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Medienrundschau:

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Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 01. - 07. Dezember 2010

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Der Schuldendienst der Mittelschicht und das neue Finanzbildungsbürgertum

"BENJAMIN V. STUCKRAD-BARRE: Es gab bei früheren Generationen noch die angestrebte Gleichzeitigkeit von Anschaffungen. (...) Heute entsteht die Verschuldung aber nicht mehr durch Investitionen, sondern direkt und indirekt durch das Nachtleben. (...).
            ECKHART NICKEL: Das Interessante daran ist, daß sich sämtliche Geldvorgänge bald nur noch in einem Bereich abspielen, der unter Null beginnt und eigentlich Nichts-Haben, also Armut, bedeutet. (...).
Und trotzdem ist es unserer Generation möglich, dank den modernen Methoden der Geldinstitute sehr anständig zu leben.
             (...)
CHRISTIAN KRACHT: Das liegt aber daran, daß wir hemmungslos über unsere Verhältnisse leben. Wir müßten im Grunde viel mehr Geld verdienen, um unseren Lebensstil rechtfertigen zu können.
            (...).
JOACHIM BESSING: Schon bald nach Erteilung des ersten Dispokredits erscheint einem der Saldo Null als einzig wiederherzustellender Zustand. Null wird zum Ziel. Null wird zum gesunden Punkt.
ECKHART NICKEL: also nichts haben im Grunde.
(aus: "Tristesse Royale", 1999, S.20f.)

"Das globale ökonomische System war niemals für eine große Mittelschicht ausgelegt. In Europa und allen anderen industrialisierten Teilen der Welt wird es bald wieder so sein, wie es in der Geschichte der menschlichen Zivilisation fast immer war und wie es dem Grundprinzip dieses Systems entspricht: Es wird wenige geben, die viel haben, und viele, die nichts haben. (2010, S.10)
            Spätestens beim nächsten Aufschwung wird sich ganz eindeutig zeigen, in welchem Ausmaß die Finanzkrise die Reichen einmal mehr noch reicher gemacht und euch, die Mittelschicht, noch weiter dezimiert hat. Dann werden die Soziologen am Zug sein und den unaufhaltsamen gesellschaftlichen Trend der zerfallenden Mittelschicht analysieren, an dem in Wirklichkeit nur eines schuld ist: euer ökonomisches Unwissen." (2010, S.103)
            Konsumidioten (...) sind die Melkkühe Nummer eins des Systems. Als Unternehmer gehen sie pleite, als Angestellte tappen sie in die Schuldenfalle." (2010, S.129)
(aus: Gerald Hörhan "Investment Punk")

"Finanzbildungsoffensiven, die mit der Abgrenzung gegenüber »finanziellen Analphabeten« werben, (können) als distinktionsorientierter Diskurs begriffen werden, der in Deutschland im Kontext eines Kulturkampfs neuer Bürgerlichkeit zu verorten ist (...).
            Initiativen zur Hebung der Finanzbildung transportieren ein Leitbild, das mit dem Begriff Finanzbildungsbürgertum charakterisiert werden kann. Dieser bezeichnet eine neuartige Aufladung des Bildungsbürgertums und seiner sozialen Mechanismen unter Bedingungen der Finanzialisierung.
            (...).
Die vom Leitbild Finanzbildungsbürgertum geprägte Kultivierung der Eigenverantwortung und persönlichen Kompetenz trägt zu einer gesellschaftlichen Ordnungsvorstellung bei, in der gesellschaftliche Verantwortung und Lastenteilung für Risikovorsorge delegitimiert wird."
(Beat Weber in "Finanzbildungsbürgertum und die Finanzialisierung des Alltags", Prokla, Nr.3, 2010, S.388f.)

 
 
 
Ab sofort finden Sie auf der Website www.single-luege.de einen monatlichen Rückblick auf das Single-Dasein im Spiegel der Medien. Auf einer Seite übersichtlich zusammengefasst und verlinkt.

Den aktuellen Rückblick August 2010 finden Sie hier.

 
       
   

Thilo Sarrazin - Deutschland schafft sich ab

AKYÜN, Hatice (2010): Wer hat den Längsten? Wer hat die Größten?
Klischees: Türkische Männer sind Machos. Deutsche Männer sind Softies. Türkische Frauen sind Diven. Deutsche Frauen sind emanzipiert. Der Klischee-Check von einer, die es wissen muss. Sie hatte sie alle,
in: TAZ v. 07.12.

BRODER, Henryk M. (2010): "Es war ein langer und lauter Furz".
Thilo Sarrazin: Wie hat er selbst die Aufregung um sein Buch aufgefasst? Was antwortet er seinen Kritikern? Und was ist eigentlich so schlimm daran, wenn sich Deutschland selbst abschafft? Henryk M. Broder hat für die Deutschland-taz nachgefragt,
in: TAZ v. 07.12.

ZAIMOGLU, Feridun (2010): Drei Farben Deutschland.
Patriotismus: In den linken Milieus und den Migrantenszenen gibt es eine falsche Scheu vor der Liebe zu Land und Leuten. Wieso es gut ist, die Heimat zu lieben. Ein Bekenntnis,
in: TAZ v. 07.12.

BOLZ, Norbert (2010): Linke Lebenslügen.
Linke: Die drei Mythen der deutschen Linken in Sachen Einwanderung und Integration,
in: TAZ v. 07.12.

COHN-BENDIT, Daniel (2010): Rechte Lebenslügen.
Rechte: Die drei Mythen der deutschen Rechten in Sachen Einwanderung und Integration,
in: TAZ v. 07.12.

 
   
RASCHE, Uta (2010): Das Einwanderungs-Dilemma,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.12.
 
   

Berliner Zeitung-Tagesthema: Pflege

SZENT-IVANYI, Timot (2010): Zum Handeln gezwungen.
Pflege: Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) trifft sich heute mit Vertretern der Pflegebranche. Der demografische Wandel in Deutschland erfordert eine Reform des Systems, in dem es schon heute eklatante Mängel gibt,
in: Berliner Zeitung v. 07.12.

 
   

REAY, Diane (2010): Gesellschaftliche Spaltungen, Geschlecht und Ethnitzität im britischen Bildungssystem,
in: Aus Politik und Zeitgeschichte Nr.49 v. 06.12.

 
   

SEELIG, Lisa (2010): Einer ist keiner.
Drei Erwachsene lieben sich und leben zusammen – polyamor nennt man das, und es klingt nach Orgie. Doch den Alltag regeln Gespräche und Pläne. Porträt einer ganz speziellen Familie,
in: Tagesspiegel v. 05.12.

 
   

FESSMANN, Meike (2010): Zollfrei leben.
Die Möglichkeit eines Abenteuers: Marc Augés Essay über Transiträume und "Nicht-Orte",
in: Tagesspiegel v. 05.12.

 
   

MAYER, Christiane (2010): Verwitwet, geschieden, allein? - von wegen!
Wie sich Senioren im Flirtkurs für die Partnersuche rüsten,
in: Sonntags. Sendung des ZDF v. 05.12.

 
   

GARBERS, Sandra (2010): Ich muss einen Globus zerstören.
Fräulein Garbers rennt durch die Stadt,
in: Berliner Morgenpost v. 05.12.

 
   

David Fincher - The Social Network

SMITH, Zadie (2010): Generation Warum?
Der Facebook-Film "The Social Network" ist das Porträt von 500 Millionen Menschen, die in der Gedankenwelt eines jungen Harvard-Studenten gefangen sind,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 05.12.

  • Die FAS druckt eine Übersetzung des Artikels "Generation Why?" in der New York Review of Books vom 25. November ab.

 
   

Jean-Claude Kaufmann - Schmutzige Wäsche

HAACK, Melanie (2010): Mein neuer, weißer Freund.
Erst Beziehung auf Probe, dann große Liebe - Melanie Haack über ihre erste Waschmaschine,
in: Welt am Sonntag v. 05.12.

 
   

SOMMERBAUER, Jutta (2010): Schnarchen - Die unzeitgemäßen Ruhestörer.
Vorbei ist die Ära des hemmungslosen, ungestraften Schnarchens. Wer heute nicht Lösungen für sein Leiden sucht, droht allein zu bleiben. Jeder zweite Mann bzw. jede vierte Frau schnarcht,
in: Die Presse v. 05.12.

 
   

WELDING, Malte (2010): Schatz, was trägst du denn so schwer?
Die Frau ist der Packesel der Emanzipation. Erkenntnisse eines Mannes,
in: Berliner Zeitung v. 03.12.

 
   

SZ-Tagesthema: Hartz-IV-Reform im Bundestag

ÖCHSNER, Thomas (2010): Wurzelbehandlung ohne Betäubung.
Wie aus einer zunächst entspannten Diskussion ein heftiger Schlagabtausch zwischen Regierung und Opposition wurde,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.12.

ÖCHSNER, Thomas (2010): Der Worte sind genug gewechselt.
Die schwarz-gelbe Mehrheit hat sich zu einigen umstrittenen Taten durchgerungen, die vom 1. Januar an Hartz-IV-Emfängern zugutekommen sollen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.12.

ÖCHSNER fasst die Änderungen zusammen, die der Bundestag beschlossen hat. Umstritten war die Streichung von Ausgabeposten für Alkohol und Tabak. Eine Dokumentation der Bundestagdebatte mit den verschiedenen Anträgen findet sich hier.
          
 
Den Entwurf eines Gesetzes zur Ermittlung von Regelbedarfen gibt es als PDF-Datei hier zum Download. In dem 164seitigen Entwurf geht es u. a. um die Begründung des Wegfalls von Alkohol und die Ersetzung von 12 Liter Billigbier (7,19 Euro) durch 12 Liter Billigmineralwasser (2,99 Euro). Tabakwaren, die bislang zu 50 % im Regelsatz berücksichtigt wurden, werden ersatzlos gestrichen (5,54 Euro).

BULLION, Constanze von (2010): Laxe Prüfung in der Hauptstadt.
Berlins Sozialkosten explodieren,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.12.

  • Die SZ druckt nochmals eine verkorkste Version des Artikels vom Vortag ab. Von gestern auf heute explodieren bei BULLION die Zahlen:

    GESTERN: "3,9 Milliarden Euro gibt das Land 2010 für Bedürftige aus".
    HEUTE: "2010 gibt das Land 4,7 Milliarden Euro für Bedürftige und Kitas aus".

    Nicht nur die Zahlen explodieren, sondern auch die Argumente explodieren:

    GESTERN: "Beziehern von Hartz IV zahlt das Land 1,5 Milliarden Euro für Wohnkosten. 4,4 Millionen Euro mehr als vorgesehen."
              
     HEUTE: "Statt 1,4 Millionen Euro im letzten Jahr legt Berlin für die Miete von Arbeitslosen jetzt 1,5 Milliarden hin."

    BULLION jongliert mit Millionen bzw. Milliarden Euro wie unsereins nur mit Peanuts. Sitzt womöglich Frau BULLION in der Hauptstadt? Dann ergäbe die Überschrift wieder Sinn: Laxe Prüfung in der Hauptstadt. Qualitätszeitung geht anders!

 
   

Hartz-IV-Reform im Bundestag

HASELBERGER, Stephan & Jost MÜLLER-NEUHOF (2010): Bundesrat muss noch über Hartz-IV-Sätze entscheiden.
SPD und Union werfen sich gegenseitig Tatenlosigkeit vor, doch der Bundestag hat die Hartz-IV-Reform beschlossen. Im Bundesrat könnte es ein hartes Tauziehen geben,
in: Tagesspiegel v. 04.12.

VATES, Daniela (2010): "Das Gesetz wird so nicht bleiben".
Der neue Hartz-IV-Regelsatz sei intransparent berechnet und viel zu niedrig, kritisiert Sozialrichter Borchert im FR-Interview. Auch bei den Sätzen für Kinder gebe es "gravierende Ungereimtheiten",
in: Frankfurter Rundschau v. 04.12.

SEIBEL, Andrea (2010): Hemmschuh Sozialstaat,
in: Welt v. 04.12.

PRANTL, Heribert (2010): Viele Schleifen, viel Papier - aber wenig Inhalt.
Wer zuerst das Karlsruher Urteil liest und dann das neue Hartz-Gesetz, dem könnte schlecht werden,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.12.

 
   

GUTMAIR, Ulrich (2010): "Wir sind die Türken von morgen".
Punkgeschichte: Anfang der 1980er Jahre waren Gabi Delgado-Lopez und die Band Deutsch Amerikanische Freundschaft (DAF) eine Provokation. Der Sohn spanischer Flüchtlinge erzählt im taz-Gespräch, warum,
in: TAZ v. 04.12.

 
   

PETERSEN, Jana & Maria ROSSBAUER (2010): "Irgendwas feuert im Hirn".
Organismen: Christiane Nüsslein-Volhard hat viel erreicht. Die Hälfte hätte ihr auch gelangt, sagt die Nobelpreisträgerin. Ein Gespräch über die Schönheit der Zebrafische, Frauen in der Wissenschaft und die Angst vor Mikrowellen,
in: TAZ v. 04.12.

  • Christiane NÜSSLEIN-VOLHARD u.a. über Feminismus, Kinderlosigkeit und die Unterstützung von jungen Wissenschaftlerinen mit Kind:

    "Halten Sie sich für eine Feministin?
              
     
    Ich? Nein. Ich bin keine Feministin. Früher dachte ich immer, ja klar. Aber dann hab ich gemerkt, dass die Feministinnen mich anfeinden. Alice Schwarzer nicht, die ist zu klug dafür, aber viele andere. So nach dem Motto: Hach, die arbeitet so viel, will sein wie die Männer. Aber ich weiß gar nicht, was die sich denken. Dass man keinen Ehrgeiz haben soll, weil das männlich ist? Ja, Himmel, wenn man was bewegen will, dann gibt's nur eine Art. Und die ist weder männlich noch weiblich. Das ist einfach: was schaffen und sich durchsetzen.
    Sie haben selber keine Kinder. Glauben sie, dass Sie diese Karriere auch mit Kindern hingelegt hätten?
                Ich hab ja wahnsinnig viel erreicht. Die Hälfte hätte auch gelangt.
                Wirklich?
    Ich habe nie gesagt, ich will keine Kinder haben. Das hat sich irgendwie nicht so ergeben. Ich hätte vielleicht nicht den Nobelpreis gekriegt. Aber ich hätte schon ordentlich was gemacht. Ich kenn auch Frauen, die beruflich wirklich toll sind und Kinder haben. Die mussten sich aber unheimlich anstrengen.
                Unterstützen Sie deshalb junge Forscherinnen mit Kindern?
                Ja, unsere Stiftung gibt denen vierhundert Euro im Monat dafür, dass sie eine Haushaltshilfe einstellen. Und für Babysitter. In der Zeit, in der Frauen noch nicht viel verdienen, macht das eine Menge aus. Stellen Sie sich mal vor, wie das ist, wenn Sie zweimal die Woche nach Hause kommen und alles ist aufgeräumt und sauber. Es ist herrlich. Ich hab's auch viel zu spät gemacht. Vorher hab ich mich da so durchgewurschtelt, immer am Wochenende musste ich den Boden saugen. Schrecklich. Haben Sie eine Putzfrau? Sie haben doch sicher ganz oft keine Zeit."

 
   

JANDL, Paul (2010): "Wir müssen uns warm tanzen".
Kälte ist mehr als ein physikalischer Zustand: Der Kulturwissenschaftler Helmut Lethen über die Kühlaggregate des Kapitalismus und die Hitzezonen der Gesellschaft,
in: Welt v. 04.12.

 
   

KUHRT, Henriette (2010): Sexy Mama.
Die US-Autorin Piper Weiss feiert in einem Blog das Lebensgefühl unserer Mütter - bevor diese Kinder bekamen,
in: Frankfurter Rundschau v. 04.12.

 
   

SCHWAN, Gesine (2010): Jenseits von Zickenkrieg und Stöckelschuh.
Zeitgemäßer Feminismus bedeutet: Radikal prüfen, wo das Versprechen der gleichen Rechte gebrochen wird. Und das Prinzip Partnerschaft durchsetzen, immer, überall,
in: Frankfurter Rundschau v. 04.12.

 
   

EU-Regelung für binationale Ehepaare

WINTER, Martin (2010): Scheidungen erleichtert.
14 EU-Länder einigen sich auf gemeinsame Regeln,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.12.

 
   

GLASER, Peter (2010): Revolution für Faule.
Eine kurze Geschichte des Kulturpessimismus,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.12.

  • Der Cyber-Punk und Schriftsteller Peter GLASER legt keine kurze Geschichte des Kulturpessimismus vor, sondern eine kurze Geschichte der Kritik technischen Fortschritts, spezieller: Medienpessimismus. Es geht dabei auch um die Konstruktion typischer Sozialfiguren wie des Computerfreaks bzw. des Nerds und das gestörte Verhältnis zwischen nitzeanischer Elite und der Masse als Mob, oder moderner: Wutbürger.
                GLASER breitet typische Dystopien aus wie sie von elitären Hysterikern à la SCHIRRMACHER verbreitet werden. Blättert man eine Seite weiter, dann kann man den von GLASER kritisierten typischen SZ-Kulturpessimismus bei Benjamin BARBER studieren. Da droht wie üblich der Untergang des Abendlandes und der Zerfall der Demokratie:

    "Doch etwas ist mit der amerikanischen Demokratie geschehen: Wir haben Meinung und Vorurteil an die Stelle von Wissenschaft und Vernunft gesetzt - oder noch schlimmer, wir erkennen den Unterschied zwischen beidem gar nicht mehr."

    Da wird versprochen, dass es in der Politik um Wahrheit gehe und nicht um Interessen. Anhand der Debatte über den demografischen Wandel lässt sich jedoch zeigen, dass es in der Politik einzig und allein um Interessen geht, die jedes Mittel rechtfertigen. Da werden angeblich unumstrittene Fakten präsentiert, die - sobald ein Gesetz durchgepeitscht ist - und ihre Schuldigkeit getan haben, plötzlich gar nicht mehr so unumstritten sind.
                Auf dieser Website und auf single-generation.de lässt sich nachlesen, wie z.B. in der Debatte um das Elterngeld unumstößlich geltende Fakten in der Wochenzeitung ZEIT von einem Tag auf den anderen als wissenschaftlich ungesichert galten. Beispielhaft lässt sich das an der Rolle des Wissenschaftsjournalisten Björn SCHWENTKER demonstrieren. Während in der Print-ZEIT Susanne GASCHKE mit überhöhten Zahlen das Elterngeld rechtfertigte, schrieb SCHWENTKER in der Online-ZEIT das genaue Gegenteil. Erst nach dem Beschluss des Elterngeldes durfte SCHWENTKER diese Sicht auch in der Print-ZEIT darlegen. Politik, Medien und Wissenschaft gewinnen dadurch wahrlich nicht an Glaubwürdigkeit.

 
   

KÖHLER, Andrea (2010): Die glücklose Nation.
Der "amerikanische Traum" ist angeschlagen – und viele wenden sich einer zweifelhaften Hoffnungsträgerin zu,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 04.12.

 
   

MÜLLER, Dirk (2010): "Wir haben derzeit einen Pflegebegriff, der völlig falsch funktioniert".
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach über die Zukunft der Pflegeversicherung,
in: DeutschlandRadio v. 03.12.

 
   

SCHMOLLACK, Simone (2010): Herdprämie ist rechtswidrig.
Familie: Das Betreuungsgeld fördert nicht alle Familienformen gleich, sagt eine Studie der Grünen,
in: TAZ v. 03.12.

 
   

HAARHOFF, Heike (2010): Nie mehr allein zu Hause.
Pflege: In Österreich können Pflegekräfte rund um die Uhr angestellt werden - mitfinanziert vom Staat. Die SPD greift das Modell jetzt für Deutschland auf,
in: TAZ v. 03.12.

 
   

SZ-Tagesthema: Hartz IV vor der Entscheidung

KUHR, Daniela & Thomas ÖCHSNER (2010): Komplizierter Satzbau.
Der Regierungsentwurf hat zwar einige Forderungen des Bundesverfassungsgerichts erfüllt, perfekt ist er aber längst nicht,
in: Süddeutsche Zeitung v. 03.12.

ÖCHSNER, Thomas (2010): Mehr als nur zwei Rosshaarbesen.
Zusätzlich zum Regelsatz kann ein Hartz-IV-Empfänger je nach privater Situation mit Vergünstigungen im Wert von mehreren hundert Euro rechnen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 03.12.

BULLION, Constanze von (2010): Schöner wohnen in der Hauptstadt.
Berlins Sozialkosten explodieren,
in: Süddeutsche Zeitung v. 03.12.

 
   

HEINEMANN, Christoph (2010): "Ein Schritt in einen faireren Sozialstaat".
FDP-Sozialexperte lobt Bildungspaket für Hartz-IV-Kinder,
in: DeutschlandRadio v. 03.12.

 
   

Peter Sloterdijk in der Debatte

PILZ, Dirk (2010): Sloterdijk.
Die Revolution der gnädigen Hand,
in: Berliner Zeitung v. 03.12.

 
   

BARTSCH, Bernhard (2010): Einer für alle.
Chinas Kinder tragen an einer schweren Last. Sie müssen ihren Eltern die Rente sichern. Die investieren dafür alles in ihre Ausbildung,
in: Berliner Zeitung v. 03.12.

 
   

SAOUB, Esther (2010): Generation Mubarak.
Die zaghafte Revolution der ägyptischen Jugend,
in: DeutschlandRadio v. 03.12.

 
   

DESTATIS (2010): Babys in den neuen Bundesländern haben jüngere Mütter,
in: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes v. 02.12.

 
   

STRÖHLEIN, Markus (2010): Symbolisch scheitern.
Das »Sparpaket« ist endgültig beschlossene Sache, der Protest gegen die Maßnahmen der Regierung hingegen vollkommen erfolglos geblieben. Nun beginnt das große Grübeln über die Gründe,
in: Jungle World Nr.48 v. 02.12.

  • "Mögen größere Zeitungen und Magazine etwa Guido Westerwelles Rede von der »spätrömischen Dekadenz« oder Thilo Sarrazins Ausführungen über die in der DNA von Hartz-IV-Empfängern zu findende Anlage zur Faulheit unappetitlich gefunden haben – wer die Leserbriefseiten diverser Lokalzeitungen und die Bestellerliste der Sachbücher verfolgt hat, weiß, dass die Verachtung für die Armen von einem nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung geteilt wird. Am »Klassenkampf von oben«, der sich gegen die für jegliche Form der Drangsalierung freigegebenen Abgehängten richtet, beteiligen sich eben nicht nur die »oberen Zehntausend«, wie Redner auf der Demonstration am Bundestag nahelegten. Mit einer protestierenden Mehrheit ist da auch in der Zukunft nicht zu rechnen",

    meint Markus STRÖHLEIN angesichts des Demonstrationsdesasters anlässlich des beschlossenen Sparpakets.
                Der Soziologe Berthold VOGEL bezeichnet das aktuelle Protestszenario treffend als "Wohlstandskonflikte". Die Angst der im "prekären Wohlstand" lebenden Mittelschicht ist die Triebfeder aktueller sozialer Proteste.

 
   

DRIBBUSCH, Barbara (2010): Gesucht: Polnische Pflegerin für Minijob.
Jobmarkt: Arbeitnehmer aus osteuropäischen EU-Ländern können sich ab dem 1. Mai überall in Deutschland anstellen lassen. Das hat Folgen für Privathaushalte - sie können Pflegekräfte ganz legal beschäftigen,
in: TAZ v. 02.12.

 
   

NIEJAHR, Elisabeth (2010): Sparen für die letzten Jahre.
Gesundheitsminister Philipp Rösler plant die nächste schwierige Reform: Die Regierung will die Bürger zur privaten Vorsorge für den Pflegefall verpflichten,
in: Die ZEIT Nr.49 v. 02.12.

 
   

NIEJAHR, Elisabeth (2010): Weiberwirtschaft.
Warum verdienen Frauen weniger Geld als Männer? Weil sie nicht hart genug für mehr kämpfen,
in: Die ZEIT Nr.49 v. 02.12.

 
   

Peter Sloterdijk in der Debatte

SLOTERDIJK, Peter (2010): Warum ich doch recht habe.
Peter Sloterdijks revolutionärer Vorschlag, die Reichen nicht durch Steuern zu belangen, sondern auf freiwillige Abgaben zu setzen, entfachte eine große Debatte. In der Zeit wurde er dafür von dem Philosophen Axel Honneth massiv angegriffen. Jetzt antwortet er erstmals ausführlich seinen Kritikern,
in: Die ZEIT Nr.49 v. 02.12.

 
   

SOBOCZYNSKI, Adam (2010): Wir Antidemokraten.
Protestbücher: Der Wutbürger ist nicht konservativ, er ist reaktionär,
in: Die ZEIT Nr.49 v. 02.12.

  • Seit dem Spiegel-Artikel von Dirk KURBJUWEIT im Oktober ist viel vom Wutbürger die Rede. Der Wutbürger ist jedoch keine neue Erscheinung, sondern datiert auf den 19.11.2002. Damals rief Arnulf BARING die Bürger auf die Barrikaden. Es wurde jedoch nicht vom Wutbürger gesprochen, denn der Aufstand spielte sich in erster Linie in den Feuilletons ab. Konservative Revolution war die Etikette, die diesem alten Wutbürgertum angeklebt wurde. Die FAS versuchte damals vergeblich den Aufstand der Pensionäre auf die Straßen zu bringen. Dies war aber die Blaupause für die aktuellen Wohlstandskonflikte, wie sie sich z.B. in der Debatte um Thilo SARRAZINs Buch entzündeten.
                Mit dem Begriff Wutbürger werden dagegen völlig verschiedene Sachverhalte vermischt, um jede abweichende Meinung zum herrschenden Elitenkonsens der Mainstreampresse generell abzuwerten. Zuletzt haben Georg DIEZ im Spiegel und Tobias MOORSTEDT in der SZ die Literatur des Wutbürgers undifferenziert betrachtet, während Aram LINTZEL in der taz die Normativität dieser Sichtweisen kritisierte.
 
   
ZEITmagazin-Titelgeschichte: Hier wurde am 29. April eine Frau überfallen und fast erschlagen.

LEINEMANN, Susanne (2010): Der Überfall.
Drei Jugendliche ziehen raubend und prügelnd durch die Großstadt. Unsere Autorin hat den Ausbruch der Gewalt knapp überlebt,
in: ZEITMagazin Nr.49 v. 02.12.

 
   

Christiane Rösinger - Songs of L. and Hate

NEDO, Kito (2010): Jenseits von Gut und Böse.
Christiane Rösinger beglückte die Mitte-Veteranen mit ihrem neuen Album,
in: Berliner Zeitung v. 02.12.

 
   

TICHOMIROWA, Katja (2010): Die Unvollendete.
Vor einem Jahr ist Kristina Schröder überraschend Familienministerin geworden. Da war sie 32 und attestierte sich selbst ein unverkrampftes Verhältnis zur Macht. An ihr Amt gewöhnt hat sie sich aber immer noch nicht. Sie wirkt stets beflissen und ist wohl vor allem eines - verkrampft,
in: Berliner Zeitung v. 01.12.

 
   

Dienstleistungsmetropole Berlin - Die Hauptstadt der Singles?

KLAPPROTH, Christoph Paul (2010): "Berlin ist die Mediterrane des Nordens".
Gespräch mit Wladimir Kaminer,
in: Cicero Online v. 01.12.

 
   

De:Bug-Thema: Afterhour 2010

TOLLMANN, Vera (2010): Gentrifizierung.
Brache und Protest,
in: De:Bug Nr.148, Dezember

FELDHAUS, Timo (2010): Mode & Müdigkeit,
in: De:Bug Nr.148, Dezember

  • "Der Modemensch fühlte sich angesprochen: immer dieses leere Lächeln. Gerade auch, dass der Philosoph auf große Originalitätsansprüche verzichtete, machte Eindruck. Einfach Benjamin, Agamben und Handkes »Versuch über die Müdigkeit« noch einmal zusammenbringen. Und natürlich Bartleby: I prefer not to",

    meint Timo FELDHAUS zum Buch "Müdigkeitsgesellschaft" von Byung-Chul HAN.

 
   

Mark Greif - What was The Hipster

THUMFART, Johannes (2010): Der Hipster ist tot.
Ein Exorzismus,
in: De:Bug Nr.148, Dezember

 
   
BRANDEINS-Thema: Unberechenbar!
Die Ökonomie der Familie

FISCHER, Gabriele (2010): Zwei Planeten.
Editorial,
in: brandeins, Dezember

LOTTER, Wolf (2010): Family-Business.
Politiker beschwören sie täglich. Junge Menschen träumen von ihr. Sie wird gesetzlich besonders geschützt. Die Familie. Aber passt sie eigentlich in unsere Zeit? Kommt darauf an, sagt der Soziologe Armin Nassehi - und erklärt die neue Familie,
in: brandeins, Dezember

ALBERS, Markus (2010): Gleichung mit Unbekannten.
Job und Familie sind dank moderner Technik, neuer Arbeitsformen und mehr Betreuungsangeboten heute so leicht vereinbar wie nie. So weit die Theorie. Hier einige Einblicke in die Praxis,
in: brandeins, Dezember

FISCHER, Gabriele (2010): Der Sehnsuchtsort.
Was haben Familien in der Werbung mit der Realität zu tun? Falsche Frage, antwortet der Markenberater Klaus Brandmeyer. Denn wieso sollten Familien in der Werbung etwas mit der Realität zu tun haben?
in: brandeins, Dezember

ANDRES, Marc-Stefan & Dirk Böttcher (2010): Geld kriegt keine Kinder.
Mutti, Vati, Kind - das kleine private Glück ist auch ein großer gesellschaftlicher Auftrag. Keine andere Institution kassiert so viel wie die Familie. Wofür eigentlich? Und vor allem: zu Recht?
in: brandeins, Dezember

LAUDENBACH, Peter (2010): Das outgesourcte Kind.
Sie sind toll. Machen aber viel Arbeit. Die Erzieherin Christiane Paul kennt Eltern, die ihre Kinder deshalb managen wie ein ehrgeiziges Projekt,
in: brandeins, Dezember

MALCHER, Ingo (2010): Was am Ende rauskommt.
In der Schweiz müsste man alt werden! Dort bekommen Rentner mehr Geld als in Deutschland. Eine Vergleichsrechnung,
in: brandeins, Dezember

RAMGE, Thomas (2010): Leichte Beute.
Keine Elterngeneration war je so verunsichert wie die heutige. Keine investierte je so viel Geld in die Sicherheit und Förderung ihrer Kinder. Das Geschäft mit der Angst boomt. Denn am Kind darf man ja nicht sparen,
in: brandeins, Dezember

BÖTTCHER, Dirk (2010): Ein Nachteil ist kein Defizit!
Haben Kinder aus armen Familien überhaupt eine Chance, ihren Verhältnissen zu entkommen? Der Psychologe Amedeo D'Angiulli sagt: Ja. Aus eigener Erfahrung. Und weil er erforscht hat, wie sich schwierige Verhältnisse in den Köpfen von Kindern widerspiegeln,
in: brandeins, Dezember

 
   
NEON-Titelgeschichte: Achtung Kumpelfalle!

BUCHHOLZ, Simone (2010): Die Kumpelfalle.
Erst kommt die Liebe. Und ein paar Monate später die Langeweile. Es ist trotzdem möglich, ein heißes Paar zu bleiben,
in: Neon, Dezember

SCHRENK, Jakob (2010): Mehr Freiheit, mehr Kompromisse.
Die Soziologin Elisabeth Beck-Gernsheim plädiert für nüchterne Romantik und leidenschaftliche Selbstüberredung,
in: Neon, Dezember

 
   

CHAIMOWICZ, Sascha (2010): "Bist du noch wach? Bock auf Treffen?
Sex haben und sich dann nicht mehr melden ist von gestern: Die sozialverträgliche Form der Affäre ist die SMS-Beziehung,
in: Neon, Dezember

 
   

EUL, Alexandra  (2010): "Geduld habe ich nur mit meinen Zwerggarnelen".
Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und warum es sich trotzdem lohnt, sie kennen zu lernen,
in: Neon, Dezember

 
   

KALLE, Matthias (2010): Kleinvieh macht nur Mist.
Wenn ein Paar überlegt, für immer zusammenzubleiben, kommt das Thema Nachwuchs auf. Praktisch oder fatal, wenn beide keinen Kinderwunsch haben?
in: Neon, Dezember

 
   

BAUER, Patrick (2010): Morgen, morgen, nur nicht heute.
Wenn Politiker von der Zukunft reden, wollen sie meist Ungerechtes rechtfertigen. Generationengerechtigkeit ist zu einem Kampfbegriff geworden,
in: Neon, Dezember

 
   

ECKARDT, Ann-Kathrin (2010): Für immer Probezeit.
Die Hälfte aller Berufsanfänger erhält heute nur noch befristete Verträge. Das Leben in der Schwebe ist für viele längst zum Dauerzustand geworden,
in: Neon, Dezember

 
   

SCHRENK, Jakob (2010): Nackte Not.
Um gegen hohe Mieten zu demonstrieren, strippen Berliner Gentrifizierungsgegner bei Wohnungsbesichtungen. Sie enthüllen so auch ihre Hilflosigkeit,
in: Neon, Dezember

 
   

SCHWENKE, Philipp (2010): "Die Qualen meiner Figuren sind meine Qualen".
Immer wieder hat Bret Easton Ellis in seinen Büchern menschliche Monster erschaffen. Der Schriftsteller weiß einfach nicht wohin mit seiner Wut,
in: Neon, Dezember

 
   

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Zu den News vom 22. - 30. November 2010

 
 
   

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Bernd Kittlaus
[email protected] Stand: 10. März 2011