen, weil sie früher sterben als jene, die von
einer privaten Altersvorsorge überhaupt profitieren könnten. So wird
sogar noch die Umverteilung von Arm zu Reich verstärkt.
Das Schonvermögen zu erhöhen,
nützt ebenfalls nur denjenigen, die überhaupt Vermögen besitzen.
Gerade Geringverdiener gehören nicht dazu.
Fazit: Der Kirchenfunktionär hat
keine Lösung für die Altersarmut, sondern paktiert mit den
Neoliberalen, um die gesetzliche Rentenversicherung auf ein
Fürsorgesystem zurechtzustutzen. Immer mehr Menschen werden dadurch
den Kapitalmärkten ausgeliefert, von denen vor allem die Reichen
profitieren können.
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BERNDT, Christina (2017): Mir geht's gut.
Zufriedenheit gilt als die
Stiefschwester des Glücks. Dabei ist es der beste Zustand, den man auf
Dauer erreichen kann. Wie das gelingt, haben die Menschen selbst in
der Hand,
in: Süddeutsche
Zeitung
v. 04.02.
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Der
IAB-Kurzbericht
Typische Verlaufsmuster beim Grundsicherungsbezug in den
Medien
KNUF, Thorsten (2017): Abonniert auf Hartz IV.
Analyse: Für Bezieher von Hartz IV
sollte die Leistung nur eine Episode im Erwerbsleben sein. So die
Theorie. Tatsächlich sind eine Million Menschen schon zehn Jahre
lang auf die Grundsicherung angewiesen,
in: Frankfurter
Rundschau
v. 04.02.
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RATHKE, Martina/TRAUNER, Sandra/LINDEMANN, Timo (2017): Zwischen
City-Sound und Grillenzirpen.
Die Metropole Frankfurt am Main,
das Dorf Heyerode, die Uni-Kleinstand Greifswald - Ein Besuch bei drei
Familien,
in: Neues
Deutschland
v. 04.02.
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LASCH, Hendrik (2017): Eine Woche Feldversuch in der Kleinstadt.
Zweite Auflage des Probewohnens in
Görlitz: Deutsch-polnische Grenzstadt überzeugt viele der Zuzügler,
in: Neues
Deutschland
v. 04.02.
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RIPPLINGER, Stefan (2017): Wahrheit für alle.
Da wir nun ins "postfaktische"
eingetreten sein sollen, lohnt ein Rückblick aufs faktische und
präfaktische Zeitalter. Was unterscheidet sie?
in: Neues
Deutschland
v. 04.02.
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GASSMANN, Michael (2017): Die große Bilanz der Zuwanderung.
Flüchtlinge strapazieren die
Staatskasse, doch sie kurbeln auch die Wirtschaftsleistung an. Was
bleibt unter dem Strich? Ökonomen haben jetzt eine Rechnung
aufgemacht,
in:
Welt
v. 04.02.
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Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte
ENZ, Werner
(2017): Umfeld für Lebensversicherer ist hart.
Gesättigte Schweizer Märkte und
Standortnachteile wegen strikter Kapitalvorschriften,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 04.02.
Werner ENZ plappert die PR des
Schweizerischen Versicherungsverbandes (SVV) nach, der einen
Einbruch im Lebensversicherungsgeschäft beklagt:
"Auch fondsgebundene
Produkte, bei denen in aller Regel der Kunde das Anlagerisiko
trägt, hatten einen schweren Stand",
heißt es. Die Schweizer sind
offenbar nicht ganz so dumm wie es die Lebensversicherer und deren
Lobbyisten gerne hätten!
ENZ, Werner
(2017): Zur BVG-Versicherung Sorge tragen.
Kommentar: Kapitalvorschriften
und Legal Quote,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 04.02.
Neoliberale
Lobbyisten der Finanzdienstleister wie Werner ENZ oder Philipp
KROHN heulen uns die Ohren voll, weil die Profite der Versicherer
nicht noch höher sind. Schuld ist immer die Politik an den zu
niedrigen Profiten.
Gäbe es die politische Regulierung nicht, wie herrlich?
Deutsche wie KROHN verweisen auf das
Versichererparadies Schweiz, während Schweizer
Versichererlobbyisten natürlich anders sehen. ENZ verweist auf die
Zahlen, die der Schweizerische Versicherungsverband vorgelegt hat
und deren schwere Bürde aufzeigt. ENZ fordert deshalb im Namen der
Versicherer, dass die private Altersvorsorge nicht bestraft werden
dürfe. Die Forderung wird von ENZ nicht etwa wegen geplanter
Gesetze verkündet, sondern nur, um jeglichen Forderungen schon im
Voraus entgegen zu treten.
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03.02.2017
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MOEWES, Günther
(2017): Fehlverteilung an die Reichen.
Gastwirtschaft: Warum Jüngere mehr
für die Rente zahlen,
in: Frankfurter
Rundschau
v. 03.02.
Für Günther MOEWES stellt die gesetzliche Rentenversicherung kein
Problem der Generationengerechtigkeit dar, sondern eine
Fehlverteilung des gesellschaftlichen Reichtums. Der Rente sollte
nicht - wie derzeit - an die Arbeit gekoppelt werden, sondern an das
Bruttoinlandsprodukt (BIP):
"Dank (...) immer größerer
Produktivität würden BIP und Wohlstand
trotz der immer mehr Alten ständig weiter steigen. (...). Entgegen
dieser Logik verteilte man aber die Maschinierungs- und
Produktivitätsgewinne nicht an die Älteren, sondern an die
Reichen. Auch deshalb müssen die Jüngeren mehr bezahlen.
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THELEN, Peter
(2017): Rente.
Ein Plan für Deutschland:
Haltelinien gegen Armut im Alter,
in:
Handelsblatt
v. 03.02.
Im Rahmen des Wochenend-Themas
fasst Peter THELEN nochmals die Rentenpolitik der Großen Koalition
aus neoliberaler Perspektive der Kostensenkung zusammen. Neues hat
THELEN nicht zu vermelden.
Das Handelsblatt droht
eine Serie Reformstau in Deutschland an. Der Titel knüpft an
die unsägliche neoliberale Propaganda der Agenda 2010-Jahre an, als
die von der Arbeitgeberlobby finanzierte Initiative Soziale
Marktwirtschaft den Sozialstaat attackierte. Unsere Eliten sehen
keinen Grund zum Umdenken, weshalb wohl die AfD weiter Zuwächse
verzeichnen wird.
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KROHN, Philipp
(2017): Unternehmen lagern Pensionsverpflichtungen aus.
Der Niedrigzins belastet die
Betriebsrenten von zwei Seiten: Zusagen werden teurer, Kapitalerträge
schwinden. Viele Arbeitgeber suchen Hilfe,
in: Frankfurter
Allgemeine
Zeitung
v. 03.02.
"Immer mehr Geschäftsführer
beschäftigen sich damit, Pensionszusagen aus der eigenen Bilanz
auszulagern. Die Profiteure dieser Entwicklung sind Berater, Betreiber
von Pensionsfonds, Unterstützungskassen und die
Versicherungswirtschaft. (...). Mit Willis Towers Watson, dem
Deutschen Pensionsfonds, einem Gemeinschaftsunternehmen von Deutscher
Bank und Zurich, Allianz Global Investors und dem Pensionsfonds der
R+V buhlt Metzler um Mandate. Seit der Metzler-Pensionsfonds im Jahr
2014 zugelassen wurde, hat er mehr als eine Milliarde Euro
Deckungskapital gebildet. In diesem Jahr sollen 500 bis 700 Millionen
Euro hinzukommen",
beschreibt Philipp KROHN die
Profiteure der gegenwärtigen Entwicklungen im Bereich der
betrieblichen Altersvorsorge, der ausgerechnet für diese Profiteure
auch noch PR betreibt.
"Häufig stehen Pensionszusagen
einer Übernahme oder einer Nachfolgeregelung im Weg, hat Thorsten
Kircheis beobachtet. Der Vorstand des Deutschen Instituts für
Zeitwertkonten und Pensionslösungen AG (DIZ) berät Mittelständler zu
diesem Thema",
erklärt uns KROHN, nur um damit
einen weiteren Profiteur ins Spiel zu bringen. Ein besonderes Ärgernis
ist den Akteuren des Geschäftsfeldes der Rechnungszins, den KROHN in
jedem seiner Artikel zum Thema erwähnt und den er als Fehler der
politischen Regulierung brandmarkt. Diesmal weist er auf mögliche
Spielräume beim Rechnungszins hin, die Unternehmen zur Verfügung
stehen und die ein lukratives Geschäft für Beratungsunternehmen sind:
"Meist empfiehlt Kircheis die
Auslagerung in einen flexibler gestalteten Pensionsfonds. Dabei könne
das auslagernde Unternehmen selbst den Rechnungszins wählen und damit
den aktuellen Wert der Verpflichtungen beeinflussen. »Wer viel Geld
hat, kann vorsichtig kalkulieren und zwei Prozent festlegen. Wer knapp
bei Kasse ist, kann auch vier Prozent wählen«, sagt Kircheis. Dann sei
zwar das Risiko größer, das Ziel zu verfehlen und somit seinen
Pensionären Geld nachzuschießen. Doch vorerst entlastet es die
Bilanz."
Für die Beratungsfirmen sind
Pensionsverpflichtungen von Unternehmen ein ertragreiches Geschäft,
vor allem, wenn diese statt der Binnenfinanzierung auf risikoreichere
Anlagenklassen setzen, bei denen wiederum Finanzdienstleister ins
Spiel kommen.
Fazit: Die Interessen der
Arbeitnehmer an einer sicheren Altersversorgung werden immer mehr zum
Geschäftsfeld profitgieriger Finanzmarktakteure. Schließlich müssen
auch die zusätzlich notwendigen Beratungsleistungen erwirtschaftet
werden. Angesichts der Vielzahl von Akteuren, die etwas vom
Altersvorsorge-Kuchen abbekommen wollen, bleibt für die Versicherten
wohl immer weniger übrig.
KROHN, Philipp
(2017): Nahles' falscher Weg.
Kommentar,
in: Frankfurter
Allgemeine
Zeitung
v. 03.02.
Das
Betriebsrentenstärkungsgesetz soll im Laufe der Gesetzgebung im
Interesse der Arbeitgeber- und Versicherungswirtschaftslobbyisten noch
gravierend verändert werden. Die Empfehlungen der
Bundesratsausschüsse deuten auf erste Erfolge dieser Lobbyisten
hin. KROHN drängt aber auf noch weitergehende Änderungen zugunsten der
Finanzdienstleister:
"Im Gesetzentwurf zur Stärkung der
Betriebsrenten werden ausgerechnet (...)(die)
betriebsnahen Formen
der Vorsorge von geplanten Privilegien ausgenommen."
klagt Philipp KROHN, dem es jedoch
keineswegs um das Wohl der Arbeitnehmer geht, sondern allein um die
Interessen der Arbeitgeber:
"Denn betriebsnahe Altersversorgung
stärkt die Loyalität der Arbeitnehmer und gibt den Arbeitsgebern ein
sinnvolles Instrument zur Motivation der Mitarbeiter in die Hand."
Man könnte es aber auch weniger
schönfärberisch beschreiben: Diese Form der Betriebsrente soll die
Abhängigkeit der Arbeitnehmer vom Betrieb erhöhen. Im schlimmsten Fall
ist nicht nur der Arbeitsplatz gefährdet, sondern auch noch die Rente.
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DPA/ND
(2017): Bündnis Grundeinkommen stellt sich zur Wahl.
Im Saarland tritt auch die
Familien-Partei und eine Partei der Reformer an,
in:
Neues Deutschland
v. 03.02.
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02.02.2017
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Der
aktuelle Demografiebericht der Bundesregierung in den Medien
ASTHEIMER, Sven (2017): Deutschland schrumpft nicht mehr.
Die Regierung geht davon aus, dass
mehr Einwanderer und Kinder die Bevölkerungszahl stabilisieren. Ein
großes Risiko bleibt aber bestehen,
in: Frankfurter
Allgemeine
Zeitung
v. 02.02.
Ausgerechnet das IW Köln, das
Bevölkerungsvorausberechnungen nach Gutsherrenart betreibt und je
nach Zielsetzung zu völlig konträren Einschätzungen der
demografischen Lage kommt, nennt Sven
ASTHEIMER als Kritiker der amtlichen Bevölkerungsvorausberechnung.
Dabei hatte das IW Köln fast gleichzeitig mit dem Statistischen
Bundesamt eine Prognose veröffentlicht, um die überhöhten
Zuwanderungszahlen der amtlichen Statistiker zu kritisieren.
ASTHEIMER, Sven (2017): Von wegen schrumpfen.
Kommentar,
in: Frankfurter
Allgemeine
Zeitung
v. 02.02.
"Endlich hat auch die amtliche Statistik zur Kenntnis genommen,
dass mehr Geburten und der Zustrom von Migranten keine
Kurzzeitphänomene sind",
meint Sven
ASTHEIMER.
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ÖCHSNER, Thomas
(2017): Frauen holen bei der Rente auf.
Männer erwerben in Zukunft
geringere Ansprüche, zeigt eine neue Studie des DIW,
in: Süddeutsche
Zeitung
v. 02.02.
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REINSCH, Melanie
(2017): Länger jung, als gedacht.
Kinder- und Jugendbericht:
Altersabschnitte müssen neu definiert werden,
in: Frankfurter
Rundschau
v. 02.02.
Melanie REINSCH hat das Thema
verfehlt: Von einer Neudefinition von Altersabschnitten ist in ihrem
Bericht keine Rede. Der Kinder- und Jugendbericht hebt auf die
Jugend im demografischen Wandel ab:
"Vor dem Hintergrund des
demografischen Wandels gewinnt eine ressortübergreifende Politik
für die eigenständige Lebensphase Jugend unter Einbeziehung
Jugendlicher und junger Erwachsener besondere Relevanz. Die
demografischen Entwicklungen verändern die Lebenswelten aller
Menschen. Für die junge Generation sind sie jedoch besonders
bedeutsam, da sie die Bedingungen des Aufwachsens und die
Entfaltungsmöglichkeiten junger Menschen wesentlich beeinflussen.
Die Bevölkerung im Alter von 12 bis 27 Jahren in Deutschland wird
auch bei stärkerer Zuwanderung weiter zurückgehen."
Nicht etwa die Bedürfnisse der
Jugend, sondern die Demografisierung gesellschaftlicher Probleme
bestimmt die Herangehensweise des Berichts an die Jugend. Eine
solche Sicht unterliegt auch dem im Januar erschienenen Handbuch
Jugend im demografischen Wandel, herausgegeben von Elisabeth
SCHLEMMER u. a. Jugend wird in dieser Sicht zum Objekt von
Demografiepolitik - eine
Sicht, die auf dieser Website und auf single-generation.de
bereits vor 15 Jahren vorausgesehen wurde.
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SCHNEIDER, Mathias
(2017): Beziehungsfalle Kind.
Die meisten Paare empfinden sie als
Krönung ihrer Liebe: Doch allzu oft werden die Sprösslinge zur
Belastungsprobe für das Glück der Eltern,
in:
Stern Nr.6
v. 02.02.
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MAYER, Susanne
(2017): Silberstreifen.
Wie sind sie so, die letzten
Lebensjahre? Unsere Autorin, 64, spricht mit Heiner Geißler, 86,
der schon Politiker war, als sie studierte. Mit einer 70-jährigen
Bäuerin, die jetzt nur noch die Kühe melkt. Mit dem Mann vom
Schlüssel-Laden, 76, dessen Rente allein nicht reicht. Und mit der
93-jährigen Autorin Ilse Helbich, die erst mit 80 anfing zu schreiben,
in:
ZEITmagazin Nr.6
v. 02.02.
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PLETTER, Roman
(2017): Der Bauchredner.
Roland Tichy war einmal ein
neoliberaler Chefredakteur und forderte "Ausländer rein!" Nun hat er
die Seiten gewechselt,
in:
Die ZEIT Nr.6
v. 02.02.
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RANDOW, Gero von
(2017): "Neue Verteilungsdebatte".
Warum wird das vorhandene Vermögen
im Kapitalismus immer wertvoller? Ein Gespräch mit den Soziologen Luc
Boltanski und Arnaud Esquerre,
in:
Die ZEIT Nr.6
v. 02.02.
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MÜLLER, Hans Christian & Imran AHMAD
(2017): Die Staatsschulden sind gedeckt.
Grafik des Tages: Die
Zukunftsfähigkeit es deutschen Staates wird oft an den Schulden
gemessen. Welches Vermögen dem aber gegenübersteht, wird meist
ignoriert - dabei ist das die entscheidende Frage,
in:
Handelsblatt
v. 02.02.
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REICHEL, Reiner
(2017): Gebremster Boom.
Die Wohnungen der großen deutschen
Vermieter gewinnen an Wert. Den Aktienkursen nutzt das wenig. Sie
befinden sich auf Talfahrt. Weiter steigende Zinsen sind das große
Risiko für die Branche,
in:
Handelsblatt
v. 02.02.
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HOLM, Andrej
(2017): Hinter den Drohkulissen.
Mieten: In Berlin fehlen bezahlbare
Wohnungen. Der Stadtsoziologe fordert mehr Sicherung im Bestand,
in:
Freitag Nr.5
v. 02.02.
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McCURRY, Justin
(2017): Made in Japan.
Tokio: Mit der drittgrößten
Volkswirtschaft der Welt verbindet man sie selten: die Kinderarmut. Zu
Gast in einem der vielen Kindercafés,
in:
Freitag Nr.5
v. 02.02.
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01.02.2017
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Der aktuelle
Demografiebericht der Bundesregierung berücksichtigt zum ersten Mal
die veränderte Geburtenentwicklung in Deutschland
BUNDESMINISTERIUM DES INNERN (2017): Jedes Alter zählt.
"Für mehr Wohlstand und
Lebensqualität aller Generationen". Eine demografiepolitische Bilanz
der Bundesregierung zum Ende der 18. Legislaturperiode,
in: bmi.bund.de
v. 01.02.
Auf dieser Website wird schon seit Jahren kritisiert, dass in den
Bevölkerungsvorausberechnungen die Geburtenentwicklung in
Deutschland und die Zuwanderung nicht angemessen berücksichtigt
wird. Noch im
August letzten Jahres hat Olga PÖTZSCH die
Bevölkerungsvorausberechnung vehement gegen jegliche Kritik
verteidigt. Vorausberechnungen sollen keine Wirklichkeit abbilden,
sondern dabei helfen die notwendige Politik durchzusetzen, so ihre
Verteidigungslinie.
Nun also hat die Politik eine
Kehrtwende vollzogen, die längst überfällig war, denn die 13.
koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen
Bundesamtes war schon bei ihrer Veröffentlichung überholt,
wie auf dieser Website kritisiert wurde.
"Bei der Entwicklung der
Geburtenrate deutet sich eine Veränderung an. Dafür spricht der
Anstieg bei der sogenannten endgültigen Kinderzahl von
Frauenjahrgängen. Bis zum Geburtsjahrgang 1968 ist der Wert
jahrzehntelang kontinuierlich zurückgegangen. Der
Geburtsjahrgang 1968 hat mit 1,49 Kindern je Frau die niedrigste
Kinderzahl. Dieser Rückgang scheint nun gestoppt.
Vorausberechnungen zeigen, dass Frauen, die in den 1970er Jahren
geboren sind, wieder etwas mehr Kinder zur Welt bringen, 1973
Geborene etwa 1,56. Für die nachfolgenden Jahrgänge bis 1980
zeichnet sich ein weiterer Anstieg auf knapp 1,6 Kinder ab",
verkündet nun der
Demographiebericht.
Dabei wird auf den Aufsatz
Mehr Kinderlose oder weniger Kinderreiche? von BUJARD &
SULAK im Septemberheft der Kölner Zeitschrift für Soziologie
und Sozialpsychologie verwiesen. Tatsächlich ist jedoch schon
viel länger bekannt, dass die endgültige Kinderzahl (CFR) höher
liegt als diejenige der Geburtenrate (TFR). Bislang wurde jedoch
von Olga PÖTZSCH immer bestritten, dass die Frauenjahrgänge in der
zweiten Hälfte der 1970er Jahre eine höhere Geburtenrate aufweisen
als diejenigen Frauenjahrgänge, die Anfang der 1970er Jahre
geboren wurden.
Warum jetzt also dieser Sinneswandel, obwohl doch keinerlei neue
Fakten zur Geburtensituation auf den Tisch gelegt wurden? Nachdem
nun alle sozialpolitischen Forderungen erfolgreich mit Hinweis auf
die schlimme demografische Lage abgeschmettert wurden, kann man
sich nun in tollen Prognosen sonnen, ohne dass noch mit
angemessenen Gesetzen reagiert werden müsste!
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DIW-WOCHENBERICHT:
Gender Pension Gap
GRABKA, Markus M. u.a.
(2017): Der Gender Pension Gap verstärkt die
Einkommensungleichheit von Männern und Frauen im Rentenalter,
in:
DIW-Wochenbericht Nr.5
v. 01.02.
WITTENBERG, Erich
(2017): "Rentenpunkte auf die Erziehungszeiten verringern den
Gender Pension Gap nur leicht".
Interview mit Christian
Westermeier,
in:
DIW-Wochenbericht Nr.5
v. 01.02.
WAGNER, Gert G.
(2017): Diskussionen um die Rente sind sinnvoll, denn sie erhöhen
ihre Verlässlichkeit.
Kommentar,
in:
DIW-Wochenbericht Nr.5
v. 01.02.
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Die
Bundesratsempfehlungen der Ausschüsse zum
Betriebsrentenstärkungsgesetz in den Medien
PAZZAZI, Pascal (2017): Am Herzstück der Reform.
Das Sozialpartnermodell in den
Bundesrats-Ausschüssen,
in:
lbav
v. 01.02.
Die Empfehlungen des Finanzausschusses (Mitglieder: Norbert Walter
BORJANS (SPD), Thomas SCHÄFER (CDU), Edith SITZMANN (Grüne) und
Markus SÖDER (CSU)), des Wirtschaftsausschusses (Ilse AIGNER
(CSU), Garrelt DUIN (SPD), Nicole HOFFMEISTER-KRAUT (CDU) und
Ramona Pop (Grüne)) und des Sozialausschusses für den Bundesrat
spiegeln den Erfolg der Lobbyorganisationen von Arbeitgebern und
GDV wieder. Man findet dort vor allem jene Forderungen, die uns
die Wirtschaftszeitungen im Vorfeld und während des
Gesetzgebungsprozesses zumeist mantrahaft predigten:
- Auch kleine und mittlere Betriebe, bei denen ein Betriebs- oder
Personalrat nicht besteht, sollen die reine Beitragszusagen
erteilen können,
- Absenkung des steuerlichen Rechnungszinses von sechs Prozent für
die Bewertung von Pensionsrückstellungen (Das betrifft die
Direktzusagen),
- Direktversicherungen sollen nach Wahl der Tarifparteien Voll-
oder Teilgarantien gewähren können (Aufweichung des
Garantieverbots)
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POELCHAU, Simon (2017): Der Allgemeinheit zum Wohle umverteilen.
Ulrich Schneider schreibt in seinem
neuen Buch "Kein Wohlstand für alle?", was gegen die Spaltung der
Gesellschaft getan werden kann,
in:
Neues Deutschland
v. 01.02.
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PFEIFFER, Hermannus (2017): Wachstum durch Zuwanderung?
Ökonomen streiten über die Folgen
der Migration für die deutsche Wirtschaft,
in:
Neues Deutschland
v. 01.02.
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NEIßE, Wilfried (2017): Gegner der Kreisreform sind siegessicher.
Effektivste Volksinitiative in
Brandenburgs Geschichte,
in:
Neues Deutschland
v. 01.02.
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DPA (2017): Offizielle Erwerbslosigkeit auf Rekordtief.
Arbeitsmarkt: 2,77 Millionen
arbeitslos - aber knapp eine weitere Million krank oder in
Fortbildungen,
in:
TAZ
v. 01.02.
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NESTLER, Franz
(2017): Deutsche wissen viel über ihr Geld - doch nicht genug.
Große Unterschiede zwischen Frau
und Mann, Jung und Alt und den einzelnen europäischen Staaten,
in: Frankfurter
Allgemeine
Zeitung
v. 01.02.
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DULGER, Rainer
(2017): Falsche Weichenstellungen.
Standpunkt,
in: Frankfurter
Allgemeine
Zeitung
v. 01.02.
Arbeitgeberlobbyist Rainer DULGER (Gesamtmetall) polemisiert gegen
die Vorstellungen des DGB-Vorsitzenden Reiner HOFFMANN zur
Rentenpolitik. Dabei schreckt er nicht zurück, mit überholten Zahlen
zur Bevölkerungsentwicklung zu argumentieren. Demnach hätten wir
heute eine Bevölkerungszahl von 80,8 Millionen, die bis 20160 auf
67,6 Millionen sinken würde.
Nach aktuellen
Zahlen lebten 2016 rund 82,8 Millionen Menschen in Deutschland.
DUGLER geht von einem Wanderungssaldo von 100.000 Personen und einer
Geburtenrate von 1,4 Kinder pro Frau aus, während der
aktuelle Demografiebericht der
Bundesregierung einen realistischen Anstieg der Geburtenrate auf
1,6 annimmt, während die Zuwanderung mit 300.000 Personen zu Buche
schlägt, weshalb die Bevölkerungszahl bis 2060 stabil bleibt.
Fazit: DULGER sollte zumindest
mit aktuellen Zahlen argumentieren, wenn er schon nicht mehr als
eine billige Polemik zu bieten hat!
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LOOMAN, Volker
(2017): Zusatzrente oder Galadiner?
in: Frankfurter
Allgemeine
Zeitung
v. 01.02.
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KROHN, Philipp
(2017): Nachhilfe in Sachen Lebensversicherung.
Eine Untersuchung zeigt, dass
Kunden für den Kauf einer Altersvorsorge immer mehr wissen müssen.
Produkte sind komplex und kaum vergleichbar,
in: Frankfurter
Allgemeine
Zeitung
v. 01.02.
Nachhilfe in Sachen Lebensversicherung leistet Philipp KROHN leider
nicht, sondern er spielt lieber den Durchlauferhitzer für die
Interessen der Versicherungswirtschaft. Dazu wird uns eine
Marktstudie der Assekurata zu Überschussbeteiligungen und Garantien
vorgestellt und zudem die Zinszusatzreserve aus Sicht der
Versicherer erklärt.
PHILIPP KROHN ist ein Gegner von
Zinsgarantien, aber gleichsam ein Befürworter der Kapitaldeckung.
Die Lebensversicherer haben in der letzten Zeit massiv gegen
Zinsgarantien und für die Überlegenheit von Angeboten ohne
Zinsgarantien geworben. Aber ihre neuen Angebote, die von der
Assekurata schon schönfärberisch als "neue Klassik" umschrieben
werden, wobei Indexpolicen eine separate Produktkategorie bilden,
und den klassischen Policen gegenübergestellt werden.
Die Studie ist
nicht-repräsentativ, weil zum einen nicht alle Versicherer Daten
geliefert haben und zum anderen die Versicherer auch nicht nach
definierten Kriterien typisiert wurden. Hinzu kommt, dass offenbar
Auskünfte über Kundenbestände auf internen wie externen
Run-off-Plattformen außen vor bleiben. Eine Diskussion über dadurch
entstehende Verzerrungen findet bei KROHN nicht statt. Stattdessen
schwafelt er über die "strategische Notlage" der Versicherer und
lenkt damit die Aufmerksamkeit auf die Profitinteressen der
Versicherungswirtschaft.
Die Versicherungswirtschaft will
die Zinszusatzreserve über eine Änderung des Mechanismus
Referenzzins zu ihren Gunsten ändern. Eine solche Änderung würde den
Versicherern helfen, aber nicht unbedingt den Kunden. Diese würden
davon nur profitieren, wenn die Überschussbeteiligung genau
festgelegt würde. Darum geht es den Versicherern aber nicht, sondern
nur um eine Erhöhung der Eigenmittel. Dies dient risikoreicheren
Investments, deren Risiken dann allein die Kunden tragen sollen.
KROHN dagegen will uns
weismachen, dass davon die Kunden profitieren würden, was er als den
Vorteil des im Kollektivsparens verklärt. Diesem neoliberalen
Wunschdenken ist sein Kommentar geschuldet.
KROHN, Philipp
(2017): Fragwürdiger Weg.
Kommentar,
in: Frankfurter
Allgemeine
Zeitung
v. 01.02.
"Lebensversicherungen sind ein
attraktives Anlagemodell. Ihr Mechanismus erlaubt es,
erwirtschaftete Gewinne in Reserven zu legen und in späteren
Zeiten auszuzahlen. Dadurch fallen einzelne Verlustjahre nicht so
schwer ins Gewicht. Indem Anleger im Kollektiv sparen, profitieren
sie von Kapitalerträgen, die aus der Vergangenheit herrühren",
erklärt uns Philipp KROHN das
neoliberale Wunschdenken, mit dem wir Kunden verdummt werden. Uns
soll weisgemacht werden, dass die Kapitaldeckung der
Umlagefinanzierung überlegen sei. Die Realität zeigt jedoch das
Gegenteil: Auch Versicherungen gleichen nicht über die Zeit, sondern
nur zwischen unterschiedlichen Produkt- und Personengruppen aus.
"Kundengenerationen" ist ein schönfärberisches Konstrukt, das die
Realität verdecken soll.
Die Schweizer und Briten sollen
es angeblich besser haben, weil sie keine Zinsgarantien bieten. Auch
das ist nur Ideologie, denn die Risiken werden dort voll auf die
Versicherten abgewälzt, was zur Folge hat, dass in Zeiten der
Kapitalmarktkrisen der Ruhestand in immer weitere Ferne rückt. Das
ist das wahre Ziel: Wir sollen länger arbeiten, um die Profite der Finanzdienstleister zu sichern bzw. noch zu erhöhen - auf unsere
Kosten!
FROMME, Herbert & Friederike
KRIEGER
(2017): Ohne Garantie.
Die Lebensversicherer geben immer
weniger Zinsgarantien für ihre Kunden. Stattdessen bieten sie Wetten
auf den Verlauf der Kapitalmärkte,
in: Süddeutsche
Zeitung
v. 01.02.
FROMME & KRIEGER verknüpfen die
Vorstellung der Marktstudie von Assekurata mit einer Polemik gegen
die Doppelmoral der Versicherungswirtschaft. Deren Verband GDV würde
sich zwar gegen ein Verbot von Garantiezinsen wehren, während die
Versicherungswirtschaft von ihnen nichts wissen will. Die
SZ-Journalisten sind wie KROHN Gegner von Garantiezinsen. Im
Gegensatz zu KROHN geben sie sich jedoch als Verbraucherschützer:
"»Das Garantieniveau geht nach
unten«, sagt Assekurata-Experte Lars Heermann. Damit sparen die
Versicherer Kapital und können die Kundengelder offensiver
anlegen. Aber die Kunden haben wenig davon. Denn die Versicherer
schreiben bei Verträgen mit abgesenkten oder nicht vorhandenen
Garantien für 2017 oft weniger Zinsen gut als bei klassischen
Policen."
Die Versicherer geben also die
Vorteile nicht weiter, sondern im Gegenteil: die Versicherten zahlen
in jedem Fall die Zeche. Bei Indexpolicen werden die Überschüsse gar
zu "Wetten auf einen Index" verwendet. Nicht einmal der
Beitragserhalt wird von allen Versicherern garantiert, d.h. im
schlimmsten Fall erhalten die Versicherten vielleicht nur 80 oder
gar 60 Prozent ihrer Beiträge ausgezahlt. Wie dumm muss man also als
Kunde sein, um solche Verträge abzuschließen?
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ATZLER, E. & H. HOPPMANN
(2017): Gut versorgt bei der Sparkasse.
Vergütung: Die NRW-Sparkassen legen
mehr als eine halbe Milliarde Euro für den Ruhestand ihrer Vorstände
beiseite. Wegen der chronischen Niedrigzinsen wird die Belastung immer
größer,
in:
Handelsblatt
v. 01.02.
Das Handelsblatt hat die
Pensionsrückstellungen der Vorstände von 103 Sparkassen in NRW
untersucht. NRW wohl deswegen, weil dort dieses Jahr Landtagswahlen
stattfinden. Dabei wird ein Konflikt um die Verteilung der
Ausschüttungen zwischen Kommunen und Vorständen inszeniert. Möglich
macht dies die Offenlegungspflicht, die es in anderen Bereichen der
Banken nicht - oder nicht in diesem Ausmaß - gibt.
Die Altersvorsorge wird uns dabei
in Anlehnung an die betriebliche Altersversorgungen als Direktzusage
beschrieben (oder auch als "leistungsorientierte Zusage", was auf
den Mythos der Leistungsgesellschaft verweist).
"In Einzelfällen liegen die
Pensionsansprüche sogar bei 75 Prozent des Grundgehalts - ein
Relikt aus der Zeit, als Sparkassenvorstände noch als Beamte
galten",
erklären uns ATZLER & HOPPMANN
zur privilegierten Altersversorgung von Sparkassenvorständen.
Bei den Betriebsrenten wird seit
Anfang des Jahrtausends den internen Versorgungswegen - wie der
Direktzusage - der Kampf angesagt. In diesem Zusammenhang muss auch
die Interessenspolitik der Unternehmensberatung Willis Towers Watson
betrachtet werden:
"»Nur noch fünf Dax-Konzerne
haben leistungsorientierte Zusagen für ihre künftigen Vorstände«,
sagt Thomas Jasper, der bei der Beratungsfirma Willis Towers
Watson den Bereich betriebliche Altersversorgung leitet."
Externe Versorgungswege wie
Pensionsfonds oder Pensionskassen sind lukrative Einfallstore für
international agierende Finanzdienstleister, weswegen sie gezielt
interne Wege aus Eigeninteresse bekämpfen. Diese sind vor allem noch
im deutschen Mittelstand verbreitet. Durch das geplante
Betriebsrentenstärkungsgesetz werden diese auch hierzulande immer
weiter verdrängt werden.
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FRASER, Nancy
(2017): Für
eine neue Linke oder: Das Ende des progressiven Neoliberalismus,
in:
Blätter für deutsche und
internationale Politik, Februar
Die Feministin
Nancy FRASER konstatiert einen "Kollaps der neoliberalen
Hegemonie" angesichts des Wahlausgangs in den USA. FRASER
unterscheidet einen allgemeinen und einen progressiven
Neoliberalismus. Nur letzterer sei am Ende. Diesen progressiven
Neoliberalismus beschreibt sie folgendermaßen:
"In seiner US-amerikanischen Form
ist der progressive Neoliberalismus eine Allianz zwischen einerseits
tonangebenden Strömungen der neuen sozialen Bewegungen (Feminismus,
Antirassismus, Mulitikulturalismus und den Verfechtern von
LGBTQ-Rechten) und andererseits kommerziellen, oft
dienstleistungsbasierten Sektoren von hohem Symbolgehalt
(Wallstreet, Silicon Valley und Hollywood). Hier stehen progressive
Kräfte faktisch im Bündnis mit den Kräften des kognitiven Kapitals,
insbesondere der Finanzialisierung. (...). Ideale wie Vielfalt und
Empowerment dienen jetzt der Verklärung politischer Entwicklungen,
die zur Zerstörung des produzierenden Sektors und der
Lebensverhältnisse der Mittelschicht geführt haben".
FRASER sieht diesen progressiven
Neoliberalismus im Zusammenhang mit dem 1992 begonnenen Siegeszug
des "Clintonismus", der zur Schwächung traditioneller Lebensformen
und zum Aufstieg der Doppelverdiener-Haushalte geführt hat. FRASER
kritisiert den Abschied von Gleichheitsideal, das vom Ideal der
Meritokratie verdrängt wurde:
"Fortschritt wurde zunehmend mit
meritokratischen Ansprüchen statt mit fortschreitender Gleichheit
identifiziert. Zum Maßstab der Emanzipation avanciert dadurch der
Aufstieg von »talentierten« Frauen, Minderheiten, Schwulen und
Lesben in der kommerziellen Winner-take-all-Hierarchie - und
nicht mehr deren Abschaffung. Diese linksliberal-individualistischen
Fortschrittsvorstellungen traten nach und nach an die Stelle der
weiterreichenden, antihierarchischen, egalitären, klassenbewussten
und antikapitalistischen Auffassungen von Emanzipation, die in den
1960er und 1970er Jahren floriert hatten. (...). Eine Partei, die
die kapitalistische Ökonomie liberalisieren wollte, fand ihren
Traumpartner in einem meritokratischen und unternehmefreundlichen
Feminismus, der sich auf das Durchbrechen »gläserner Decken«
konzentriert.
Somit verbindet der progressive Neoliberalismus verkürzte
Emanzipationsideale mit gefährlichen Formen der Finanzialisierung."
FRASER beklagt die
Vernachlässigung der Schnittstellen zwischen Arbeiterbewegung und
den neuen sozialen Bewegungen. Sie plädiert deswegen für eine
Neuausrichtung linker Politik:
"Statt mit dem Bündnis aus
Finanzialisierung und Emanzipation die sozialen Sicherungssysteme zu
bekämpfen, sollten wir eine neue Allianz der Verfechter von
Emanzipation und sozialer Sicherung gegen die Finanzialisierung
schmieden."
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HORN, Karen (2017):
Wut-Unternehmer.
Beim Siegeszug des Rechtspopulismus
schauen wir zu einseitig auf die "Abgehängten". Der Kampf des
Liberalismus muss auch gegen jene aggressiven Kräfte gehen, die aus
dem Frust ein Geschäft machen - und die die Nachfrage züchten,
in:
Capital, Februar
Karen HORN, Verfechterin eines gnadenlosen
Neoliberalismus macht Front gegen jene, die mehr soziale
Gerechtigkeit einfordern und wäscht den Neoliberalismus von aller
Schuld frei. Stattdessen setzt sie zum Generalangriff auf jene an,
die soziale Ungleichheit für ein Problem und nicht als Lösung sehen.
Der herrschende Finanzkapitalismus wird von HORN nicht nur
verteidigt, sondern er solle von der Politik auch noch zur obersten
Richtschnur für politisches Handeln gemacht werden. Neoliberalismus
wird mit Fortschritt gleichgesetzt und damit allein die "Mentalität"
der Menschen zum Problem stilisiert.
Zugrunde liegt dem eine
ökonomistisch-psychologistische Ideologie, die psychologisch dem
behavioristischen Menschenbild (Reiz-Reaktion-Schema) entspricht.
Der Mensch ist kein denkendes Wesen, sondern lediglich eine Funktion
ökonomischer Anreize, durch die er wie ein Roboter gesteuert werden
kann, wohin ihn der Neoliberalismus haben möchte.
"Heikel wird die Angelegenheit
erst, wenn sich die Menschen nicht neu zu erfinden vermögen. Dafür
aber gibt es in der Regel institutionelle, in letzter Instanz also
politische Ursachen."
Der Sozialstaat wird damit zum
Feindbild Nr.1 erklärt,
denn er bremst den neoliberalen Wandel. In dieser neoliberalen
Ideologie, in der Wandel mit Fortschritt und Sozialstaat mit
Hemmschuh gleichgesetzt wird, soll die Frage ausgeblendet werden,
wer davon profitiert und wer nicht. Die positiven Ergebnisse werden
dann einfach dem Neoliberalismus zugeschrieben, die Probleme dagegen
dem Sozialstaat bzw. der ihn stützenden Politik. Damit wird
verleugnet, dass der Neoliberalismus selber ein Problemerzeuger ist.
"Unter den Härten des
Strukturwandels haben sich die Menschen früher linken Parteien
zugewandt. Heute sind diese bei ihrer Klientel in Ungnade
gefallen: überall nimmt man ihnen »neoliberale«
Reformen übel. Die
Sozialdemokratie ist ein Schatten ihrer selbst. (...). (Das)
postfaktische linke Narrativ erweist sich als zählebig. Nur nährt
es heute vor allem den rechten Rand."
Mit dieser Sicht stilisiert HORN
den Neoliberalismus zum letzten Bollwerk gegen die linken und
rechten Feinde. Bei der Beschreibung des Erfolgs der Neurechten
zeigt sich vor allem das Menschenbild des Neoliberalismus. So
spricht HORN von einer "Praxis, den Menschen durch Wiederholung
einen Affekt anzutrainieren". Das ist im übrigen genau die Praxis,
die auch der Neoliberalismus seit Jahrzehnten nutzt, nur dass sich
das neoliberale Mantra erschöpft hat und nun die neurechten
Bauernfänger die von Neoliberalen begonnene Demografisierung
gesellschaftlicher Probleme nahtlos übernehmen können, denn zwischen
Neoliberalen und Neurechten gibt es einen großen gemeinsamen Nenner:
Die Demografie als Ideologie. Das wird bei HORN natürlich tunlichst
ausgeblendet.
HORN versteht eine "liberale
Sozialarbeit" nicht etwa als Hilfe für die "Abgehängten", sondern
als eine Art religiöses Wanderpredigertum. Die "Abgehängten" sind
für HORN lediglich Verführte, die auf den rechten Pfad der
neoliberalen Tugend zurückgebracht werden sollen.
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CAPITAL (2017):
Elite-Panel.
Allensbach befragte für Capital und
die "FAZ" zum Jahresende 2016 51 Top-Entscheider aus Wirtschaft,
Politik und Verwaltung, darunter: 68 Vorstände und Geschäftsführer von
Unternehmen mit übe 20.000 Beschäftigten, 24 Minister und
Ministerpräsidenten, 24 Leiter von Bundesbehörden. Es ist die am
prominentesten besetzt Umfrage Europas,
in:
Capital, Februar
Auf die Frage, ob es in
Deutschland eine Gefahr der sozialen Spaltung gibt, antworten 41
Prozent der Wirtschaftselite, aber nur 20 Prozent der politischen
Elite mit ja. Die Angst vor einer Abwendung von den etablierten
Parteien ist dagegen in der Wirtschaft doppelt so groß wie in der
Politik.
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BAULIG,
Christian
(2017): Leipzig-Altlindau.
Die Lage der Nation: Jeden Monat
stellt Capital ein spannendes Viertel einer deutschen Stadt oder
Gemeinde vor,
in:
Capital, Februar
Unter der Herrschaft des
Finanzkapitalismus wird Wohnen zum Spielball von Investoren, die
sich hohe Renditen erhoffen. Die Zeitschrift Capital sieht
sich als Helfershelfer, indem sie Lagen mit renditenträchtigen
Immobilienobjekten vorstellt.
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LANGENBERG, Britta
(2017): Wohin mit 60.000.000.000 Euro?
Am Jahresende wurden die ersten
Lebensversicherungen aus dem furiosen Schlussverkauf 2004 fällit. Die
Deutschen kassierten 2016 mehr Geld denn je - und wissen jetzt nicht,
was sie damit machen sollen. Zehn Ideen,
in:
Capital, Februar
Britta LANGENBERG präsentiert uns
5 Anlagetipps für jene, die sich das leisten können:
1) Freiwillige Einzahlungen in die Rentenversicherung, um die
monatliche Rente zu erhöhen. Denn Totgesagte leben bekanntlich
länger und die Rendite übertrifft jene der Kapitalmärkte. Das genaue
Gegenteil dessen ist also eingetroffen als das, was uns die
Verfechter der kapitalgedeckten Altersvorsorge prophezeit haben!
2) Die eigene Immobilie
3) Professioneller Finanzplan
4) Einmalzahlung in deine private Pflegerente
5) Indexfonds
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ROHDE, Sven (2017): Männerfreundschaft.
Frauen können Freundschaft besser.
Diese Meinung hält sich hartnäckig. Zu Unrecht. Denn freundschaftliche
Beziehungen zwischen Männern sind nicht defizitär - sie funktionieren
nur anders,
in:
Psychologie Heute, Februar
ROHDE, Sven (2017): "Ein Freund ersetzt durchaus
mal den Therapeuten".
Der Psychotherapeut Björn Süfke ist
überzeugt: Männerfreundschaften können die Beziehungen zwischen
Männern und Frauen entlasten,
in:
Psychologie Heute, Februar
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NEON (2017): Ehrliche Kontaktanzeigen,
in: Neon,
Februar
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FRASER, Nancy
(2017): Für
eine neue Linker oder: Das Ende des progressiven Neoliberalismus,
in:
Blätter für deutsche und
internationale Politik, Februar
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 25. -
31.
Januar 2017
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Bitte beachten Sie:
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