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News vom
08. - 18. Dezember 2010
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Zitat
des Monats:
Der Schuldendienst der
Mittelschicht und das neue Finanzbildungsbürgertum
"BENJAMIN
V. STUCKRAD-BARRE: Es gab bei früheren Generationen noch die
angestrebte Gleichzeitigkeit von Anschaffungen. (...) Heute
entsteht die Verschuldung aber nicht mehr durch Investitionen,
sondern direkt und indirekt durch das Nachtleben. (...).
ECKHART
NICKEL: Das Interessante daran ist, daß sich sämtliche
Geldvorgänge bald nur noch in einem Bereich abspielen, der
unter Null beginnt und eigentlich Nichts-Haben, also Armut,
bedeutet. (...).
Und trotzdem ist es unserer Generation möglich, dank den
modernen Methoden der Geldinstitute sehr anständig zu leben.
(...)
CHRISTIAN KRACHT: Das liegt aber daran, daß wir hemmungslos
über unsere Verhältnisse leben. Wir müßten im Grunde viel mehr
Geld verdienen, um unseren Lebensstil rechtfertigen zu können.
(...).
JOACHIM BESSING: Schon bald nach Erteilung des ersten
Dispokredits erscheint einem der Saldo Null als einzig
wiederherzustellender Zustand. Null wird zum Ziel. Null wird
zum gesunden Punkt.
ECKHART NICKEL: also nichts haben im Grunde.
(aus:
"Tristesse Royale", 1999, S.20f.)
"Das
globale ökonomische System war niemals für eine große
Mittelschicht ausgelegt. In Europa und allen anderen
industrialisierten Teilen der Welt wird es bald wieder so
sein, wie es in der Geschichte der menschlichen Zivilisation
fast immer war und wie es dem Grundprinzip dieses Systems
entspricht: Es wird wenige geben, die viel haben, und viele,
die nichts haben. (2010, S.10)
Spätestens
beim nächsten Aufschwung wird sich ganz eindeutig zeigen, in
welchem Ausmaß die Finanzkrise die Reichen einmal mehr noch
reicher gemacht und euch, die Mittelschicht, noch weiter
dezimiert hat. Dann werden die Soziologen am Zug sein und den
unaufhaltsamen gesellschaftlichen Trend der zerfallenden
Mittelschicht analysieren, an dem in Wirklichkeit nur eines
schuld ist: euer ökonomisches Unwissen." (2010, S.103)
Konsumidioten
(...) sind die Melkkühe Nummer eins des Systems. Als
Unternehmer gehen sie pleite, als Angestellte tappen sie in
die Schuldenfalle." (2010, S.129)
(aus: Gerald Hörhan
"Investment Punk")
"Finanzbildungsoffensiven,
die mit der Abgrenzung gegenüber »finanziellen Analphabeten«
werben, (können) als distinktionsorientierter Diskurs
begriffen werden, der in Deutschland im Kontext eines
Kulturkampfs neuer Bürgerlichkeit zu verorten ist (...).
Initiativen
zur Hebung der Finanzbildung transportieren ein Leitbild, das
mit dem Begriff Finanzbildungsbürgertum charakterisiert werden
kann. Dieser bezeichnet eine neuartige Aufladung des
Bildungsbürgertums und seiner sozialen Mechanismen unter
Bedingungen der Finanzialisierung.
(...).
Die vom Leitbild Finanzbildungsbürgertum geprägte Kultivierung
der Eigenverantwortung und persönlichen Kompetenz trägt zu
einer gesellschaftlichen Ordnungsvorstellung bei, in der
gesellschaftliche Verantwortung und Lastenteilung für
Risikovorsorge delegitimiert wird."
(Beat Weber in
"Finanzbildungsbürgertum und die Finanzialisierung des
Alltags", Prokla, Nr.3, 2010, S.388f.)
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Ab sofort finden Sie
auf der Website
www.single-luege.de
einen monatlichen Rückblick auf das Single-Dasein im Spiegel der
Medien. Auf einer Seite übersichtlich zusammengefasst und verlinkt.
Den aktuellen Rückblick August 2010 finden Sie
hier. |
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Wort des Jahres: Wutbürger
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Die taz reklamiert
den Begriff "Wutbürger" für seinen Autor Benno SCHIRRMEISTER, der
ihn
bereits 2008
für die Mitglieder einer rechten Wählervereinigung verwendet
hatte. Die
Welt
hält dagegen
Dirk KURBJUWEIT
für den Erfinder des Wortes. Der jedoch hat den Begriff nur
verallgemeinert auf gerade aktuelle Proteste, was zur
Popularisierung geführt hat.
Im
DeutschlandRadio spricht
Burkhard MÜLLER-ULRICH dem Begriff die bisherige Popularität ab.
Verschafft also die Gesellschaft für deutsche Sprache dem Begriff
nun erst jene öffentliche Popularität, die sie nur behauptet? |
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AFP (2010): Mehr Geburten.
Staat muss mehr Elterngeld zahlen,
in: Tagesspiegel v. 18.12.
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Wie bereits anlässlich der Veröffentlichung
der Geburtenrate
im November von single-dasein.de
berichtet wurde, war die
tatsächliche Geburtenzahl 2009 höher als vom Statistischen Bundesamt
zuerst geschätzt. Obwohl die Familienministerin Kristina SCHRÖDER
noch vor kurzem
das Elterngeld nicht als bevölkerungspolitische Maßnahme,
die es ist,
verstanden wissen wollte, werden jetzt wieder Geburtensteigerungen
bejubelt:
-
"Noch
im Januar 2010 sei das Statistische Bundesamt von 645 000 bis 660
000 Geburten im Jahr 2009 ausgegangen.
Tatsächlich
aber seien 665 126 Kinder geboren worden. Dieser Trend setze sich
fort. Im ersten Halbjahr 2010 hätten die Geburten gegenüber dem
Vorjahreszeitraum sogar um 1,2 Prozent zugenommen."
Das
Elterngeld geriet in letzter Zeit von unterschiedlicher Seite unter
Beschuss (mehr
hier,
hier und
hier), sodass solche
Geburtensteigerungen nun besonders betont werden müssen. |
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HUBER, Ortrun (2010): Weiblich, alt - arm?
Politikwissenschaftler untersuchen, wie sich die unterschiedlichen
Lebensentwürfe von Frauen auf deren Alterssicherung auswirken,
in: Tagesspiegel v. 18.12.
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KÖNIGSDORF, Jörg (2010): Wir Hungerkünstler.
Kein Geld, aber ein tolles Leben: Früher galt die Bohème als
schick. Heute, in Zeiten von Hartz IV, geht es bei den Kreativen um
Bescheidenheit,
in: Tagesspiegel v. 18.12.
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Die
ZEIT widmete ihr ein Dossier,
das Stadtmagazin
zitty eine Titelgeschichte, nun
widmet sich also auch der Tagesspiegel den Berliner
Kreativen. Im Mittelpunkt steht jedoch nicht die schicke digitale,
sondern die analoge Bohème. |
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HEIN, Christoph (2010): Senior Hippie.
Vor mehr als vierzig Jahren brachen sie aus Deutschland nach Goa
auf. Inzwischen sind aus den Blumenkindern Rentner geworden. In ihrem
Paradies stranden heute die Pauschaltouristen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.12.
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GEHLEN, Dirk von (2010): Das ganze Web schaut zu.
Noch immer beklagen Eltern die Sorglosigkeit der digitalen Jugend
von heute - dabei sind sie es doch, die völlig naiv Fotos und Videos
ihrer Kids ins Netz stellen. Über die neue Form von Öffentlichkeit im
Zeitalter von YouTube, Facebook und Co.,
in: Süddeutsche Zeitung v. 18.12.
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DECKSTEIN, Dagmar/HAAS, Sibylle/LÄSKER, Kristina (2010): Generation
50 plus.
Mit 45 zu alt für einen Wechsel, mit 55 in den Ruhestand? Seit dem
Beschluss über die Rente mit 67 ist es damit vorbei. Später aber doch
wird in den Betrieben überlegt, wie man Senioren besser einsetzen
kann. Einige haben damit schon Erfahrung,
in: Süddeutsche Zeitung v. 18.12.
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SCHUSTER, Jacques (2010): "Form ist ein Geschenk".
"Wir haben die alte Welt verloren und können die neue noch nicht
finden" - Martin Mosebach über die Atmosphäre in Deutschland, das
Biedermeierliche unserer Zeit und die Schwierigkeit, einen Roman zu
schreiben,
in: Welt v. 18.12.
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EVERT, Hans (2010): Das große Geschäft mit den Kleinen.
Mit Dussmann steigt jetzt ein Milliardenkonzern ein. Ziel ist der
Aufbau einer Kindergarten-Kette,
in: Welt v. 17.12.
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DESTATIS (2010): Jede 5. Frau im Alter zwischen 41 und 45 Jahren
kinderlos,
in: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes v. 17.12.
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Weil die Kinderlosigkeit in Deutschland nur
alle 4 Jahre richtig erfasst wird, gibt es nun eine magere Meldung,
die keine neuen Erkenntnisse bringt.
Fakt
ist jedenfalls, dass die um 1965 geborenen Frauen nicht zu einem
Drittel kinderlos geblieben sind, wie das
bis vor einigen Jahren immer wieder
von Nationalkonservativen um Herwig BIRG und Jürgen BORCHERT
behauptet wurde.
Unbelehrbare wie Thilo SARRAZIN
glauben sowieso nur jener Statistik, die sie selber gefälscht haben.
Im
Februar 2005 - anlässlich des Romans
Die Jugend von heute von
Joachim LOTTMANN - der bereits vor einem halben Jahrzehnt die Themen
von Thilo SARRAZIN vorwegnahm, schrieb single-generation.de,
dass nun
die in den 1970er Jahren geborenen
geburtenschwachen Jahrgänge ins
Visier geraten. Denen wurde von Demografen wie Jürgen DORBRITZ
prognostiziert, dass sie zu einem Drittel kinderlos bleiben könnten.
Die Meldung des Statistischen Bundesamtes kokettiert mit diesem
Schreckensszenario:
"Der Übergang zum Leben mit Kind fand im Jahr 2009
schwerpunktmäßig bei den Frauen zwischen 27 und 34 Jahren
statt (Jahrgänge 1975 bis 1982); die meisten ersten Geburten
entfielen dabei auf die jüngeren Frauen dieser Jahrgänge.
Dennoch waren die 27- bis 34-jährigen Frauen Ende 2009 immer
noch fast zur Hälfte (48%) kinderlos: Bei den 34-jährigen
Frauen waren es noch 34%, bei den 27-jährigen sogar 70%."
Was
vor 10 Jahren der Jahrgang 1965 war, das ist nun der Jahrgang 1975.
Wiederholen sich nun also die alten Debatten wieder? Oder haben wir
aus der Tatsache, dass
bei der Generation Golf lange Zeit der
Anteil der Spätgebärenden, also der über 34 Jährigen unterschätzt
wurde, gelernt?
Aufgrund
der Zunahme der Akademikerinnen und der weiteren Verschiebung von
Erstgeburten dürften auch die in den 1970er Jahren wieder ähnliche
Geburtenraten wie die Mitte der 1960er Geborenen erreichen. Und noch
immer gilt:
kein einziger Frauenjahrgang hat bislang die
Geburtenrate von 1,3 erreicht, die
gerne in den Medien verbreitet wird. Der Frauenjahrgang 1965 hat
eine Geburtenrate von ca. 1,5 erzielt. |
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LENZEN-SCHULTE & Jachim MÜLLER-JUNG (2010): Das bittere Ende kommt
noch.
Gesund leben, gesund altern - jeder will das. Doch immer weniger
Menschen werden damit rechnen können. Unser medizinisches System
kapituliert vor dem demographischen Wandel,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.12.
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Ist das nun ein Artikel über den Zusammenhang
von demografischem Wandel und Gesundheitssystem wie die Headlines
weismachen wollen oder doch nur Lobbyarbeit im Dienste des
Bundesverbandes Geriatrie? Viel mehr als auf
dessen Website
steht im Artikel jedenfalls nicht. Sollte man also solche Artikel
nicht besser gleich als Anzeigen deklarieren statt als
Qualitätsjournalismus? Zum Beispiel für das Weißbuch Geriatrie
des Bundesverbandes Geriatrie. Oder
wäre es nicht besser, wenn man
gleich den Bundesvorsitzenden schreiben ließe statt Journalismus
vorzutäuschen? |
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ZEITmagazin-Titelgeschichte:
Wir lieben unsere Kinder.
Aber wir hassen unser Leben |
HENSEL, Jana (2010): Unglück im Glück.
Familie: Warum moderne Eltern hin und her gerissen sind zwischen
Lifestyle und dem wahren Leben,
in: ZEITmagazin Nr.51 v. 16.12.
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zitty
Berlin-Titelgeschichte:
Wie viele Kreative verträgt Berlin?
Von Weltmarktführern, Urbanen
Pennern und dem neuen Kreativ-Prekariat |
DENK, Felix (2010): Wie viele Kreative verträgt die Stadt?
Es sind über 180.000, sie erwirtschaften 15 Prozent des
Bruttoinlandprodukts von Berlin. Wo sie sind, steigen die Mieten.
Was sie tun, gilt als Öl der postindustriellen Gesellschaft. Aber
was haben eigentlich die Kreativen von ihrem Image als
Wachstumsmotor?
in: zitty Berlin Nr.26 v. 16.12.
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HAARHOFF, Heike (2010): "Menschliches Leid verringern".
Embryonentests: Der französische Ethiker Axel Kahn über den
entspannten Umgang mit der Präimplantationsdiagnostik in seinem Land
und was Deutschland daraus lernen kann,
in: TAZ v. 15.12.
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STEINAECKER, Thomas von (2010): Wer glaubt denn an die Rente mit 67?
Ich kann schon nicht mehr schlafen, wenn ich an mein Alter denke.
Die Politik hat noch vierunddreißig Jahre, um eine Lösung für mich zu
finden,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.12.
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LINDNER, Christian (2010): Ungleichheit ist besser.
Die neue Studie "Gleichheit ist Glück" wird politisch gefeiert. Für
FDP-Generalsekretär Christian Lindner ist Ungleichheit besser, denn
sie ist die Hefe im Teig der Marktgesellschaft. Ein Gastkommentar,
in: Tagesspiegel v. 14.12.
WALTER, Franz (2010): Wut auf die Demokratie.
FDP: Die Mitglieder fühlen sich als die Leistungsträger und sehen
sich verlacht. Das Potenzial für eine rechtspopulistische Wandlung der
Partei wächst,
in: TAZ v. 14.12.
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HAGER, Angelika & Sebastian HOFER (2010): Der Stand der Dinger.
Die Lust des Mannes: Er besitzt ein Pendant zum G-Punkt, kann
seinen Orgasmus vortäuschen, ist weit weniger schwanzgesteuert als
sein Ruf und durchleidet ebenso wie die Frau ein Klimakterium. Neue
Forschungen revidieren die gängigen Klischees über männliche
Sexualität und die Ursachen für Libidoverlust und Potenzstörungen,
in: Profil Nr.50 v. 13.12.
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REXER, Andrea (2010): Alleinverdienerinnen.
Der unsichere Arbeitsmarkt, schlecht bezahlte Jobs und immer
bessere Ausbildung von Frauen: In Österreich wird bald jeder zehnte
Paarhaushalt finanziell von einer Frau versorgt. Tendenz steigend,
in: Profil Nr.50 v. 13.12.
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GELINSKY, Katja (2010): Bauch der Erinnerung.
Die Schwangerschaft, in Gips gebannt: Das geht bei der Künstlerin
im Studio. Oder mit dem Set zum Selbermachen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.12.
FRITZEN, Florentine (2010): Pastinake ist auch sehr lecker.
Bloß nicht auf der Karotte beharren: Im Pekip-Kurs darf die
Großstädterin ganz Mutter sein,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.12.
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RÜTHER, Tobias (2010): Unser Dorf soll schöner werden.
Die Berliner Kastanienallee wird saniert. Das passt vielen nicht.
Ein Schlichter soll es richten,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.12.
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KOLONKO, Petra (2010): Die Prüfung, die kaum jemand schafft.
Die Einwanderungspolitik in Japan ist rigide. Dabei schrumpft die
Bevölkerung. Und der Fachkräftemangel ist groß,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.12.
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Peter Sloterdijk in der Debatte
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BRÜNS, Elke (2010): Der gute Mensch aus Karlsruhe.
Peter Sloterdijk verteidigte erneut seine Theorie der Gabe gegen
das "unpaulsible Konstrukt" staatlicher Steuern in der Zeit. Doch
ist es gerade die Gabe, die verstrickt in den Schuld und
Verschuldungszusammenhang, aus dem Sloterdijk die Bürger befreien
will,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.12.
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MATZIG, Gerhard (2010): Wer reinkommt, ist drin.
"Urbanität" ist etwas, das fast jeder will in Deutschland - aber
kaum jemand hält sie aus. Deshalb wird gegen die Zumutungen der Städte
wie nie zuvor protestiert,
in: Süddeutsche Zeitung v. 11.12.
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Haruki Murakami - 1Q84
RADISCH, Iris (2010): Kaltes Märchen vom Mond.
Haruki Murakamis neuer Roman "1Q84" treibt hohen
Kolportageaufwand und ist dennoch unwiederstehlich,
in: Die ZEIT Nr.50 v. 09.12.
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LEBERT, Stephan (2010): Alice im Feindesland.
Der Krieg der Geschlechter ist beendet - sagen viele. Alice
Schwarzer führt ihn weiter und gerät unter Feuer. Eine Begegnung,
in: Die ZEIT Nr.50 v. 09.12.
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LIERE, Judith (2010): Online-Dating, Computerliebe, Computerliebe.
Immer mehr Menschen suchen die Liebe im Netz. Die Ethnologin
Julia Dombrowski hat über das Phänomen geforscht und war
überrascht von der Rationalität bei Online-Dates,
in: ZEIT Online v. 09.12.
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HAAR, Ania (2010): Katholiken auf Online-Partnersuche.
Gerade für streng gläubige Katholiken stellt sich die Suche nach
der großen Liebe nicht immer einfach dar. KathTreff setzt nicht auf
Partner- sondern auf Heiratsvermittlung - ausschließlich für
Katholiken,
in: Die Presse v. 09.12.
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ZDF (2010): Singles in Deutschland.
Trend geht zum Ein-Personen-Haushalt,
in: Sendung des ZDF v. 09.12.
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Wie man mit Statistik lügt, zeigen regelmäßig
die Medien. Was vom
Trend zum Ein-Personen-Haushalt zu
halten ist, das sagt die Familiensoziologin
Rosemarie NAVE-HERZ im aktuellen
Aufsatz Die
Familie im Wandel:
"Das
Zusammenleben mit Kindern ist im Leben des Einzelnen (...) eine fast
übliche Erfahrung geblieben. Sie ist aber im Lebensverlauf zu einer
transitorischen Phase geworden (...). Die Familienhaushalte sind
zwar querschnittsmäßig betrachtet im Vergleich zu den anderen
Lebensformen in eine Minoritäten-Stellung gerutscht, obwohl - um es
noch einmal zu betonen - die weit überwiegende Mehrheit unserer
Bevölkerung in ihrem Leben eine Familie bildet." (2010, S.44f.)
Man
könnte es auch deutlicher sagen: Der Trend zum Ein-Personen-Haushalt
ist ein wissenschaftliches Artefakt.
NAVE-HERZ
relativiert die
Rede vom "schrumpfenden Familiensektor",
die von Nationalkonservativen in den vergangenen Jahren
popularisiert wurde, genauso wie die Rede von der Pluralisierung der
Lebensformen. Letztendlich bleibt vom sozialen Wandel wenig übrig:
Postadoleszente Lebensformen und
das Alter sind die Horte der
Pluralisierung, während das mittlere Erwachsenenalter überwiegend
traditionellen Mustern folgt.
Die
Sozialforschung hat größte Probleme mit der Erforschung
"alternativer Lebensformen", nicht weil sie so sehr zugenommen
haben, sondern im Gegenteil, weil sie kaum aufzufindende
Lebensformen sind. Es müssen eigens kostspielige und aufwendige
Sondererhebungen durchgeführt werden, um überhaupt zu
repräsentativen Ergebnissen zu kommen. Der
Soziologe Stefan HRADIL hält
Singles in den Medien zu Recht für überbewertet.
Lediglich
als Projektionsfiguren von Nicht-Singles treffen sie überhaupt auf
ein öffentliches Interesse. Auch in der Pflegedebatte geht es
deshalb nicht wirklich um Singles, sondern um die
Ängste von älter werdenden Eltern, die bei der
Pflege nicht mehr auf die Hilfe ihrer eigenen Kinder zählen können.
Mit Singles werden also vor allem Stellvertreterkriege von Eltern
geführt. Offenbar will das jedoch niemand hören. Viel einfacher ist
es da, die eigenen Ängste mit Singles in Verbindung zu bringen: die
junge Mutter und der junge Vater von heute ist die Witwe/der
Witwer/Alleinlebende von morgen. Das ist der tatsächliche
Hintergrund der
Rede von der Single-Gesellschaft. |
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SCHMID, Michael (2010): "The innere Schweinehund does not live here
anymore".
Eine Grenze zwischen Freizeit und Arbeitszeit ist immer schwieriger
zu ziehen. Meetings finden in lockerer Freizeitatmosphäre statt, durch
mobiles Internet wird jeder Ort jederzeit zum potentiellen
Produktionsort und wichtige Entscheidungen werden immer öfter beim
Afterwork-Cocktail getroffen. Privat- und Berufsselbst der
Wissensarbeiter verschmelzen dadurch zu einem holistischen Ganzen.
Diedrich Diederichsen über die Rolle, die der Wunsch nach »Intensität«
dabei spielt,
in: Jungle World Nr.49 v. 09.12.
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POSCHARDT, Ulf (2010): Kinder wollen Werte,
in: Welt v. 09.12.
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DRIBBUSCH, Barbara (2010): Acht Sorten Millionär.
Geld: Wie ticken die besonders Wohlhabenden? Bei etwa einem Drittel
legte eine Erbschaft das Fundament für das Vermögen, bei 16 Prozent
eine Heirat. Die Mehrheit der Reichen glaubt, dass ein jeder im Leben
das bekommt, was er verdient,
in: TAZ v. 09.12.
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Moritz von Uslar - Deutschboden
SCHOLL, Joachim (2010): Schreibtischtäter im Kuhstall.
Zwei Neuerscheinungen porträtieren die deutsche Provinz. Gespräch
mit Barbara Bollwahn und Moritz von Uslar,
in: DeutschlandRadio v. 08.12.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News
vom 01. - 07. Dezember 2010
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