[ News-Hauptseite ] [ Homepage ]

   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 18.-30. April 2014
News 08.-17. April 2014
News 01.-07. April 2014
News 16.- 31. März 2014
News 04.- 15. März 2014
News 01.- 03. März 2014
News 18.-28. Februar 2014
News 10.-17. Februar 2014
News 01.-09. Februar 2014
News 25.-31. Januar 2014
News 22.-24. Januar 2014
News 12.-21. Januar 2014
News 07.-11. Januar 2014
News 01.-06. Januar 2014
News 22.-31.Dezember 2013
News 13.-21.Dezember 2013
News 05.-12.Dezember 2013
News 01.-04.Dezember 2013
News 21.-30.November 2013
News 17.-20.November 2013
News 10.-16.November 2013
News 01.-09.November 2013
News 12.-31. Oktober 2013
News 01.-11. Oktober 2013

News 11.-30. September 2013
News 01.-10. September 2013
News 21.-31. August 2013
News 12.-20. August 2013
News 01.-11. August 2013
News 01.-31. Juli 2013
News 06.-30. Juni 2013
News 01.-05. Juni 2013
News 11.-31. Mai 2013
News 01.-10. Mai 2013
News 19.-30. April 2013
News 10.-18. April 2013
News 01.-09. April 2013
News 16.- 31. März 2013
News 10.- 15. März 2013
News 01.- 09. März 2013

News 2011
News 2010
News 2009
News 2008
News 2007
News 2006
News 2005
News 2004
News 2003
News 2002
News 2001
News 2000

 
 
   
Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 01. - 07. Mai 2014

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Der Freundeskreis ist die bessere Familie

"Gute Freunde übernehmen mehr und mehr Aufgaben, die lange Familienmitgliedern vorbehalten waren. »Das Bild der fürsorglichen Freundschaft taucht als Hoffnungsträger auf«, schreibt der Hamburger Sozialwissenschaftler Janosch Schobin in seinem aktuellen Buch, »Freundschaft als Fürsorge«. Als Grund nennt er den demografischen Wandel, niedrige Geburtenraten und die Auflösung traditioneller Lebensformen. Wenn Ehen geschieden werden und man den Arbeitsplatz alle paar Jahre wechselt, werden Freundschaften zur Konstante."
(aus: Susanne Lang "Wahlverwandtschaften", taz v. 10.05.2014)

 
 
       
   

KLINGHOLZ, Reiner (2014): Anleitung zum Wenigersein.
Ob man, wie in der Schweiz, den Zuzug begrenzen will oder darauf hofft, dass Einwanderung die demographischen Probleme löst - die europäischen Länder sollten damit rechnen, dass ihre Bevölkerung schrumpft. Das wird schwer genug,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.05.

Reiner KLINGHOLZ steht vor dem Problem, dass entgegen aller Prognosen, Deutschland wächst, statt zu schrumpfen. Wie verkauft man also Fehlprognosen?

Zum Beispiel indem man eine Entwicklung vorgaukelt, die das Ergebnis von statistischen Artefakten, aber nicht von historischen Entwicklungen ist. Zum einen werden Zensuskorrekturen ignoriert, zum anderen werden einmal Daten für Gesamtdeutschland genannt, während dann wiederum nur Daten von Westdeutschland genannt werden. BRD und DDR werden in ihrer unterschiedlichen Entwicklung nicht getrennt betrachtet, sondern es wird so getan, als ob es nie eine Mauer bzw. Wiedervereinigung gab.

Passt KLINGHOLZ die Entwicklung nicht, also das derzeitige Wachstum, dann wird es zum Sondereffekt (d.h. zur Ausnahme) erklärt. Merkwürdigerweise wird das mit dem Babyboom nicht getan, denn wenn der jetzige demografische Wandel nur das Ergebnis eines Ausnahmezustandes wäre, dann müsste man ja einen Normalzustand definieren. Viel wird über den Geburtenrückgang geschrieben, während die Veränderung der Lebenserwartung ausgeblendet wird. Bei der Geburtenentwicklung wird davon ausgegangen, dass diese sich so weiterentwickelt wie die vergangenen 40 Jahre, obwohl die Vergangenheit zeigt, dass es keine Linearität gibt, sondern es immer wieder zu Brüchen kommt, die lediglich rückblickend als einleuchtend erklärt werden. Nichtsdestotrotz werden demografische Entwicklungen ständig als Naturgesetzmäßigkeiten verkauft. KLINGHOLZ schreibt über die Jahre 2050 und 2060, als ob das Tatsachen wären, obwohl es nichts als Fiktion ist.

Dabei muss man nur ins Jahr 2008 zurückblicken. Damals erklärte KLINGHOLZ Island zur zukunftsfähigsten Region Europas, die dann wenige Monate später bankrott war. Besonders gelobt wurde neben der Bevölkerungsentwicklung die isländischen Investitionen in Banken. (2008, S.175)

 
   

DIW-Wochenbericht-Thema: Rente mit 63 - Lehren aus der Vergangenheit

RASNER, Anika & Stefan ETGETON (2014): Rentenübergangspfade.
Reformen haben großen Einfluss,
in:
DIW-Wochenbericht Nr.19 v. 07.05.

WITTENBERG, Erich (2014): "Die Rente mit 63 ist ein problematisches Signal.
Sechs Fragen an Anika Rasner,
in:
DIW-Wochenbericht Nr.19 v. 07.05.

WAGNER, Gert G. (2014): Die Rente mit 67 nicht aus den Augen verlieren,
in: DIW-Wochenbericht Nr.19 v. 07.05.

 
   

HEINSOHN, Gunnar (2014): Her mit den Besten!
Nicht der Euro ist Europas Schicksal, sondern die richtige Zuwanderung. Wir müssen offener werden für Talente und restriktiver gegen chancenlose Flüchtlinge,
in:
Welt v. 07.05.

 
   

SIMON, Anne-Catherine (2014): "Manche würden sagen, ich bin keine Frau".
Ist "männlich" und "weiblich" nur ein kulturelles Konstrukt? Die Ikone der Gender-Studies Judith Butler über ihr „gesundes“ Verhältnis zu Freud, unmenschliche Kategorien – und warum wir trotzdem Normen brauchen,
in:
Die Presse v. 07.05.

 
   

WIEGEL, Michaela (2014): Auf die Familie lässt der Franzose nichts kommen.
Allein unter Frauen: Für mehr als die Hälfte der französischen Männer ist die Familie mit drei oder vier Kindern ein Ideal. Das mag auch daran liegen, dass Elternschaft für den Franzosen keine sakrale Aufgabe ist. Permanente Nähe, Alltag ohne Einschränkung und wenig Schlaf – darüber kann er nur lachen,
in:
faz.net v. 06.05.

 
   
taz-Tagesthema: Teilzeit-Vater, Vollzeit-Zahler.
Familie: Immer mehr Männer kümmern sich nach einer Trennung um ihre Kinder. Unterhalt müssen sie dennoch in voller Höhe zahlen, selbst wenn sie fast 50 Prozent der Betreuung übernehmen

OESTREICH, Heide (2014): Erzeuger und Geldmaschine.
Familie: Wer seine Kinder nach einer Trennung weniger als zur Hälfte betreut, muss den gesamten Unterhalt zahlen. Oft ist das der Vater,
in:
TAZ v. 05.05.

OESTREICH, Heide (2014): Die Hälfte des Kuchens für die Väter.
Kommentar zum Unterhaltsrecht,
in:
TAZ v. 05.05.

 
   

AMANN, Susanne/BÖLL, Sven/DETTMER, Markus/HESSE, Martin/TIETZ, Janko (2014): Bitte unten bleiben!
Verteilung: Die Thesen des französischen Kapitalismuskritikers Thomas Piketty lösen auch in Deutschland eine neue Gerechtigkeitsdebatte aus: Die Kluft zwischen Arm und Reich vertieft sich, um die Aufstiegschancen ist es schlecht bestellt,
in:
Spiegel Nr.19 v. 05.05.

Nicht wirklich geht es in der Spiegel-Titelgeschichte um die Kluft zwischen Arm und Reich, sondern um Klientelpolitik für die Mittelschicht. Am Anfang steht eine  Geschichte à la "Vom Tellerwäscher zum Millionär made in Germany", die mit anderem Klientel auch in der Bild-Zeitung erschienen sein könnte: Ein Kreativer schafft mit Glück den Bildungsaufstieg, wird erfolgreicher Unternehmer - und wird dadurch nicht reich, sondern wird vom bösen Sozialstaat geschröpft:

"»Von der gesetzlichen Rente werde ich eh nichts sehen«, sagt Fischer. Und an den Erfolg einer privaten Vorsorge glaubt er auch nicht.
Dazu kommt: Fischer wird keinen einzigen Euro erben. Im Gegenteil, seine Mutter bekommt nur eine mickrige Rente. Wird sie pflegebedürftig, wird er für sie wohl Unterhalt zahlen müssen."

Aus dieser Biografie-Konstruktion (ein exemplarischer Fall lässt sich unter 81 Millionen Bürgern immer finden!) lassen sich dann die Heilmittel ableiten, die die Autoren parat haben: Erbschaftssteuer erhöhen, Konsumsteuern senken um private Vorsorge zu erleichtern.

"Gerecht ist eine Gesellschaft nicht, wenn alle das Gleiche verdienen oder besitzen. Gerecht ist eine Gesellschaft, wenn sie ihren Bürgern bei gleichen Voraussetzungen, unabhängig von der Herkunft die gleichen Chancen einräumt",

belehren uns die Spiegel-Autoren. Schließlich hat der Spiegel jahrzehntelang die Gleichheit bekämpft, d.h. den Anstieg der sozialen Ungleichheit mitbefeuert. Chancengleichheit ist seit der Agenda 2010 das Credo des Ideals von der Leistungsgesellschaft. Während Konservative von einer Meritokratie wenig, von Herkunft dagegen viel halten, gehen Kritiker davon aus, dass in unserer Gesellschaft nicht Leistung, sondern nur Erfolg zählt.

Die untere Mittelschicht repräsentiert eine Zwei-Kind-Familie: ein Polizeioberkommissar, dessen Frau als PR-Beraterin tätig ist. Und last but not least: die ostdeutsche Rentnerin. Die Autoren betätigen sich als Lobbyisten der Finanzdienstleistungsbranche, wenn sie Steuern senken wollen, damit "ausreichend Geld zur Verfügung (steht), um privat fürs Alter vorzusorgen." Seit Jahren drängt die Finanzlobby darauf, die Riester-Rente verpflichtend zu machen. Geringverdienende/Hartz-IV-Empfänger sind lukrativ, denn sie sind "hervorragende Risiken", weil sie in der Regel früher sterben im Vergleich zu den Besserverdienenden. Im Spiegel liest sich das dagegen ganz anders:

"Die Rente ist nicht verpflichtend, sodass gerade Geringverdiener oft keinen Vertrag abschließen oder wieder aussteigen, wenn sie finanziell unter Druck kommen. Dann verlieren sie die staatliche Förderung, die »Durchhalter« profitieren, weil ihre Rendite auch aus den Provisionen der »Abbrecher« gezahlt wird. »Die Riester-Rente ist so konzipiert, dass sie zu einer sozialen Diskriminierung führt«, kritisiert Udo Reifner, Direktor des Hamburger Instituts für Finanzdienstleistungen."

Die Finanzdienstleistungsbranche als Anwalt der Geringverdiener, das ist kostenloses Marketing erster Klasse.            

 
   

Felicitas von Lovenberg - Und plötzlich war ich zu sechst

LOVENBERG, Felicitas von (2014): Wie ich eine glückliche Stiefmutter wurde.
Patchwork ist Arbeit. Wer sich für eine neue Familie entscheidet, braucht eine Weile, bis er sich verwachsen fühlt. Bei Felicitas von Lovenberg dauerte es achtzig gemeinsame Wochenenden voller Gutenachtgeschichten, Lieblingsgerichte und Einsätze am Badewannenrand,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 04.05.

 
   

KAUBE, Jürgen (2014): Die schlechte Leistungsgesellschaft.
Der Sonntagsökonom: In einem Land, in dem das Leistungsprinzip verwirklicht ist, wollten wir nicht leben,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 04.05.

Jürgen KAUBE setzt das Leistungsprinzip mit eugenischer Zuchtwahl  gleich, um das Herkunftsprinzip zu verteidigen. In dem Artikel Wohin mit den Flaschen? erklärt uns KAUBE dann passenderweise:

"Man hat an der Spitze von Organisationen lieber eine willige Flasche ohne alternative Aussichten als einen Leistungsträger, von dessen Leistungsbereitschaft alle abhängig werden."

 
   

KOLONKO, Petra (2014): In China schuften die Männer, um heiratsfähig zu werden.
Für junge chinesische Männer ist es schwierig, einen Partner fürs Leben zu finden. In China herrscht ein Mangel an Frauen und diese stellen hohe Anforderungen: Nur wer eine Eigentumswohnung, ein Auto und einen guten Job hat, kann punkten,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 04.05.

 
   

WILHELM, Hannah (2014): Bei aller Liebe.
SZ-Serie Geld? In jeder Beziehung: Männer und Frauen zoffen sich vor allem beim Thema Geld. Doch wenn sie darüber streiten, geht es oft um ganz andere Verletzungen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 03.05.

 
   

Sven Reichardt - Authentizität und Gemeinschaft

BISKY, Jens (2014): Irgendwas mit besserem Leben.
Verhaltensmuster der Wärme, jenseits der Veteranenperspektive: Dem Historiker Sven Reichardt glückt eine nüchterne, perspektivenreiche Kulturgeschichte des linksalternativen Milieus,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 03.05.

 
   

ASTHEIMER, Sven (2014): Seit der Wende arbeitslos.
Noch nie waren die Chancen am deutschen Arbeitsmarkt so gut wie heute. Trotzdem gibt es einen harten Kern von unvermittelbaren Langzeitarbeitslosen. Was soll der Staat mit diesen Menschen anfangen? Ein Ortsbesuch,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 03.05.

 
   

LESSENICH, Stephan (2014): Einfach nicht totzukriegen.
Das Alter in der "alternden Gesellschaft",
in: Merkur, Nr.780, Mai

Der Soziologe Stephan LESSENICH hat sich in den letzten Jahren mit dem Wandel des Altersbild in unserer Gesellschaft beschäftigt. LESSENICH sieht das Jahr 2006 als Wendepunkt in der Debatte um den demografischen Wandel:

"Potenziale des Alters in Wirtschaft und Gesellschaft, so lautete der Titel des Fünften Altenberichts der Bundesregierung, der (...) im Jahr 2006 veröffentlicht, den Ton der jüngeren deutschen Demografiepolitik vorgeben sollte. Der Bericht markiert den Umschlag von einer Phase des reinen demografischen Alarmismus hin zu der (...) Entdeckung der (...) gesellschaftlichen »Chancen«."

Dem gefürchteten Altersstrukturwandel (Stichworte: Erhöhung des Altenquotienten, Gerontokratie bzw. Rentnerdemokratie) wurde damit der segensreiche Strukturwandel des Alters (junge Alte) entgegengesetzt.

LESSENICH beschreibt wie in den 1980er Jahren das Verständnis des Alters als Ruhestand (Stichworte: Rente, Kur, Sofa und Fernseher) abgelöst wurde vom eigensüchtigen Unruhestand (Stichworte: Radfahren, Hometrainer, Fernreise, Seniorenstudium), der wiederum ab Ende der 1990er Jahre vom produktiven Alter abgelöst wurde (Stichworte: Ehrenamt, Seniorentrainer, Verlängerung der Lebensarbeitszeit).

Wie wurde dieser Wandel des öffentlichen Altersbildes in Gang gesetzt? Durch die Demografisierung gesellschaftlicher Probleme:

"Die beliebte Praxis ultralangfristiger statistischer Projektionen, ein offenkundiges Symptom der gesellschaftlichen Suche nach demografischer Zukunftsgewissheit, produziert zugleich das genaue Gegenteil, nämlich eine tiefe Verunsicherung darüber, wie sich eine Gesellschaft mit »immer mehr« Älteren (eine Dystopie, die im Übrigen bevölkerungsstatistisch überhaupt nicht gedeckt ist) auf dynamische Weise reproduzieren können soll. (...). Die prognostizierte »gesellschaftliche Alterung« muss im widersprüchlichen Integrationsmodus der Verjüngung des Alters eingeholt und aufgehoben werden."

Kurz gefasst: Der junge Alte ist das Wunschbild einer Gesellschaft, geboren aus den Horrorszenarien mittels demografischer Kaffeesatzleserei. Der junge Alte ist gemäß LESSENICH das Lebensführungsideal der oberen Mittelschicht, die auch die dafür notwendigen Ressourcen besitzt.

In den "alten Alten" sieht LESSENICH die Dämonen des Wunschbildes einer alterslosen Gesellschaft:

"Die im Doppelsinne alten - höchstaltrig-gestrigen - Alten sind die classes dangereuses der »alternden Gesellschaft«, denn sie gefährden deren gedachte und gewollte Ordnung als altersintegrierte Gesellschaft, sie stören und zerstören die imagined Community einer altersübergreifenden gesellschaftlichen Produktivitätsgemeinschaft."

"Age imperalism" nennt LESSENICH dieses Phänomen, wonach das mittlere Erwachsenalter der oberen Mittelschicht den Standard der alterslosen Gesellschaft bestimmt. Am Ende einer solchen Entwicklung steht für LESSENICH der individuelle Freitod als gesetzliche Möglichkeit aktiver Sterbehilfe durch Ärzte:

"In einer Welt der Demografisierung sozialer Fragen, einer das Alter negierenden Altersordnungspolitik, der Herrschaft von Aktivierungsidee und Produktivitätsnormativ erscheint diese Sorge keineswegs weltfremd. (...).
»Sorge dich - stirb!«, so könnte dereinst der Selbst- und Fremdsorgeappell an das Alter in der »alternden Gesellschaft« lauten."

 
   

SCHUMACHER, Eckhard (2014): Pop-Musik-Theorie.
Popkolumne: Institutionalisierung und Sezession,
in: Merkur, Nr.780, Mai

 
   
NEON-Titelgeschichte: Ich liebe dich!
Wie Facebook, Whatsapp und E-Mails unsere Beziehungen revolutionieren

MOORSTEDT, Tobias (2014): Liken und lieben.
Heute ist jede Beziehung eine Onlinebeziehung. Egal, ob man sich an der Bar oder im Internet kennengelernt hat. Und das ist toll. Denn die digitalen Medien machen uns zu sensibleren, besseren Partnern,
in: Neon, Mai

 
   

HANSKE, Paul Philipp & Jakob SCHRENK (2014): "Lynchjustiz ist vollendete Partizipation".
Die Europawahlen interessieren niemanden. Die SPD hat bald keine Mitglieder mehr. Der Soziologe Armin Nassehi findet: Unsere Demokratie funktioniert bestens,
in: Neon, Mai

 
   

BUCHHOLZ, Jenny (2014): "Ich habe SMS-Tourette".
Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und erklären, warum es sich trotzdem lohnt, sie kennenzulernen,
in: Neon, Mai

 
   
PSYCHOLOGIE HEUTE-Titelgeschichte:
Unsere Kindheit.
Wie sie die seelische und körperliche Gesundheit beeinflusst

USTORF, Anne-Ev (2014): Bindung.
Die sicherer Basis fürs Leben. Gespräch mit dem Kinder- und Jugendpsychiater Karl Heinz Brisch,
in: Psychologie Heute, Mai

Bindungsforschung ist im populärwissenschaftlichen Journalismus eine Art religiöser Glaube geworden, der besagt, dass die ersten drei Lebensjahre den Rest des Lebens bestimmen - falls man sie "untherapiert" lässt. Daraus werden dann z.B. Standards für die frühkindliche Fremdbetreuung abgeleitet:

"Richtig sinnvoll sind gute Krippen in Brennpunktstadtteilen, wo viele Eltern sehr belastet sind. Dort allerdings müssten Krippen die beste Qualität der Welt haben. Also konstante, gut ausgebildete Erzieher im Schlüssel von 1:2",

meint der Kinder- und Jugendpsychiater Karl-Heinz BRISCH. Kompensatorische Bildung hieß das früher und war auch damals lediglich ein Ideal, das nicht den Arbeiterkindern, sondern  weiblichen Mittelschichtkindern zu Gute kam. Heute sieht die Realität genauso aus. Fremdbetreuung wird in erster Linie von Akademikerinnen genutzt. Sie gilt als Möglichkeit, Karriere und Familie zu vereinbaren. Die besten Krippen gibt es deshalb nicht in sozialen Brennpunkten, sondern in Wohnvierteln der Akademiker/innen, weil sich dort die Eltern gegen Missstände wehren (können).

Vier kindliche Bindungsmuster werden von USTORP unterschieden: Das Ideal ist die sichere Bindung. Die unsichere Bindung wird in vermeidend und ambivalent unterteilt. Die pathologische Form ist die desorganisierte Bindung bzw. Bindungsstörung (hier geht es dann aber um Traumata und Missbrauchsfälle, die eine ganz andere Qualität haben und deshalb anders zu betrachten sind). Zirka ein Drittel der Bevölkerung sollen nach den Zahlenangaben vom Ideal der sicheren Bindung abweichen. Solche Abweichungen vom Ideal der sicheren Bindung sollen gemäß dem Artikel von WILHELM mit Beschwerden eingehen, für die die Schulmedizin (eigentlich die Wissenschaft) keine Ursachen findet. Insofern handelt es sich hier in erster Linie um eine Glaubenssache.

Misshandlungen/Traumata auf der einen und unsichere Bindungstypen einfach nebeneinander zu stellen ist das Problematische an dieser Titelgeschichte.   

WILHELM, Klaus (2014): Die frühe Kindheit und der späte Schmerz.
Was haben Herz- und Kreislaufleiden, Krebs, Rheuma, Morbus Crohn, Asthma oder Fibromyalgie mit der frühen Kindheit zu tun? Sehr viel! Belastende Erfahrungen in den ersten Lebensjahren können im Erwachsenenalter zu chronischen Erkrankungen und „unerklärlichen“ Beschwerden führen. Bislang aber ignoriert die Schulmedizin diesen Zusammenhang,
in: Psychologie Heute, Mai

 
   

WEBER-HERFORT, Christine (2014): "Wir sind nicht mehr zu retten".
Zwei Bücher widmen sich der Zukunft der Erde und der Frage, ob wir einfach zu viele sind,
in: Psychologie Heute, Mai

Apokalyptiker haben Hochkonjunktur, während für Deutschland die Unterbevölkerung mit hoch qualifizierten Akademikereltern beklagt wird, wird für den Rest der Welt die Überbevölkerung beklagt. WEBER-HERFORT stellt die beiden Bücher Zehn Milliarden von Stephen EMMOTT und Countdown von Alan WEISMAN vor. Ersteres wird kritisiert, weil darin die Kernenergie als Rettung propagiert wird, dem Letzteren begegnet WEBER-HERFORT mit Sympathie:

"Am Beispiel Israels mit derzeit zwölf Millionen Einwohnern werden die Ursachen und Folgen eines politisch-religiös motivierten Bevölkerungswachstums dargestellt. Denn sowohl für die Palästinenser als auch die jüdisch-ultraordoxen Charidim sei Kindersegen eine Möglichkeit der Selbstbehauptung. Bei gleichbleibender Bevölkerungsentwicklung würde es Mitte dieses Jahrhunderts 21 Millionen Israelis geben. Aber schon jetzt zeichnen sich nach Ansicht Weismans Katastrophen ab",

berichtet WEBER-HERFORT über Bevölkerungspolitik als Selbstbehauptung. Die Rezensentin fragt kritisch, ob wirklich die demografische Entwicklung die Ursache der Weltprobleme sind oder nicht die Reichtums- und Machtverteilung in der Welt. Weil der Begriff "Geburtenkontrolle" in Verruf geraten ist, wird heutzutage lieber von "Familienplanung" gesprochen, wenn es um Bevölkerungspolitik in Sachen Überbevölkerung geht.   

 
   

JAEGGI, Eva (2014): Böse Moderne!
Wolfgang Martynkewicz gibt Einblicke in die Innenwelt einer von Erschöpfung geprägten Moderne,
in: Psychologie Heute, Mai

 
       
 

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom 18. - 30. April 2014
 

   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

Bitte beachten Sie:
single-dasein.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
 
  [Suche] [ Homepage ]
 
   
© 2000-2014
Bernd Kittlaus
[email protected] Stand: 25. Mai 2014