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News vom
01. - 16. Januar 2015
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Zitat
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Freunde bieten Orientierung und Unterstützung im Alltag
"Man
darf nicht nur, man muss ständig Entscheidungen treffen. Das
führt nicht immer zum Glück, sondern oft zur Überforderung. Ich
zum Beispiel meide große Supermärkte. Also: große
Riesenmegasupermärkte, die nicht nur 20 verschiedene Sorten
Aprikosenmarmelade anbieten, sondern daneben 20 andere
Fruchtarten von jeweils 20 verschiedenen Marken. Was soll ich
mit dieser Auswahl anfangen? Entweder kaufe ich die, die ich
immer kaufe. Oder ich lasse mich von einem Tipp mir
wohlgesonnener Menschen durch den Angebotsdschungel leiten: den
Freunden und Bekannten.
Mit dem Internet geht es mir ähnlich. Ich bewege mich immer auf
den gleichen Seiten, habe erst kürzlich nach zehn Jahren zum
ersten Mal meine Startseite verändert und wage mich nur unter
einer Bedingung hinaus in die virtuelle Fremde: wenn ein Freund
oder eine Freundin einen Link mit mir teilt. Darum geht es bei
unseren
Freundschaften zu einem großen Teil: um Orientierung und
Unterstützung im Alltag. Ihr Einfluss auf uns ist nicht gering
zu schätzen. Wie das österreichische Magazin Profil im
Artikel
»Freunde
sind die Familie des 21. Jahrhunderts« berichtet, haben
Soziologen an der Harvarduniversität bei einer Untersuchung
herausgefunden, dass ein glücklicher, ausgeglichener Freund die
Chancen für die eigene Zufriedenheit um 25 Prozent erhöht. Ein
gut gelaunter Ehepartner besitzt hingegen nur ein Drittel dieser
Einflusskraft."
(Susanne
Lang "Ziemlich feste Freunde" 2014, 12f.) |
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HANDELSBLATT-Titelgeschichte:
Der falsche Prophet.
Die fünf
Irrtümer des Ökonomen Hans-Werner Sinn |
MÜNCHRATH, Jens u.a. (2015): Die Sinn-Frage.
Hans-Werner Sinn ist der einflussreichste und wortgewaltigste Ökonom
Deutschlands. Doch zunehmend manövriert sich der Chef des Ifo
Instituts mit seinen provokanten und nicht immer richtigen Thesen
ins Abseits,
in: Handelsblatt
v. 16.01.
FRATZSCHER,
Marcel (2015): 1. Targetsalden.
Der Ifo-Chef hat die Debatte über Ungleichgewichte in der Euro-Zone
in eine falsche Richtung gelenkt. Marcel Fratzscher erklärt die
Target-Falle und warum sie keine war,
in: Handelsblatt
v. 16.01.
BOFINGER, Peter
(2015): 2. Basar-Ökonommie.
Nach Hans-Werner Sinns These verlagert sich die Wertschöpfung
zunehmend ins Ausland - eine bizarre Vorstellung,
in: Handelsblatt
v. 16.01.
KEMFERT, Claudia (2015): 3. Grünes Paradoxon.
Geht es nach
Hans-Werner Sinn, sind alle Maßnahmen zum Klimaschutz unwirksam. Ein
Irrglaube,
in: Handelsblatt
v. 16.01.
RÜRUP, Bert (2015): 4. Kinderrente.
Würde
Hans-Werner Sinns Forderung nach weniger staatlicher Rente für
Kinderlose durchgesetzt, wäre dies fatal für die ganze Gesellschaft,
in: Handelsblatt
v. 16.01.
"Mit Ausnahme des archaischen
bäuerlichen Familienverbandes ist (...) jedes
Alterssicherungssystem eine Versicherung gegen die
wirtschaftliche Abhängigkeit von den eigenen Kindern im Alter.
Dies stellt eine sozialstaatliche Errungenschaft dar und keinen
Defekt unserer 125 Jahre alten Rentenversicherung.
Die von Sinn vorgeschlagene Eliminierung der Versicherung gegen
Kinderlosigkeit unter Beibehaltung der Absicherung gegen eine
Undankbarkeit oder unzureichende ökonomische Möglichkeiten der
Kinder ist daher nicht konsequent. Zu Ende gedacht, müssten die
Eltern auf ihre eigenen Kinder verwiesen werden, wenn sie ein
Alterseinkommen oberhalb einer kollektiven Basisabsicherung
erhalten wollen. Und anders, als Sinn vermutet, gibt es bislang
weder eine wirklich belastbare Theorie des generativen
Verhaltens noch einen Beleg dafür, dass unsere gesetzliche
Rentenversicherung der Grund für die seit 1970 so geringen
Geburtenraten ist. Die Elternrente wäre daher definitiv kein
Garant für mehr Geburten. Darauf wurde des Öfteren von Forschern
des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock
hingewiesen,"
kritisiert
Bert RÜRUP die von
Hans-Werner SINN verfochtene
Rente nach Kinderzahl. Eine "bevölkerungsorientierte
Familienpolitik", neudeutsch für Bevölkerungspolitik, ist für
RÜRUP eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die aus Steuern zu
finanzieren ist und nicht wie z.B. die Mütterrente, die nur den
Beitragszahlern des Rentensystems aufgebürdet wird.
WELFENS, Paul
(2015): 5. Zuwanderung.
Die Debatte um Zuwanderung bedarf einer soliden Analyse. Warum
Hans-Werner Sinn sie nicht liefert,
in: Handelsblatt
v. 16.01.
Paul WELFENS seziert den
Artikel
Ökonomische Effekte der Migration von Hans-Werner SINN in
der FAZ vom 29. Dezember 2014, in dem der
neoliberale Ökonom zum wiederholten Male seine
nationalkonservative Bevölkerungspolitik vertreten hat (Rente
nach Kinderzahl statt Einwanderung).
HÄRING, Norbert & Hans-Jürgen JAKOBS (2015): "Ich bin heute noch ein
Weltverbesserer".
Er protestierte eines gegen Atomkraft - und findet sie heute gut.
Gespräch mit dem Ifo-Präsidenten über seine Rolle, seine Kampagnen,
seine Fehlurteile,
in: Handelsblatt
v. 16.01.
Bei seiner Verteidigung der
Rente nach Kinderzahl beruft sich Hans-Werner SINN auf eine
persönliche Meinung der Pastorentochter Angela MERKEL aus dem
Jahr 2003!
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OUDRAY, Laila (2015): Lieb mich nicht!
Die Gesellschaftskritik: Was sagt uns das? Zahllose Ratgeber und
Studien erklären uns, wie man die große Liebe findet. Viel schwieriger
ist es aber, Single zu bleiben. Zehn Fragen sollten dafür ausreichen,
in: TAZ
v. 16.01.
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BÖCK, Hanno (2015):
Reproduzierbarkeit von Studien.
Publikationen: Spektakuläre Ergebnisse anstatt wissenschaftlicher
Sorgfalt: Wissenschaftliche Experimente schlagen oft fehl, wenn sie
von anderen Forschern erneut durchgeführt werden,
in: TAZ
v. 16.01.
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LICHTBLAU, Quentin & Hanna MAIER (2015): Das Kind im Manne.
Fetisch: Sie suchen Nähe und Geborgenheit, nuckeln an Fläschchen und
lassen sich wickeln - die sogenannten Adult Baby Diaper Lovers,
in: TAZ
v. 16.01.
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Michel Houellebecq - Unterwerfung
ANGELE, Michael (2015):
Der bekehrte Mann.
Unterwerfung: Der neue Roman von Michel Houellebecq ist wie der
Westen selbst: Spielerisch, ironisch, flatterhaft,
in: Freitag Nr.3
v. 15.01.
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KLÖNNE, Arno
(2015): Lügenpresse" - ein böses Wort?
Kritisches über die diesjährige
Warnung vor einem "Unwort",
in: Telepolis
v. 14.01.
"Politische Verhältnisse und
Vorgänge werden in der Mitteilungsarbeit sortierend behandelt,
ausgrenzend oder hervorhebend, durch titelnde Wortwahl die Meinung
des Publikums lenkend. Desinformation kann man das nennen oder
»Sprachregelung«, die Zerrbilder der Realität erzeugt. Wird da nun
»gelogen«? Man kann das massenmediale Ärgernis dezenter benennen.
Die sprachkritischen Wissenschaftler sagen in der Begründung für
ihr Urteil über das Wort »Lügenpresse«: »Nicht immer« sei
allerdings in den Medien »die Wahrheit« zu finden. Das ist recht
vorsichtig ausgedrückt",
meint Arno KLÖNNE zum Thema. Auf
dieser Website werden Lügen mit Statistik aufgedeckt. Es geht also
nicht um eine pauschalierende, sondern um ganz konkrete Kritik von
Presseberichten. Die Qualitätspresse benutzt in der
Selbstbeschreibung nicht den Begriff der Lüge, sondern bezeichnet
diese Art der Berichterstattung mit dem Begriff "tendenziös".
Gemäß Wikipedia ist dies dann lediglich ein Problem der
Gewichtung von Informationen.
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Michel Houellebecq - Unterwerfung
MEISTER,
Martina (2015): Voltaire bringt man nicht um.
Im intellektuellen Frankreich geht
es dieser Tage drunter und drüber aber es zeigt sich, dass es
Errungenschaften der westlichen Gesellschaften gibt, auf die nicht
mal der Zyniker Michel Houellebecq verzichten will,
in: Frankfurter
Rundschau Online
v. 13.01.
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BIB
(2015): Großstädte in Deutschland mit starkem Bevölkerungszuwachs,
in:
Pressemitteilung des Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung
v. 12.01.
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Michel Houellebecq - Unterwerfung
LEICK, Romain (2015): Spiel der Ängste.
Kulturkampf:
Der Provokateur Michel Houellebecq zündet eine literarische Bombe:
Zwischen Satire und Gesellschaftskritik entwirft er die Vision einer
islamischen Machtübernahme in Europa,
in: Spiegel Nr.3
v. 10.01.
FANIZADEH, Andreas & Peter UNFRIED
(2015):
"»Charlie Hebdo« darf nicht sterben".
Freiheit:
Daniel Cohn-Bendit, Weggefährte der ermordeten französischen
Cartoonisten Wolinski und Cabu, über die Bedeutung von "Charlie
Hebdo" und die Konsequenzen aus dem Massaker von Paris,
in: TAZ
v. 10.01.
Daniel COHN-BENDIT kritisiert
am Beispiel Michel HOUELLEBECQ Kinderlose, weil ihnen der
"Grundoptimismus" fehle und sie damit zur Verteidigung der
Demokratie nicht fähig seien:
"Womit hängt die Schwäche
der demokratischen Erzählung in Frankreich zusammen?
Es gibt die wirtschaftliche Krise, es gibt Erfahrungen von
Diskriminierung und es gibt die Globalisierung, die uns auch die
Weltkonflikte nach Hause bringen. Vieles ist widersprüchlich.
Frankreich ist masochistisch, hat aber zur Zeit eine positive
demografische Entwicklung. Und wenn du Kinder haben willst, dann
hast du einen Grundoptimismus. Trotz aller Krisen glaubst du an
die Zukunft. Und Houellebecq, dreimal dürfen Sie raten
Ja?
hat keine Kinder. Ich sage nicht, dass er welche haben muss,
um Gottes Willen. Aber ich sage: Wir sind herausgefordert,
positive Antworten zu finden. Wie meistern wir unsere und die
aktuellen Krisen? Bei dem zu Neujahr leider verstorbenen Ulrich
Beck konnten Sie in Ansätzen solche Antworten finden."
Wer Kinder hat, der besitzt
einen Grundoptimismus? Nicht jedes Kind ist gewollt und nicht
jeder Kinderloser ist dies freiwillig. Von daher ist
Grundoptimismus kein Verhaltensmerkmal, das sich an biologischer
Elternschaft ablesen lässt. Und selbst dies ist zu kurz gegriffen,
denn dann würde man unterstellen, dass Menschen keinen Unterschied
zwischen ihrer eigenen Lebenssituation und der gesellschaftlichen
Entwicklung machen können.
AKRAP, Doris (2015): Je suis Houellebecq.
Die Liebeserklärung:
Wer ihn wegen seines neuen Buchs "Unterwerfung" einen geistigen
Brandstifter nennt, ist ein Heuchler,
in: TAZ
v. 10.01.
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Die Generation Y in der Debatte
MÄRZ, Ursula (2014): Nehmt sie ernst!
In der letzten Ausgabe beklagte die ZEIT-Titelgeschichte
den Rückzug der Jugend in private Idyllen. Unsere Autorin
widerspricht: Die Generation Y geht es um beides - um die Bewahrung
und um die Veränderung der Welt,
in: Die ZEIT
Nr.2
v. 08.01.
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Michel Houellebecq - Unterwerfung
STEINFELD, Thomas
(2015): Ausweitung der Konsenszone.
Die freundlichen Islamisten und der
fahle Professor: Michel Houellebecqs Roman "Unterwerfung" will
Satire und Utopie in einem sein - und scheitert genau deshalb,
in: Süddeutsche
Zeitung
v. 07.01.
BALMER, Rudolf (2015):
Politisch und sexuell unkorrekt.
Frankreich:
Michel Houellebecq hat einen neuen Roman geschrieben. Über den Front
National und die Muslimbrüder, die die Regierung unseres
Nachbarlands übernehmen,
in: TAZ
v. 07.01.
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Ulf Erdmann Ziegler - Eigenes Leben
ZIEGLER, Ulf Erdmann (2015): Eigenes Leben.
Seine Soziologie blickte auf etwas, das vorher wohl übersehen worden
war: die Ambivalenz. Schicksal und Willen. Zwang und Entkommen. Eine
persönliche Erinnerung an Ulrich Beck,
in:
Perlentaucher v. 05.01.
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REINECKE, Stefan
(2015): Im Möglichkeitsraum des Humanen.
Nachruf: Er war ein früher Diagnostiker der Ökokatastrophen, sah
Individualisierung als Chance und beschrieb den gesellschaftlichen
Wandel zum Hybriden: Der große Soziologe Ulrich Beck ist tot,
in:
TAZ v. 05.01.
Stefan REINECKE würdigt den
Soziologen
Ulrich BECK als Vordenker von Rot-Grün.
Anders aber als REINECKE behauptet, hat BECK jedoch nicht die
Chancen der Individualisierung, sondern
das individualisierte Milieu der akademischen Mittelschicht
beschrieben und gleichzeitig mit Begriffen wie
"Vollkasko-Individualisierung" (man beachte die semantische Nähe zum
Schimpfwort "Vollkasko-Mentalität") den "Umbau des Sozialstaats" zu
Lasten der "Zwangsindividualisierten" bzw. einen
neuen Familienfundamentalismus befördert. Mit dem Begriff der
"vollmobilen Single-Gesellschaft" wurde der Fokus auf die
Alleinlebenden (Einpersonenhaushalte) als angebliche "Pioniere der
Moderne" gelegt, während das weit bedeutsamere
moderne Phänomen der Multilokalität, das erst in den Nuller
Jahren richtig in den Blick kam, verdrängt wurde.
Auf dieser Website werden deshalb
nicht die "Kollateralschäden der Innovationsschübe" in den
Mittelpunkt gestellt, sondern die Kollateralschäden der
Individualisierungsthese von Ulrich BECK, die sich auch einer
antiquierten Sozialstatistik verdanken, deren Antiquiertheit von
BECK politisch ausgenutzt wurde. Der damit verbundene Kollateralschaden kann als "Black Box Einpersonenhaushalt"
bezeichnet werden. Die amtliche Statistik verleugnet immer noch
haushaltsübergreifende Sozialbeziehungen und verweigert damit
Millionen Paaren und Familien ihre gesellschaftliche Anerkennung,
indem sie als Partnerlose bzw. Kinderlose abgestempelt werden.
Was ist das für ein
Transnationalismus, der die gesellschaftliche Anerkennung der damit
verbundenen Multilokalität torpediert?
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SCHNEIDER, Manfred
(2015): Wenn die Generationenkette reisst.
Wir wollen uns unbedingt selber erfinden. Eine neue Kritik der Moderne
diagnostiziert unsere zunehmende Herkunftsvergessenheit,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 05.01.
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GÜNTNER, Joachim
(2015): Die Katastrophe denken, um sie zu vermeiden.
Mit «Risikogesellschaft» schrieb er 1986 das Buch der Stunde zum
Reaktorunglück in Tschernobyl. Fortan war Ulrich Beck ein
Stichwortgeber für Zeitfragen. Der Soziologe hinterlässt ein rundes
Werk,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 05.01.
"Kulturelle Traditionen, die
heimisch anmuten, werden für viele Menschen gerade im Windschatten
der Globalisierung bedeutsam. Für Ulrich Beck waren das dann aber
bloss die Modernisierungsverlierer, die sich, schlecht ausgebildet
und ökonomisch abgehängt, ins Nationale flüchten, und die konnte
er nur als abgelebte dialektische Restbestände gelten lassen",
meint Joachim GÜNTNER. Bereits
der Begriff "Modernisierungsverlierer" zeigt das Dilemma, denn im
Grunde geht es um "Individualisierungsverlierer". Dann ist das
Gegenteil von Elite/akademischer Mittelschicht eben nicht einzig
nationales Brauchtum, sondern der Versuch einen großen Teil der
Bevölkerung, d.h. der Nicht-Eliten/Nicht-Akademiker, zu
diskriminieren statt ernst zu nehmen.
So werden z.B. die Konsequenzen
von Multilokaltität überhaupt erst seit kurzem in den Blick
genommen. Multilokal Wohnende gelten z.B. Lokalpolitikern als
unpolitisch, obwohl ihre lokalpolitische Enthaltsamkeit auch damit
zusammen hängt, dass die politischen Teilhabechancen aufgrund ihres
Lebensrhythmus reduziert sind. Multilokalität ist aufgrund der
Hartz-Gesetzgebung keine Frage der akademischen Mittelschicht,
sondern oftmals erzwungen - die negativen Konsequenzen tragen aber
allein die Betroffenen. Die Folgen der Zuschreibung "Alleinlebender"
sind auch ein Kollateralschaden der BECKschen
Individualisierungsthese.
Arno WIDMANNs Nachruf zeigt, dass BECKs Thesen eher Emotionen
statt kritische öffentliche Auseinandersetzung hervorrufen.
"Beck untersuchte die
Globalisierung als von außen kommenden Wandel im Inneren. Er
machte sie empirisch sichtbar in der Veränderungen der Familie,
der Berufe, der Religionsgemeinschaften, der sozialen Klassen, der
Bildungswege, ja sogar der privaten Liebesbeziehungen, die immer
öfter zu Fernbeziehungen werden",
meint
Romain LEICK auf Spiegel online. Empirisch sichtbar
machte BECK eher wenig, schließlich waren Visionen und nicht Empirie
sein Betätigungsfeld. Die Empirie haben auf dem Feld der
Lebensformen andere geleistet,
wenngleich in Auseinandersetzung mit der Individualisierungsthese.
Und es überrascht kaum, dass in den Nachrufen zu Ulrich Beck nicht
der Begriff "Single-Gesellschaft", sondern der Begriff
"Risikogesellschaft" im Vordergrund steht.
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Das Single-Dasein in Japan
WAGNER, Wieland (2015): Die Fremden.
Japan: Junge Frauen und Männer
kapseln sich ab von der Gesellschaft und leben noch als Erwachsene
bei den Eltern. Begegnungen mit "Hikikomori",
in: Spiegel v. Nr.2
v. 05.01.
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SCHAAF, Julia
(2015): Warum ruft er mich nicht an?
Beim Dating sind viele Deutsche
verunsichert. Es fehlen klare Regeln. Und selbst moderne Frauen fühlen
sich wohler, wenn der Mann die Initiative ergreift,
in: Frankfurter
Allgemeine Sonntagszeitung
v. 07.01.
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Michel Houellebecq - Unterwerfung
BOURMEAU, Sylvain (2015): "Der Dschihad ist kein Vergnügen".
Michel Houellebecqs neuer Roman ist schon ein Skandal, bevor er
erscheint: Ein radikaler Muslim wird darin Präsident von Frankreich.
Ein Gespräch über Angst, Thriller und die zwingende Notwendigkeit
einer islamischen Partei,
in:
Welt am Sonntag v. 04.01.
KEGEL, Sandra (2015): Wenn der Halbmond über Paris aufsteigt.
Michel Houellebecqs neuer Roman "Soumission" entwirft das
gespenstische Szenario eines islamischen Gottesstaates in
Frankreich. Die Provokation zielt ins Herz westlicher Ängste,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 03.01.
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PILARCZYK, Hannah (2015):
Kollegen erinnern an Ulrich Beck: "Er wollte wirken
- und das auch politisch".
Nach dem Tod des Soziologen Ulrich
Beck erinnern sich für SPIEGEL ONLINE Kollegen wie Richard Sennett,
Angela McRobbie oder Claus Leggewie an den visionären Denker, der auch
viel Widerstand erfuhr,
in: Spiegel Online v.
03.01.
"Vor allem seine Arbeiten zur
Individualisierung von Lebensformen und zur reflexiven
Modernisierung waren weit über die Soziologie hinaus einflussreich
und
prägten die Debatten in den Achtziger- und Neunzigerjahren.
(...)
Individualisierung (...) wurde möglich durch die allgemeine
Anhebung des Wohlstandsniveaus und die
Ausweitung des Sozialstaates in der prosperierenden Nachkriegsepoche
und durch die
Pluralisierung von Lebensstilen seit den Siebzigerjahren.
Mittlerweile, so würde ich sagen, erleben wir jedoch das
Ende der Individualisierung. Eigenverantwortung und Autonomie
haben im
Zeitalter des Neoliberalismus und des aktivierenden Sozialstaates
einen negativen Beigeschmack bekommen.
Zudem ist für viele ein autonomer Lebensentwurf in Zeiten von
Unsicherheit und Abstiegssorgen ohnehin nicht zu denken. In
seinen späteren Schriften zur Globalisierung arbeitete Beck zwar
stärker die problematischen Aspekte der Individualisierung heraus
und benannte sie als gesellschaftliche Zumutung. Die
Rückkehr zur Klassengesellschaft, wie ich sie diagnostizieren
würde, sah er jedoch nicht voraus", meint
Cornelia KOPPETSCH zur Bedeutung des Werks von
Ulrich BECK.
Weitere Nachrufe stammen von
Ronald HITZLER, Richard SENNETT, Saskia SASSEN, Paul GILROY, Sighard
NECKEL, Claus LEGGEWIE und Angela McROBBIE.
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FEIX, Thomas
(2015): Der Frucht besondere Süße.
Liebe: Er trifft sie, in einem Supermarkt. Sie gehen die Hauptstraße
entlang, und als die Sonne versinkt, wird die Luft mild. Eine
Sommergeschichte im Winter,
in:
TAZ v. 03.01.
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taz-Wochenendthema:
Schluss mit den Eltern
ANONYMUS
(2015): Blut ist dicker.
Beziehungen: Der Sohn will nur eins, Liebe. Von seinem Vater bekommt
er sie nicht. Weshalb er versucht, ihn loszuwerden. Seit Jahrzehnten,
in:
TAZ v. 03.01.
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DREPPER, Daniel/JAKOB, Christian/OTTAVIANI, Jacopo
(2015): Auf den Spuren der Generation E.
Bewegung: Tausende junge Leute ziehen von Südeuropa in den Norden der
Europäischen Union - weil sie Jobs suchen und eine bessere Zukunft.
Wie ergeht es ihnen dann? Ein Rechercheprojekt versucht das
herauszufinden,
in:
TAZ v. 03.01.
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STERN-Titelgeschichte:
Schnelles Glück.
Wie das
Handy die Partnersuche, die Liebe und den Sex verändert |
BÖMELBURG, Helen
(2015): Liebe to go,
in: Stern Nr. 2
v. 02.01.
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SCHMIDT, Stefanie
(2015): "Diese furchtbare Sehnsucht".
Viele Eltern lügen lieber, statt zuzugeben, dass ihre Kinder den
Kontakt abgebrochen haben. Die Psychotherapeutin Dunja Voos behandelt
sie,
in:
taz.de v. 02.01.
Aus Sicht der Professionen können
Eltern nur alles falsch machen. Die Psychoanalyse sucht die Fehler
der Eltern in der Kindheit. Eltern sind Rabeneltern, weil sie ihre
Kinder überbehüten ("Helikoptereltern") oder ihre Kinder in Kitas
fremdbetreuen lassen. Seit einigen Jahren aber ist die Vererbung von
Fehlern über die Generationen hinweg ("transgenerelle
Weitergabe) der große Hype und damit sind wir letztlich bei Adam
und Eva...
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taz-Tagesthema: 10 Jahre Hartz IV
REEH, Martin
(2015): "Wer wenig hat, dem wird genommen".
Armut: Die Sozialreform Hartz IV hat nur wenigen Menschen Arbeit
gebracht, aber die Arbeitswelt sehr viel rauer werden lassen. Die
freigestellte Mitarbeiterin eines Jobcenters Inge Hannemann und der
Politologe Christoph Butterwegge ziehen eine bittere Bilanz,
in:
TAZ v. 02.01.
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EMMA-Dossier:
Wie richtig altern? |
SCHWARZER, Alice
(2015): Frauen im Alter sind potenter...
in:
Emma, Januar/Februar
SCHLAFFER, Hannelore
(2015):
In Würde altern - oder lieber
unwürdig?
in:
Emma, Januar/Februar
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Susanne Lang - Ziemlich feste Freunde
USTORF, Anne-Ev
(2015): Mein lieber Frollege.
Gleichgesinnte sind oft nur ein paar Mausklicks entfernt. Doch sind
das bereits "Freude"? Susanne Lang analysiert Freundschaften 2.0,
in: Psychologie
Heute, Januar
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STREECK, Wolfgang (2015): Von der
Gesellschaftssteuerung zur sozialen Kontrolle.
Rückblick auf ein halbes Jahrhundert
Soziologie in Theorie und Praxis,
in: Blätter für
deutsche und internationale Politik, Januar
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SCHUHMACHER, Eckhard (2015): Vergangene Zukunft:
Repetition, Rekonstruktion, Retrospektion.
Popkolumne,
in: Merkur, Nr.1, Januar
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EILER, Julia (2015):
Guck mal, Mama,
was ich kann!
Nie war das Verhältnis zwischen
Eltern und ihren erwachsenen Kindern besser als heute. Aber führt
diese Nähe zu einer neuen, endlosen Abhängigkeit?
in: Neon, Januar
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NEON (2015): Das zweite erste Mal.
Singles führen ein wildes Leben? Von
wegen! Oft geht aus Liebeskummer, Stress oder Zufall monatelang gar
nichts im Bett. Hat man dann doch endlich einen Partner gefunden,
fühlt man sich plötzlich wieder wie ein Teenager: voller Vorfreude und
voller Angst. Das Sex-Comeback ist selten gut. Aber immer
unvergesslich,
in: Neon, Januar
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BUCHHOLZ, Jenny (2015):
"Ich liebe
dramatische Abgänge".
Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als
die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und
erklären, warum es sich trotzdem lohnt, sie kennenzulernen,
in: Neon, Januar
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 15. - 31. Dezember 2014
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