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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 03. - 05. Juni 2014

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Über den Zusammenhang zwischen dem demografischen Wandel und der Entwicklung von Kommunen gibt es aufgrund der katastrophalen Datenlage in Deutschland keine gesicherten Erkenntnisse

"Wie groß die Steuereinnahmen einer Kommune sind, scheint kaum von kurzfristigen Bevölkerungsentwicklungen und noch weniger von der Altersstruktur der Kommunen abzuhängen. Dass Kommunen mit einer älteren Bevölkerung grundsätzlich geringere Steuereinnahmen haben, lässt sich entgegen der Alterungsthese nicht eindeutig nachweisen. (...).
Für die Berücksichtigung langfristiger demographischer Entwicklungen müsste aber erst eine Datengrundlage geschaffen werden. Es besteht nach wie vor eher ein Mangel an validen Daten für interkommunale Vergleiche, deshalb befürwortet ein aktuelles Fachgutachten (Gerlach/Hehl/Juncke 2010: 86, 196f.) die Schaffung einer Datenbank, die Konzepte kommunaler Familienpolitik und ihre Evaluationen zusammenführt (vgl. Kreyenfeld 2004). Außerdem wird ein bundesweit einheitliches Monitoring mit klaren Indikatoren nach dem Beispiel des kommunalen Audits in Nordrhein-Westfalen gefordert (Gerlach/Hehl/Juncke 2010: 102)."
(Christian Rademacher in "Deutsche Kommunen im Demographischen Wandel", 2013, S.235)

 
 
       
   

KÄMPFE, Milo (2014): Endlich: Eine Zeitschrift für Singles!
Editorial,
in:
Trendy Single Nr.1

Wieder einmal will sich ein Single-Magazin am Zeitschriftenmarkt positionieren, aber es strahlt eher den Charme eines Warenkatalogs bzw. Werbeprospekts aus, den man auch noch für 3,50 Euro kaufen soll. Lediglich 35 von 82 Seiten, lassen sich, wenn man gutwillig ist, überhaupt als Content einstufen, der sich an Männer und Frauen zugleich richten soll (die Aufmachung entspricht aber eher einer Frauenzeitschrift).

"Viele haben uns für verrückt erklärt, sogenannte Experten sind überzeugt, dass ein Magazin für WoMen niemals funktionieren wird. Liebe Leserin und Leser, Single Frau und Single Mann, lasst uns gemeinsam die Zweifler überzeugen!

fleht uns Milo KÄMPFE an, der zugleich die Chefredaktion ist! Aber was ist das für ein Content? 17 der 35 Seiten stammen allein aus der PR-Abteilung der Online-Partnervermittlung ElitePartner. Die Überschriften sagen schon alles: Frauen stehen auf große Männer, Frauen schauen zuerst auf Hände, Männer auf die Figur, Fremdgehen beginnt beim Kuss, Das schwere Los der erfolgreichen Frauen, "Bin ich zu dick?" Die nervigsten Frauensätze, Digitale Eifersucht - Wie soziale Netzwerke Misstrauen fördern, Wie Männer & Frauen flirten, Jeder Dritte ist mit Ex-Partner befreundet, Mingles halb Beziehung halb Single. Tippt man die Schlagzeilen in Google ein, kann man fast die gesamte PR kostenlos lesen. Daneben gibt es noch ein Interview mit der Pressesprecherin, eine Buchbesprechung sowie ein Interview mit Christian THIEL. Alles von einer Firma!

Der Single des Monats auf dem Cover ist ein Musiker einer Provinz-Band, die Google so gut wie unbekannt ist, und der nicht einmal Single ist:

TS: Was sagt deine Freundin dazu?
DM: Die ist natürlich eifersüchtig"

Wer ein Single-Magazin mit Niveau sucht, der muss weiter warten - oder selber eines machen. Also am besten Finger weg von dieser Zeitschrift. Selbst auf einer Bank wäre das Geld besser angelegt...

 
   

HENK, Malte (2014): Jugend ohne Sex.
Dossier: Eine Meldung in der Zeitung: Den jungen Japanern fehlt das Interesse an der Liebe. Kann das sein? Porträt einer verunsicherten Landes, in dem die Alten herrschen und die Gefühle erstarren. Ist Japans Gegenwart unsere Zukunft?
in:
Die ZEIT Nr.24 v. 05.06.

Bei Malte HENK erfahren wir wenig über Japan, aber viel über die deutsche Seele im Zeitalter der Demografiepolitik. Persönlicher Ausgangspunkt seiner Recherche war nach eigenen Angaben eine Reportage im britischen Observer vom Oktober 2013, der bereits kurz danach - gekürzt - ins Deutsche übersetzt wurde. Kein Sex mehr, fragte aber bereits Die Presse 4 Jahre zuvor besorgt über Japans Zukunft.

Demographisierung heißt der Begriff für jenen Blick, der sich nicht für eine Gesellschaft interessiert, sondern langfristige Bevölkerungsvorausberechnungen zum Ausgangspunkt eines geschichtskonservativen Zukunftsentwurf macht. Nicht ein Spektrum möglicher Zukünfte, sondern der Entwurf einer einzigen Zukunft, in diesem Fall ein endzeitliches Szenario, in dem eine Gerontokratie der Jugend jegliche Zukunft raubt, beherrscht damit unser Denken. 

"Jugend (...). Recherche über eine Randgruppe. Sie handelt von Einsamkeit",

fasst HENK seinen Endzeitbericht zusammen. Hikikomoris, ein soziales Phänomen, das in den internationalen Medienberichten über Japan dominant ist, wird mit diesem demografischen Wandel in Verbindung gebracht. Weitere Sozialfiguren, die international im Umlauf sind, ist der Freeter (Freiberufler, Prekariat), die Verliererhündin und der Parasiten-Single.

"Die Geschichte (...) beginnt nach dem Zweiten Weltkrieg als innerhalb einiger Jahre so viele Kinder zur Welt kamen wie nie zuvor und nie wieder danach",

schreibt HENK im Stile der typisch deutschen Babyboomer-Phrasologie, die wir dieses Jahr zur Genüge präsentiert bekommen. Nur mit Japan hat das nichts zu tun. Es gab in Japan keinen Babyboom in unserem Sinne, sondern der Baby-Boom war ein Absturz der Geburtenrate von über 4,5 Geburten pro gebärfähiger Frau in den 1940er Jahren auf um die 2 Geburten in den 1960er Jahren, wobei im Ausnahmejahr 1966 die Geburtenrate sogar auf ca. 1,6 fiel - ein Wert, der erst 1990 wieder unterschritten wurde. In Deutschland dagegen fing der Geburtenrückgang bereits ca. 50 Jahre früher an.

In Deutschland erfährt man über Japans demografische Entwicklung so gut wie nichts, weil nur jene Entwicklung in den Blick gerät, die für Deutschland und andere westliche Industriestaaten typisch ist. Die Differenzen dagegen werden tabuisiert, weil sie die Konsensfiktion des demografischen Wandels, den globale Organisationen wie z.B. die OECD herstellen, stören, indem sie aufzeigen, dass nationale - und auch innernationale - Entwicklungen durchaus verschieden verlaufen können. HENK nutzt diese Differenzen, um Japans Entwicklung als durchaus wahrscheinlich auch für Deutschland - trotz aller NOCH bestehenden Differenzen - darzustellen:  

"Noch fallen die Unterschiede ins Auge. Anders als in Japan darf in Deutschland ein Lebenslauf brüchig sein und ein Freiberufler eine Freundin haben. Anders als die Japaner akzeptieren die meisten Deutschen Einwanderer, um den Rückgang der Einwohnerzahl auszugleichen. Und anders als Japan ist Deutschland keine Insel, sondern liegt inmitten eines Kontinents, der immer mal wieder in Unordnung gerät. Noch ist die Zukunft bei uns nicht an ihr Ende gekommen - was Japan durchlebt, ist nicht das zwangsläufige Ergebnis jenes Geschehens, das demografischer Wandel heißt.
Es ist nur eine Möglichkeit. Aber eine, die vielleicht sehr nahe ist."

Wie weit fortgeschritten die Demographisierung gesellschaftlicher Probleme, wird deutlich, wenn HENK über den Wandel des Deutschen Instituts für Japanstudien schreibt:

"In Tokio gibt es ein Deutsches Institut für Japanstudien, gegründet in den achtziger Jahren, um den Unternehmen der Bundesrepublik dieses erstaunliche Land zu erklären, dessen Konzerne damals die Weltmärkte beherrschten. Heute analysieren sie an diesem Institut die vergreisende Gesellschaft - und sie glauben, dass auch dies für Deutschland interessant sein könnte.
Die Forscher erwarten, dass demnächst ein japanisches Wort in die deutsche Sprache gelangt, vielleicht sogar in den Duden, so wie einst Karoshi - Tod durch Überarbeitung. Der neue Kandidat es Instituts, ein Exportprodukt des japanischen Stillstands, heißt Kodokushi - Tod in Einsamkeit."

HENK konstruiert einen Zusammenhang zwischen demografischem Wandel und ökonomischer Stagnation, der typisch für den geschichtskonservativen Demographismus ist, eine Ideologie, die die nationalkonservative Bevölkerungswissenschaft prägt, deren prominentester Vertreter Herwig BIRG ist. Der Begriff "Eiszeit" soll zudem verdeutlichen, dass dieser Stillstand auch Auswirkungen auf das soziale Zusammenleben hat:

"Als Ende der achtziger Jahre das begann, was in Japan die »Eiszeit« heißt, als die Börsenkurse einfroren und das japanische Wirtschaftswunder erstarrte, da sank auch die soziale Temperatur. (...). Kaum ein Festangestellter über vierzig verlor seine Stelle. Dafür entstand eine Serviceökonomie aus Zeitarbeit, Leiharbeit, Teilzeitarbeit, eine Parallelwirtschaft fast ohne Aussicht auf sozialen Aufstieg. Sie ist die Heimat jedes zweiten jungen Japaners."

Der neoliberale Demographismus (Christian RADEMACHER) stellt einen engen Zusammenhang zwischen Bevölkerungsrückgang, ökonomischem Niedergang und mangelnder Generationengerechtigkeit bzw. Altenherrschaft (Gerontokratie) her. Hauptvertreter dieser Position in Deutschland ist der Ökonom Hans-Werner SINN.

Die japanische Katastrophe im März 2011 mit Erdbeben, Tsunami und Super-Gau im Atomkraftwerk Fukushima wird von HENK nur einmal erwähnt, weil sie im Sinnzusammenhang der Demographismen, d.h. von Ideologien, die im demografischen Wandel vorzugsweise einen Fluch sehen, keine Rolle spielt. Vor allem passt die Katastrophe nicht zu dem Bild des Wohlstands, das HENK zeichnet:

"Die Kinder der Eiszeit sind die erste Generation eines Industrielandes, der es nicht besser gehen wird als der Generation ihrer Eltern. Sie sind aber auch die Ersten, die keine Not leiden, wenn sie keine Arbeit finden und kaum eigenes Geld verdienen. Die Eltern haben so viel Wohlstand erschuftet, dass für alle etwas übrig bleibt."

In Deutschland hat Mercedes BUNZ dafür den Begriff "Urbanes Pennertum" geprägt. Wäre HENK nicht nach Tokio gegangen, sondern in die Präfektur Fukushima, wie wäre dann wohl sein Bild ausgefallen? Tokio steht für die globalisierte, urbane Mittelschicht und ihre Eliten - dazu gehört auch der japanische Schriftsteller Haruki MURAKAMI:

"Sein früher romantisch-verklärtes Japanbild ist nach jetzt über drei Jahren Aufenthalt in Tokio nicht mehr kratzerfrei. Die Romane von Haruki Murakami sowie die Filme von Takeshi Kitano und Shunji Iwai hatten den Teenager und Studenten für die japanische Kultur begeistert und ihn zum Japanischlernen motiviert. Inzwischen musste Schumann feststellen, wie unkritisch die japanische Gesellschaft sich selbst wahrnimmt. »Mir war nicht klar, wie sehr Murakami in Japan ein Außenseiter ist«, sagt er nachdenklich",

heißt es in einem Porträt eines Deutschen, der in Tokio lebt, und in dem die Kluft zwischen globalisiertem Japanbild und der Kultur der einheimischen Bevölkerung zur Sprache kommt.

"Ayako, die Beziehungsschauspielerin. Henry, der ewige Single aus der Vorstadt. Yuri, die Heiratsjägerin. Hikaru, der von einem Leben im Einreiher träumt. Sie wohnen alle in derselben Stadt. Aber sie werden einander wohl nie begegnen",

schreibt HENK über das Personal, das seine Story bevölkert. Sie alle könnten auch einem Roman oder dem neuen Kurzgeschichtenband Männer ohne Frauen von Haruki MURAKAMI entstammen.

Menschen ohne Beziehungserfahrung (Absolute Beginners) sind spätestens seit Michel HOUELLEBECQs Roman Ausweitung der Kampfzone ein Thema mit steigendem Aufmerksamkeitspotenzial. Ist dies nur eine Frage der Demographie (Heiratsengpass) oder eher eines des Geschlechtsrollenwandels und seiner Probleme (Schüchternheit) oder der sozioökonomischen Lage (Hartz IV) oder welche Faktoren spielen bei diesem wenig erforschten, dafür aber medial präsenten Thema eine Rolle? HENK stellt es simplifizierend in den Zusammenhang des demografischen Wandels, also der Demographie und seinem geschichtskonservativen Denkmuster, das den Bevölkerungsrückgang mit ökonomischem Niedergang gleichsetzt.

Dem widerspricht auch nicht, dass HENK die Sicht des japanischen Bevölkerungswissenschaftler Fumihiko NISHI und den Umgang der japanischen Massenmedien mit den Problemen der Jugend (HENK schreibt nicht über Jugendliche, sondern über die Postadoleszenz um die 30Jähriger) kritisiert, weil diese Sicht von HENK der Demographisierung gesellschaftlicher Probleme geschuldet ist.  

 
   

WAGNER, Gerald (2014): Aus exklusivem Hause?
Herkunft von Professoren: Akademikerkinder werden Akademiker, Arbeiterkinder werden Arbeiter, heißt es. Doch ganz so simpel ist es nicht,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.06.

Der besprochene Beitrag Wie offen ist die Universitätsprofessur für soziale Aufsteigerinnen und Aufsteiger? von Christina MÖLLER lässt sich in der Zeitschrift Soziale Welt Heft 4/2013 hier online lesen. Entgegen der Meinung von WAGNER, der die Ergebnisse verharmlost, indem er die Entwicklungstendenz verschweigt, stellt die Studie eine Tendenz zur sozialen Schließung in den letzten 20 Jahren (Erhebungsjahr 2010) fest.

 
   

STALA BADEN-WÜRTTEMBERG (2014): Neue Bevölkerungsvorausrechnung: Der Alterungsprozess der Gesellschaft wird sich unvermindert fortsetzen.
Die Zahl der Hochbetagten in Baden-Württemberg könnte sich bis 2060 verdreifachen,
in:
Pressemitteilung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg v. 04.06.

Pressemitteilungen der Statistikämter suggerieren gerne Botschaften, indem sie verhindern, dass man sich selber ein Bild von ihren Vorausberechnungen machen kann. So wird verschwiegen wie sich die aktuelle Bevölkerungsentwicklung zu den letzten Bevölkerungsvorausberechnungen (BV) verändert hat. Deshalb werden hier die Vorausberechnungen aus dem Jahr 2002 (Basisjahr 31.12.2000)  und dem Jahr 2007 (Basisjahr 31.12.2005; Hauptvariante) mit der aktuellen BV (Basisjahr 31.12.2012, Hauptvariante) verglichen:

Vergleich der tatsächlichen Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg mit verschiedenen Bevölkerungsvorausberechnungen

Jahr

Bevölkerungs-
stand (Millionen)
BV 2002

BV 2007

BV 2014

2000 10,524      
2005 10,736 10,533    
2010 10,754 10,515    

2015

  10,443

10,755

2020

  10,338

10,710

10,850

2025

   

10,632

2030

  9,996

10,511

10,801

2040

  9,464

10,167

10,656

2050

  8,804

9,692

10,314

2060

   

9,925

Quelle: Bevölkerungsstand (DESTATIS 2013 Bevölkerung und Erwerbstätigkeit; Vorläufige Ergebnisse der Bevölkerungsfortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011; BV 2002: Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 3/2002, S.132; BV 2007: Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 2/2007,S.6; BV 2014: Pressemitteilung 199 v. 4. Juni 2014

Während im Jahr 2007 erst für 2012 ein sich immer weiter fortsetzender Bevölkerungsrückgang in Baden-Württemberg angenommen wurde (2002 wurde er erst ab 2013/2015 erwartet), trat ein unerwarteter, vorübergehender Rückgang bereits 2008 und 2009 ein, während seit 2010 die Bevölkerung entgegen der Prognose aus dem Jahr 2007 wächst. Nach der neuen Bevölkerungsvorausberechnung geht die Bevölkerung erst 9 Jahre später - also 2021 - zurück.

Was ist von solchen Berechnungen über fast 5 Jahrzehnte zu halten? Der Statistiker Gerd BOSBACH hält sie zu Recht für Kaffeesatzleserei, weshalb hier für ein Verbot solcher Bevölkerungsvorausberechnungen plädiert wird. Meist sind solche Prognosen bereits nach 5 Jahren überholt, weil die zugrunde liegenden Annahmen falsch waren. Deshalb wäre alternativ die Gegenüberstellung von alter und neuer Bevölkerungsvorausberechnung zu fordern. Damit jeder Bürger sich selber ein Bild machen kann, statt dem Gutdünken der Statistikbehörde mit ihren kryptischen Pressemitteilungen ausgeliefert zu sein.

Die jetzige Vorausberechnung geht weiterhin von einer Geburtenrate TFR = 1,4 aus. Es wird lediglich ein weiterer Anstieg des durchschnittlichen Gebäralters berücksichtigt. Inwiefern dies angesichts höherer Geburtenraten der Anfang der 1970er Jahre geborenen Frauen realistisch ist, muss deshalb gefragt werden.

Angesichts der Tatsache, dass die letzten 3 Bevölkerungsvorausberechnungen innerhalb von nur 12 Jahren den Bevölkerungsstand von 8,8 Millionen auf 10,3 Millionen für das Jahr 2050 nach oben korrigiert haben, ist die Fragwürdigkeit langfristiger Bevölkerungsvorausberechnungen offensichtlich.   

 
   

Sven Reichardt - Authentizität und Gemeinschaft

RUTSCHKY (2014): Sie hatten Erfolg, aber anders als gedacht.
Neue Lebensformen hier und jetzt! Sven Reichardt zeigt, warum die linksalternativen Milieus der siebziger und achtziger Jahre rückblickend als Avantgarde gelten können,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 03.06.

Michael RUTSCHKY, Autor des Buches Erfahrungshunger über die 1970er Jahre, rezensiert Sven REICHARTs Buch Authentizität und Gemeinschaft, das den alten Konflikt zwischen Kommune-Bewegung/Spontis einerseits und SDS/K-Gruppen andererseits, den single-dasein.de bereits vor 10 Jahren anlässlich des Buches Das bleiche Herz der Revolution von Sophie DANNENBERG aufgezeigt hat, zum Ausgangspunkt einer Historisierung der 1970er Jahre macht. Nun wird von RUTSCHKY der "Sieg der Politik in der ersten Person", die über die Künstlerkritik zur Neuen Bürgerlichkeit führt, verkündet. Möglicherweise erweist sich diese Sicht in weiteren 10 Jahren als zu einfach. Im Zeitalter der Demografiepolitik stehen neue Umdeutungen der 1970er Jahre an.

 
       
 

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[email protected] Stand: 21. Juni 2014