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Medienrundschau:
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News vom
14. - 30. November 2014
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Zitat
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Kinderlose
sind solidarischer als Eltern
Statt "sich in die Familie
zurückzuziehen, schaffen viele Kinderlose neue Formen des
solidarischen Zusammenlebens, die unsere alternde Gesellschaft
dringend braucht. Viele meiner Interviewpartnerinnen basteln an
Wohnprojekten, Mehrgenerationenhäusern und Landkommunen; und sie
versuchen, Themen wie drohende Altersarmut und Pflege darin zu
integrieren.
Sie machen so auch die Unzufriedenheit über die herkömmlichen
Familienkonzepte und Geschlechterverhältnisse nach außen hin
deutlich, denn sie schaffen Alternativen abseits der gewohnten
Kleinfamilie, die dann auch wieder das Zusammenleben mit Kindern
ermöglichen - es müssen ja nicht immer zwingend die biologisch
eigenen sein."
(Sarah Diehl "Bin
ich denn ein Freak?", Brigitte Nr.23 v. 22.10.2014) |
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GÖRES, Joachim (2014): "Man muss alte Leute mögen".
Betreuung: Ergänzung zu Pflege und
Hausarbeit: Seniorenassistenten nehmen sich Zeit für Menschen, die
sonst oft allein sind. Das Berufsbild ist nicht geschützt, die
Ausbilder bieten unterschiedliche Qualifizierungen an,
in:
TAZ v. 29.11.
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KNIPPHALS, Dirk (2014): Der Geist ist sein tägliches Gemüse.
Intellektuelle: Wie Botho Strauß zum
berüchtigten Dichter wurde und sich inzwischen wieder etwas lockerer
macht,
in:
TAZ v. 29.11.
Neue Bürgerlichkeit für Anfänger:
Dirk KNIPPHALS macht den Schriftsteller
Botho STRAUß für ehemalige "Linksalternative" salonfähig. Die
Vorarbeit dazu hat
Heinz STRUNK geliefert.
"Man muss als
links-alternativer Mensch vielleicht etwas die Augen
zusammenkneifen, aber dann kann man vielleicht sogar so etwas wie
einen konservativen Entwicklungsroman wahrnehmen: vom Exil der
brüsken Gegenwartsfeindschaft hin zu einem aufgeklärten, liberalen
Konservatismus, der Traditionen beschreibt und sich um Herkünfte
bekümmert. Die entscheidende Wende liegt darin, dass das Gewesene
und Vorangegangene in diesem Band nicht mehr als etwas der
Gegenwart positiv Entgegenstehendes begriffen wird, sondern als
etwas, was die Gegenwart bereichern kann",
meint
Dirk KNIPPHALS anlässlich des
Trendbuches Herkunft und fügt damit den
Lebensromanen eine neubürgerliche Variante hinzu.
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MAAK, Niklas (2014): Die Veröffentlichung unserer Körper.
Generali-App: Als erster
europäischer Versicherer bietet Generali Preisnachlässe an, wenn seine
Kunden ihm ihre Körperdaten per App zusenden und so beweisen, dass sie
gesund leben. Aber wer sagt, was "gesund" ist?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.11.
"Was »gesund« ist, wird nicht
mehr in einem öffentlichen Willensbildungsprozess zwischen Politik
und Wählern, Experten und Medien verhandelt, sondern von
Privatkonzernen diktiert",
kritisiert Niklas MAAK. Liegt dem
Journalisten also weniger das Wohl des Bürgers als der
Machtverlust seiner
Branche am Herzen?
Niklas MAAK tut so, als ob es
sich hier um ein neues Phänomen handelt, aber Versicherungen
betreiben bereits seit langer Zeit solche Biopolitik, z.B. wenn die
mehr oder weniger willkürlich angesetzte Sterblichkeit der
Bevölkerung Versicherungstarife rechtfertigt. Wir haben es also hier
lediglich mit einer Verfeinerung der Methoden zu tun. Man lese dazu
z.B. François EWALD ("Die Versicherungsgesellschaft") in dem Buch
Politik in der Risikogesellschaft aus dem Jahr 1991, in dem
er der Versicherung als politische Technologie eine geradezu
konstitutive Bedeutung für die moderne Gesellschaft zuschreibt:
"Hervorgerufen durch die
Entwicklung der »Versicherungs-Gesellschaft« werden (...) Probleme
ihre Lösung nur in den Kategorien und der Sprache der Versicherung
finden. Weil nur sie die erforderliche Objektivität besitzt, ist
sie die Bedingung der Kommunikation unter Bürgern". (1991, S.300)
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SCHLAFFER, Hannelore
(2014): "Emanzipiert sind wir schon".
Der Wandel zu Kindern und Karriere:
Die Befreiung der Frau ist eine soziale Revolution von
welthistorischer Bedeutung. Mittlerweile hat sich der Übergang von der
aufständischen zur organisatorischen Phase vollzogen. Emanzipation ist
in den meisten westlichen Staaten zum Ziel der Politik geworden,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 28.11.
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DRIBBUSCH, Barbara
(2014): Der Sozialstaat profitiert von der Einwanderung.
Migration: Für Deutschland erweist
sich die Einwanderung als ein Gewinngeschäft - mit steigender Tendenz,
sagt eine aktuelle Studie. Das widerspricht der "gefühlten Belastung"
der Sozialkassen. Damit das auch so bleibt, müssen Einwanderer aber
gut qualifiziert sein,
in:
TAZ v. 28.11.
DRIBBUSCH, Barbara
(2014): Die Rechnung erweitern.
Über den Nutzen der Migration,
in:
TAZ v. 28.11.
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Clarisse Thorn - Fiese Kerle?
OESTREICH, Heide
(2014): "Alles blöde Schlampen".
Aufriss: Wer so denkt, hat weniger
Angst vor einer Abfuhr, sagt Psychologe Andreas Baranowski. Sexuelle
Übergriffe seien bei Pickup Artists trotzdem die Ausnahme,
in:
TAZ v. 25.11.
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HOFMANN, Markus
(2014): Die Verheissung der reproduktiven Freiheit,
in:
Neue Zürcher Zeitung Online v. 25.11.
"Ethikkommissionen säen, was
später politisch geerntet und rechtlich verbindlich wird. Schaut man
sich die einschlägigen Stellungnahmen der Ethikkommission an, fällt
auf, wie weit sie sich vom geltenden Recht entfernt hat. Gegenüber
dem Social Freezing zeigt sie sich
zwar kritisch, doch eine Mehrheit ihrer Mitglieder unterstützt
sowohl die Eizellen- als auch die Embryonenspende. Und sie ist der
Ansicht, dass die Leihmutterschaft grundsätzlich zugelassen werden
könne. Der Boden für weitere Liberalisierungsschritte ist bereitet",
meint Markus HOFMANN mit Blick auf die bevorstehende Zulassung der
Präimplantationsdiagnostik (PID) durch das Schweizer Parlament.
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DRIBBUSCH, Barbara
(2014): "Lost Love" quillt fast über.
Aufreisserkurse und Flirttips sind
wieder angesagt. Funktioniert das überhaupt noch für Leute ab 50?
in:
TAZ v. 24.11.
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WELT
AM SONNTAG-Thema:
Armutsfalle Scheidung
Immer mehr Paare
trennen sich nach langer Ehe. Der Krieg ums Geld wird dann
besonders teuer - mit herben Verlusten auf beiden Seiten |
MEYER-Radtke, Marion & Michael FABRICIUS
(2014): Liebe, Geld und Rache.
Viele Ehepaare trennen sich nach der
Silberhochzeit und liefern sich eine wahre Trennungsschlacht. Daraus
können beide als Verlierer hervorgehen,
in:
Welt am Sonntag v. 23.11.
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SCHAAP, Fritz
(2014): Bauer kauft Frau.
Die Partnersuche wird in China immer
schwieriger. Auf dem Land entstehen Junggesellendörfer, mancher Bauer
besorgt sich seine Braut bei Menschenhändlern. Denn die Frauen ziehen
in die Städte, wo sie Arbeit finden und auf eine gute Partie hoffen.
Die Männer dort heuern teure Vermittler an,
in:
Welt am Sonntag v. 23.11.
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FRITZEN, Florentine
(2014): Baby.
Das gibt Ärger: Deutsche Gerichte
schützen die Ehe. Dabei verlangt das Grundgesetz gerade das. Derweil
entsteht ein Markt für Babys,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 23.11.
Florentine FRITZEN findet es ganz okay, dass die Kostenerstattung bei
künstlicher Befruchtung nur für Ehepaare gilt. Sie sieht dadurch eine
Stärkung der Institution Ehe:
"Praktiker berichten, dass sich
mehr als die Hälfte der unverheirateten Paare für die Ehe entscheidet,
sobald klar wird, dass sich der Kinderwunsch nicht auf natürlichem Weg
erfüllt - und also teuer wird."
Außerdem fordert sie mehr
Aufklärungskampagnen, denn die biologischen Uhren der Frauen ticken
ihr zu spät.
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KAUBE, Jürgen (2014): Die Lage, die Lage, die Lage.
Was Stadtsoziologen heute wissen -
und was nicht,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 23.11.
Jürgen KAUBE referiert den Artikel
Kontexteffekte von Wohngebieten von Jürgen FRIEDRICHS im
aktuellen Themenheft der Kölner Zeitschrift für Soziologie
und Sozialpsychologie.
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CARSTENS, Peter
(2014): Bezahlt wird später.
Die Rente mit 63 ist zum großen
Renner geworden. Die Schwachen bluten für die Starken,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 23.11.
Peter CARSTENS spielt auf Seite 1 Arbeitnehmer gegeneinander aus.
Wie wäre es dagegen, die Arbeitsbedingungen für ältere Arbeitnehmer
zu verbessern? Stattdessen liefert Corinna BUDRAS einen Bericht über
die zukünftige Arbeitswelt: Der totalüberwachte Mitarbeiter.
Und PETERSDORFF schwärmt von der Rente mit 83.
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PETERSDORFF, Winand von
(2014): Von der Schönheit des Alterns.
Deutschland vergreist. Was für ein
Fortschritt. Denn die Alten von heute sind gesund, mobil und
lernfähig. Sie können Bäume ausreißen, wenn man sie nur ließe. Es wird
Zeit, einmal ganz entspannt über die Rente mit 83 nachzudenken,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 23.11.
Wenn es um die Verlängerung der
Lebensarbeitszeit geht, dann sind plötzlich alle Hochbetagten
kerngesund, geht es um geplante Einschnitte ins Sozialsystem, dann
sind Hochbetagte plötzlich alle pflegebedürftig. So verspielt man
Glaubwürdigkeit!
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Singles in China
HEILMANN, Sebastian
(2014): China wird alt, bevor es reich wird.
Der Sonntagsökonom: Die Alterung der
Gesellschaft macht den Chinesen mehr zu schaffen als den Europäern,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 23.11.
"Die seit den 1980er Jahren betriebene Politik der
Geburtenkontrolle hat dazu geführt, dass die Bevölkerung rasant
altert (...).
Das chinesische Pro-Kopf-Einkommen beträgt nur etwa ein Siebtel
des deutschen. Chinas Geburtenrate aber liegt mit 1,6 Kindern pro
erwachsener Frau auf westeuropäisch niedrigem Niveau. Mehr als 200
Millionen von insgesamt knapp 1,4 Milliarden Chinesen sind heute
schon älter al 60 Jahren",
listet
Sebastian HEILMANN auf. Warum dies zu einer zentralen
Herausforderung werden soll, dazu liefert er jedoch keine Zahlen.
Entweder gibt es keine Vorausberechnungen für die nächsten
Jahrzehnte oder der Autor verschweigt sie uns. Oder ist die
demografische Entwicklung überhaupt nicht der entscheidende Faktor
für eine nationale Wirtschaft?
Bei dem Artikel handelt es sich
um eine verkürzte Version der PR
Chinas demographisches Dilemma: Überalterung der Gesellschaft wird
internationalen Wettbewerb verschärfen von Elena KLORER und
Sebastian HEILMANN, dem Geschäftsführer eines privaten "Think
Tanks".
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OESTREICH, Heide
(2014): Streicht die Ehe.
Die Krankenkassen können Zuschüsse
zur künstlichen Befruchtung nur an Verheiratete zahlen. Das sei
rechtens,
in:
TAZ v. 22.11.
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JELLEN, Reinhard
(2014): "Es gibt vermehrt Armut trotz Arbeit".
Christoph Butterwegge über zehn
Jahre Hartz IV,
in:
Telepolis v. 21.11.
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BÖNT, Ralf
(2014): Man muss den Mann als Mutter denken.
Geschlechterkampf: Der moderne
Mensch hat sich erschöpfend mit der Lage der Frau befasst. Jetzt ist
auch mal genug: Die ganze Aufmerksamkeit sollte dem Mann gelten. Er
ist der Verlierer des Patriarchats,
in:
Welt Online v. 21.11.
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HAHNE, Silke
(2014): Cryostore konserviert den Kinderwunsch.
Unter dem Stichwort "Social Freezing"
hat das Angebot von Apple und Facebook, Eizellen ihrer
Mitarbeiterinnen auf Firmenkosten einzufrieren, eine Debatte
losgetreten. Das Unternehmen Cryostore aus Essen legt Kinderwünsche
tagtäglich buchstäblich auf Eis - beziehungsweise in Stickstoff,
in:
DeutschlandRadio v. 21.11.
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taz-Titelthema:
Kinder nur mit Trauschein.
Urteil:
Bundessozialgericht verbietet Krankenkassen, unverheirateten
Paaren die künstliche Befruchtung zu bezahlen. Grüne und Linke
wollen Gesetz ändern |
RATH, Christian
(2014): Ehe besser fürs Kind, sagt das Gesetz.
Urteil Bundessozialgericht:
Krankenkasse darf Unverheirateten nicht die künstliche Befruchtung
zahlen,
in:
TAZ v. 19.11.
HAARHOFF, Heike
(2014): Grüne und Linkspartei: Gesetz ändern!
Reaktionen: Opposition will
nichteheliche Paare gleichstellen. SPD verweist auf andere Zuschüsse.
Union findet's gut, wie es ist,
in:
TAZ v. 19.11.
SCHMOLLACK, Simone
(2014): Verstaubtes Familienbild.
Über das Urteil zur künstlichen
Befruchtung,
in:
TAZ v. 19.11.
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LÜBBERDING, Frank
(2014): Mehr als nur nackte Zahlen.
In der Debatte über die Rente diskutieren alle seit 25 Jahren mit
den gleichen ökonomischen Argumenten. Interessanter sind die
gesellschaftspolitischen Folgen des demografischen Wandels, zeigte
"hart aber fair",
in:
faz.net v. 18.11.
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HENCKEL, Elisalex
(2014): "Wir werden viele aufgebrachte Frauen erleben".
Krebs, Nierenversagen, Unfruchtbarkeit: Die Entnahme von Eizellen
birgt Risiken für Mutter und Kind, die wir jetzt noch nicht absehen
können, warnt Forscherin Diane Tober,
in:
Welt v. 17.11.
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SCHIPPER, Lena (2014): Nur die Liebe zählt.
Immer weniger Menschen auf der Welt gehen eine Ehe ein, die von
ihren Verwandten arrangiert wurde. Das liegt am wirtschaftlichen
Fortschritt. Die Liebenden müssen nun keine Rücksicht mehr auf ihre
Sippe nehmen,
in:
Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung v. 16.11.
Lena SCHIPPER präsentiert zwei Sichtweisen über die Zukunft
arrangierter Ehen. Die Ökonomin Gabriela RUBIO geht aufgrund von
Ländern wie Indonesien, China, Ghana und der Türkei vom Niedergang der
arrangierten Ehen aus, während die Journalistin Anita JAIN am Beispiel
von Indien und Bangladesch eine Modernisierung der arrangierten Ehen
aufzeigt.
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NIENHAUS, Lisa
(2014): Babys ohne Sex.
Um ein Kind in die Welt zu setzen, braucht es keinen
Geschlechtsverkehr. Die Produktion übernimmt eine profitable
Industrie. Und das soll Fortschritt sein,
in:
Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung v. 16.11.
Lisa NIENHAUS gruselt es vor der Reproduktionsmedizin: zwar werden
Menschen noch nicht wie
bei Aldous HUXLEY in Flaschen geboren, aber
der Ausnahmefall der künstlichen Befruchtung könnte zukünftig zur
Regel werden. Deutschland ist jedoch Entwicklungsland:
"Knapp 51000 Versuche künstlicher
Befruchtung gab es in Deutschland im Jahr 2012. Mehr als 13000 Frauen
wurden so schwanger. Wie viele dieser Kinder am Ende geboren wurden,
ist nicht genau bekannt. Dokumentiert sind 7000 Geburten für 2012,
doch die Gesamtzahl liegt wohl deutlich höher, weil viele
Schwangerschaften nicht verfolgt wurden. Für das Jahr 2010 ist die
Zahl von 14000 Babys durch künstliche Befruchtung in Deutschland
bekannt.
Zwar ist das immer noch nur ein kleiner Anteil aller Geburten in
Deutschland - etwas mehr als zwei Prozent. Aber die Zahl wächst stark,
in Deutschland wie internationale. Und andere Länder zeigen, was
möglich ist: etwa Dänemark, wo schon knapp sechs Prozent aller Kinder
auf nichtnatürlichem Weg gezeugt werden."
Gemäß
NIENHAUS
steht die zweite reproduktionstechnologische Revolution bevor: Die
Loslösung der Schwangerschaften vom Alter der Mutter. Dazu präsentiert
NIENHAUS
den New Yorker Reproduktionsmediziner Norbert GLEICHER und den
Chemiker Carl DJERASSI, die diese Revolution rechtfertigen.
"»Eine Frau mit 51 Jahren war vor
100 Jahren sehr alt«, sagt Gleicher. »Aber heute ist eine 51-Jährige
immer noch recht jung. Wieso sollte sie keine Kinder haben?«
Schließlich hat eine Frau heute, wenn sie 51 Jahre alt ist, noch im
Schnitt genauso viele Lebensjahre vor sich, wie eine Frau Anfang des
19. Jahrhunderts bei ihrer Geburt."
Zum Schluss kommen jedoch wieder
die Gegenstimmen zu Wort, die vor der Entwicklung warnen:
Geschlechterwahl sowie die Optimierung des Nachwuchses hinsichtlich
optischer Ähnlichkeit mit der Mutter, Schönheit und Intelligenz drohen.
"Die einzige Gruppe von Frauen, die
Jahr für Jahr mehr Kinder bekommt als im Vorjahr, sind auch in
Deutschland die über 40-Jährigen."
Weshalb diese Frauengruppe
besonders vor ungewollter Kinderlosigkeit gewarnt wird, denn ab 35
nehme die Fruchtbarkeit rapide ab.
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ROSA, Hartmut
(2014): Welt zum Singen bringen.
These: Museum oder Tattoo-Studio?
Theater oder Boxclub? Wer Chancengleichheit an Schulen will, darf
nicht nur aufs Elitäre setzen,
in:
TAZ v. 15.11.
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UNSLEBER, Steffi (2014): Wissen wir zu wenig über Sex, Frau Henning?
Bedürfnisse: Der eine will nie, die
andere kommt nie, der Dritte will eigentlich nicht so hart. Und alle
scheinen erleichtert, mal darüber reden zu können. Wir haben die
Sexfragen unserer Leserinnen gesammelt und sie mit Ann-Marlene Henning
diskutiert. Der neuen Chefaufklärerin der Nation,
in:
TAZ v. 15.11.
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Benjamin Kunkel - Utopie oder Untergang
MISIK, Robert (2014): Ist mehr Gerechtigkeit möglich?
Kritik: Der New Yorker Benjamin
Kunkel hat einen klugen Essayband geschrieben,
in:
TAZ v. 15.11.
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DJERASSI, Carl
(2014): Unbefleckte Empfängnis.
Warum es der Gerechtigkeit zwischen
Männern und Frauen dient, wenn sie Sex und Fortpflanzung voneinander
trennen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 14.11.
Carl DJERASSI wendet sich gegen den Begriff "Social Freezing",
aber nicht gegen die Methode des Eizellen-Einfrierens:
"Ich lehne die deutsche
Bezeichnung »Social Freezing« ausdrücklich ab - im Gegensatz zu
der Methode an sich. Warum sage ich »deutsch«? Weil diese
englische Phrase, genau wie etwa das Wort »Handy«, nur im
Deutschen benutzt wird. Wenn Sie versuchen, »Social Freezing« in
den USA zu googeln, werden Sie nur deutsche Einträge finden. Warum
benutzt niemand den deutschen Ausdruck »gesellschaftliches
Einfrieren«? Ist er zu lang? Ist es »cool«, einen englischen
Ausdruck zu benutzen? Oder bedeuten die Fremdwörter auch eine
Verurteilung? Ich glaube, dass der Ausdruck aus dem deutschen
Wortschatz gestrichen werden sollte, bevor der Duden ihn verewigt,
so wie das Internet es jetzt schon tut. Die Phrase beleidigt alle
Frauen".
Man könnte "Social Freezing" auch
als politischen Kampfbegriff bezeichnen, denn er wird lediglich vor
dem Hintergrund der bevölkerungspolitischen Debatte um den
Geburtenrückgang plausibel. Der Begriff denunziert die späte
Mutterschaft, obwohl
im familienpolitisch angeblich vorbildlichen Frankreich das
durchschnittliche Gebäralter keineswegs niedriger ist als in
Deutschland.
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Zu den News vom 01. - 13. November 2014
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