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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
     
       
     
       
       
   

News vom 01.- 15.Mai 2002

 
       
     
     
     
   
Spruch des Monats:
"Einer meiner ersten bezahlten Jobs bestand in der freien Mitarbeit als Szene-Reporterin in der Frankfurter Prinz-Redaktion. Auch dort wurden Lifestyle-Trends gemacht beziehungsweise frei erfunden. Oder gab es sie wirklich? Man konnte nie sicher sein, was zuerst da war, der Trend oder die Idee des Trends."
(Katja Kullmann in "Generation Ally", 2002)
 
       
   
Nesthocker in Deutschland sind eine unbekannte Grösse. Sie können dazu beitragen, dass sich das ändert!

Angesehenes Frauenmagazin sucht Männer und Frauen, die über 25 Jahre alt sind und noch/wieder/vorübergehend bei Ihren Eltern leben.

Bitte melden bei [email protected]

 
       
   
Der STERN plant eine große Geschichte zum Thema "Männer, die keine Kinder wollen".

Dafür sucht die Zeitschrift Männer, die sich zu diesem Thema interviewen, bzw. auch fotografieren lassen.

[ mehr hier ]

 
       
   
  • KRUMPL, Doris (2002): "Ich war eine Minute zu lang da".
    Als Filmschauspieler und Romanautor erfindet sich gegenwärtig der deutsche Modedesigner-Star Wolfgang Joop neu. Im Gespräch mit Doris Krumpl erzählt er über die depressive
    Spaßgesellschaft und gefähliche Beschleunigungen,
    in: Der Standard v. 15.05.
 
   
  • WA (2002): Mehr Geburten: Politiker, Experten uneins.
    Auf Kindergeld und flexible Arbeitszeit setzt die ÖVP, um die Zahl der Geburten zu erhöhen, die SPÖ auf mehr Betreuungsplätze und ein Recht auf Teilzeitarbeit. Für den Bevölkerungsexperten Rainer Münz hat das Kindergeld gar keine Auswirkungen auf die Geburtenrate,
    in: Die Presse v. 15.05.
 
   
  • GÜRTLER, Detlef (2002): gürtlers contragnosen.
    Demografen sagen ein entvölkertes Deutschland voraus - und liegen falsch,
    in: TAZ v. 15.05.
    • Kommentar:
      GÜRTLER zweifelt an der Prognosefähigkeit der Demografen.
           
      Der Bamberger Bevölkerungswissenschaftler Josef SCHMID hat mit "Sozialprognosen" ein Buch verfasst, das die Prognosefähigkeit der Bevölkerungswissenschaft belegen soll. Der einzige Störfaktor, der jede Bevölkerungsprognose zunichte machen kann, sind Verhaltensänderungen! Solche Verhaltensänderungen ereignen sich immer wieder und überraschen dann die darauf unvorbereiteten Demografen.
           
      "Bei den Demografen gesellt sich (...) zum klassischen Prognosefehler meist noch ein Denkfehler hinzu: Sie glauben, dass das Auf und Ab von Geburt und Tod die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft bestimmen wird. Dabei verhält es sich genau andersherum: Die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft bestimmt die Einwohnerzahl. Nirgends zeigt sich das so klar wie in Ostdeutschland seit der Wende: Wo wenig Geld, da wenig Mensch", wendet GÜRTLER gegen die vorherrschende Argumentation ein.
           
      In ähnlicher Weise hat single-dasein.de bisher ebenfalls argumentiert und damit "Contragnose" betrieben.
           
      Selbst Demografen wie Herwig BIRG versuchen über die Veränderung der Denkkultur ("Bevölkerungsbewusstsein") eine Veränderung der Geburtenrate zu erzeugen. Das Mittel hierzu sind jene Prognosen, die sie selbst erstellt haben!
           
      Demografische Krisen sind auch nichts Neues. Hungerkatastrophen haben Länder entvölkert und damit den Zusammenhang zwischen Lebensverhältnissen und Bevölkerungsentwicklung eindrucksvoll bewiesen.
           
      Ein wesentlicher Prognosenfehler bleibt bei GÜRTLER jedoch unberücksichtigt: das veränderte Erstgebäralter ist bereits eine Verhaltensänderung, die nicht ausreichend in den Prognosen der Demografen berücksichtigt wird.
           
      Mit dem unterschiedlichen "Timing" beschäftigt sich das Buch "Geburtenentwicklung und Fertilitätsverhalten" von Johannes KOPP, der die unterschiedlichen Entwicklungen der Geburten in Ost- und Westdeutschland, sowie zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen in den USA zu erklären versucht. Die deutschlandweite Geburtenrate täuscht ja darüber hinweg, dass enorme regionale Unterschiede innerhalb von Deutschland existieren. Eine Familienpolitik, die solche regionalen Unterschiede nicht berücksichtigt, muss zwangsläufig scheitern.
 
   
  • ADAM, Konrad (2002): Wie man die Kindheit kollektiviert.
    Die Grünen wollen die Frauen von ihren Babys emanzipieren und nennen das Familienpolitik,
    in: Welt v. 15.05.
    • Inhalt:
      Konrad ADAM entlarvt die "Kinderpolitik" der Grünen als Politik für Frauen und als Angriff auf das Kindeswohl, das er durch die Einrichtung von Krippenplätzen bedroht sieht:
           
      "Das Hirn ist in den ersten Jahren wie ein dünn gesponnenes Netz, das der Aktivierung bedarf, um eng und fest zu werden. Was in dieser Zeit nicht belebt wird, verkümmert und stirbt ab, irreversibel.
      Wollten sie wirklich Politik für Kinder machen, hätten die Vorkämpfer der Ganztagsbetreuung 'von null bis 14' auf solche Erkenntnisse zu antworten. Sie müssten fragen, was gut ist für die Kinder, und dann erst ihre Wahlprogramme schmieden. Aber das tun sie nicht - wahrscheinlich, weil sie es nicht können. Ihr Glaube, dass Sozialarbeiter die Eltern in ihrer Rolle als geborene Anwälte der Kinder ersetzen oder gar übertreffen könnten, ist durch nichts gestützt, weder durch die Erfahrung noch durch die Verfassung, durch die Wissenschaft schon gar nicht."
 
     
   
  • OESTREICH, Heike (2002): Mehr Kinder, mehr Stimmen.
    16 Millionen junge Deutsche ohne Wahlrecht. Ein Skandal? Um Kindern mehr Einfluss zu verschaffen, bildet sich mal wieder eine bunte Allianz für das Familienwahlrecht
    in: TAZ v. 13.05.
    • Kommentar:
      In der vorindustriellen Gesellschaft waren Knechte, Mägde und sonstiges unverheiratete Gesinde im Rahmen des "ganzen Hauses" dem Patriarchen und Hausherren unterstellt.
           
      Das Familienwahlrecht knüpft an diese vormodernen Zeiten an. Einen eindrucksvollen Bericht über das demütigende und rechtlose Leben dieser Leibeigenen hat der ehemalige Leibeigene Franz INNERHOFER mit dem ersten Teil seiner Franz-Holl-Trilogie "Schöne Tage" geliefert.
 
     
   
  • HAGER, Angelika (2002): 400 Jahre Zweisamkeit.
    In seinem Werk "Kultur der Begierde" untersucht der Wiener Soziologe Franz X. Eder das Liebesleben seit dem 17. Jahrhundert,
    in: Profil Nr.20 v. 13.05.
 
   
  • Zum Tode von David Riesman

    • KAUBE, Jürgen (2002): Wir Radarmännchen.
      Zum Tod des amerikanischen Soziologen David Riesman,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.05.
      • Inhalt:
        "Wollte man seine literarische Wirkung bilanzieren", schreibt KAUBE, "so müßte man (...) gerechtigkeitshalber alle Verkaufszahlen von Büchern über die postindustrielle Gesellschaft, die Erlebnisgesellschaft und die diversen Generationenbrüche seit 1945 in Anteilen Riesman zurechnen. Denn viel Neues ist seitdem über jenen Mentalitätswandel zur 'other-directed-person' nicht mitgeteilt worden, nur viel Buntes."
    • HORSTER, Detlef (2002): Verhaltenslehrer.
      Autor der Massen: Zum Tod des Soziologen David Riesman,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 13.05.
 
   
  • OCHS, Birgit (2002): Nur keine falsche Bescheidenheit.
    Das Loft-Leben zehrt vom Gestus des Rauhen, Unteschliffenen. Doch sanierte, alte Industriebauten zählen längst zu den gefragtesten und wertbeständigsten Immobilien,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.05.
 
   
  • MAUERSBERG, Barbara & Ulla SCHICKLING (2002): "Ich würde gern viele Hochzeiten feiern"/"Was du immer mit dem Heiraten hast".
    Renate und Jenny Schmidt über Männer im Haushalt, Mütter im Beruf und Töchter in der Pubertät.
    in: Frankfurter Rundschau v. 11.05.
 
   
  • DRIBBUSCH, Barbara (2002): Muttertag
    Der Selbstbetrug der Männer,
    in: TAZ v. 11.05.
    • Kommentar:
      DRIBBUSCH fordert Gleichheit und zwar auf dem Gebiet der Diskriminierung:
           
      "Die partnersuchende ältere Single-Frau wird diskriminiert, für Männer aber, die eine feste Bindung und die Vaterschaft lieber verweigern, gibt es kein Beleidigungsvokabular."
           
      DRIBBUSCH ärgert sich über Matthias HORX, dem sie vorwirft, mit dem Begriff "Panik Singles" an das Stereotyp der "alten Jungfer" bzw. "späte Mädchen" anzuknüpfen. Unerwähnt bleibt jedoch, dass HORX auch die Kategorie der männlichen Frustsingles im Sinne von "New Spinsters" (siehe WELT v. 20.04.2002) kreeiert hat.
           
      Es stellt sich jedoch die Grundsatzfrage, ob man nicht besser Diskriminierung generell bekämpfen sollte, statt wie DRIBBUSCH einen Diskriminierungswettbewerb zu starten!
 
   
  • KNIPPHALS, Dirk (2002): Distanz, lebenslänglich.
    Die Mutter ist ein unter Schmerzen gebärendes und lebendes Wesen. Gerade in Deutschland hat sie die Zeiten erst noch vor sich, in denen sie nicht die Verzichtende geben muss. Notizen zum morgigen Muttertag, angereichert mit Betrachtungen zum Lebenslauf Hannelore Kohls und zu einem Film von Ingmar Bergman,
    in: TAZ v. 11.05.
    • Kommentar:
      KNIPPHALS verabschiedet - wohl verfrüht - die deutsche Mutter. Aus John LENNONs "Mother" und Michael LENTZ' "Muttersterben" leitet er den heutzutage typischen Mutter-Sohn-Generationenkonflikt der 68er & ff ab:
           
      "Dass diese Dynamik nun nicht als Kampf, als Auseinandersetzung zwischen Kindern und Eltern lodert (der Kampf gegen die Väter: das große Achtundsechzigerthema, die Mütter spielten damals keine große Rolle), sondern sozusagen schwelend in der Bewusstwerdung und im Eingeständnis der Distanz, das ist dabei wohl das Neue, das in den aktuellen Generationenkonflikten bedacht werden muss. Michael Lentz wurde 1964 geboren, im letzten der geburtenstarken Jahrgänge, ehe der Pillenknick einsetzte. Zugleich war es einer der ersten Jahrgänge, die die zivilisatorischen Errungenschaften der Achtundsechzigerjahre selbstverständlich aufnehmen konnte, Selbstverwirklichungsdrang, Individualisierung und sexuelle Liberalisierung inklusive."
           
      Die "Frau an seiner Seite" - verkörpert durch Hannelore KOHL - ist KNIPPHALS' Gegenbild zum Hedonismus und zur Ichsuche. Was KNIPPHALS als Generationenkonflikt erscheint, das könnte jedoch auch ein Milieuunterschied sein! Ralf ROTHMANN hat mit "Milch und Kohle" ein anderes Mutterbild der sprachlosen Generation entworfen.
           
      "Wer Eltern hat, die sich tatsächlich beim Bier über ihr Glücklichsein unterhalten können, wird beim Abschiednehmen sicherlich andere Probleme haben als die von Fremdheit. Wahrscheinlich wird dabei wirkliche Trauer eine Rolle spielen", heisst das Credo von KNIPPHALS. Dahinter steckt die Annahme, dass Reden Bindung stiftet. Trauerarbeit setzt Beziehungsarbeit voraus.
           
      Die nächste Generation könnte auch diesen Mythos widerlegen.
 
   
  • SIRLESCHTOV, Antje (2002): Familie in der Politik.
    Mit Geld allein nicht aufzuwiegen,
    in: Tagesspiegel v. 11.05.
    • Kommentar:
      SIRLESCHTOV beklagt, dass die Familie keine Lobby habe. Angesichts der Tatsache, dass es zwar eine stattliche Anzahl von Familienverbänden gibt, aber keine einzige Interessengruppe, die Singles vertritt, muss diese Jammeriade verwundern. Selbst im Familienland Frankreich sind Singles besser organisiert als hierzulande. Deutschland ist hinsichtlich der politischen Vertretung von Singles eindeutig ein Entwicklungsland!
 
   
  • NZZ-Zeitfragen "Gefühlshaushalt plus"

    • Kommentar:
      Überall in Europa wird deutlich, dass die amtliche Statistik nicht in der Lage ist, die Lebensverhältnisse der Bevölkerung korrekt zu erfassen.
           
      Während Konservative immer noch das "Ganze Haus" idealisieren, vor dessen Hintergrund das Bild der "Atomisierung" beschworen wird, sehen Liberale im Haushaltsbegriff einen Fortschritt.
           
      Die Beschränkungen des Haushaltsbegriffs sind aber spätestens seit den 70er Jahren sichtbar. Seit damals werden immer weniger Paare und Familien erfasst, weil die haushaltsübergreifenden Beziehungen per Haushaltsbegriff wegdefiniert werden.
           
      In ihrem Beitrag beweist Sylvia GRÄBE eindringlich, dass das Haushaltskonzept den modernen Beziehungen nicht gerecht wird, wenn sie schreibt:
           
      "Unterstützungsleistungen gestalten sich heute (...) als vielfältige Verflechtungen zwischen selbständigen Haushalten, als Leistungen privater sozialer Netze."
           
      In Deutschland bestehen Überlegungen die amtliche Statistik zu reformieren, da die Mängel derart gravierend sind, dass nicht einmal die Politik sie weiter ignorieren kann. Leider gehen die anvisierten Reformen nicht weit genug. Es soll zwar die Lebenslaufperspektive stärker berücksichtigt werden und zusammenwohnende Paare werden besser erfassbar. Ausschlaggebend war jedoch die Tatsache, dass Alleinerziehende oftmals gar nicht allein erziehend sind, sondern mit einem neuen Partner zusammen leben. Der geplante Abbau des Sozialstaats ist somit der Grund, warum man gewisse Lebensformen besser erfassen möchte.
      Für die Schweiz sieht HE ebenfalls Handlungsbedarf:

           
      "Hausgemeinschaften fallen als Steuer- und Konsumeinheit zwar noch immer ins Gewicht. Doch sind sie nicht länger Modell für das ökonomische Handeln schlechthin und geniessen mehr Freiheitsraum. Im Bereich Steuern freilich wird Regulierungsbedarf seitens des Staates weiterhin geltend gemacht, wie etwa die ungelöste Frage um den Haushaltabzug für Konkubinatspaare in der Schweiz zeigt."
           
      In Deutschland spricht man nicht von "Konkubinatspaaren", sondern hierzulande werden diese Paare als "unverheiratet zusammenlebend" ("Paare ohne Trauschein") bezeichnet.
    • HE (2002): Gefühlshaushalt plus,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 11.05.
    • GRÄBE, Sylvia (2002): Gemeinsames Wohnen und Wirtschaften.
      Haushaltsformen im Zeichen der Pluralisierung der Lebensstile,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 11.05.
      • Inhalt:
        GRÄBE beschreibt u.a. den Aufstieg der Einpersonenhaushalte:
             
        "Einpersonenhaushalte haben in vielen Grossstädten inzwischen schon einen Anteil von fast 50 Prozent der Haushalte erreicht. Bei dieser Haushaltsform ist im Übrigen das Kriterium des «Zusammenschlusses von Personen» zwecks Bedarfsdeckung nicht mehr zutreffend. Es ist ein Kennzeichen der Moderne und historisch einmalig, dass Individuen allein in der Lage sind, ihre Existenz zu sichern. Voraussetzung für diese Entwicklung ist ein gesellschaftlicher Wohlstand, an dem breite Bevölkerungsschichten partizipieren. Gestiegene Einkommen sowohl aus Erwerbstätigkeit als auch durch Transferleistungen erlauben die relativ teure Wohn- und Wirtschaftsform in Einzelhaushalten. Gleichzeitig erleichtern technische Errungenschaften und vielfältige Marktangebote die im Rahmen der Haushaltsführung zu erledigenden Arbeiten."
    • HOLENSTEIN, André (2002): Oeconomia - das Haus als Welt.
      Historische Grundlagen eines sozialen Deutungs- und Ordnungsmodells
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 11.05.
      • Inhalt:
        HOLENSTEIN beklagt die Ablösung des Hauses als regulierendes gesellschafts-politisches Prinzip durch den Markt.
             
        Nicht die Sozialgeschichte, sondern die Ideengeschichte steht dabei im Mittelpunkt. Von ARISTOTELES bis zur reformatorischen Hausväterliteratur wird das "Haus als 'Monarchie' im Kleinen" skizziert.
             
        Das Haus erscheint in dieser konservativen Sicht als Ordnungsmodell, das der Unzucht von "Eigenbrötlerinen" Einhalt gebietet:
             
        "Als «Eigenbrötlerinnen» wurden (...) unverheiratete Frauen bezeichnet, die ihr eigenes Brot assen, mit anderen Worten: allein einen Haushalt führten. Sie lebten ohne Mann, blieben dem Gottesdienst fern, betrieben Kuppelei und scheuten das Licht, kurz: Sie verstiessen gegen die herrschende Moralvorstellung.
             
        Das negative soziale Urteil über die «Eigenbrötlerinnen» basierte auf einem Ordnungsideal, das von erwachsenen Personen ausging, die nicht allein eine Haushaltung führten, sondern im Rahmen einer geordneten, ehelichen Beziehung. Es implizierte ein Lob der Ordnung, wie sie in Häusern herrschen sollte, und ein Lob der Ordnung, wie sie vom Haus aus gedacht wurde."
        Aber bereits damals ging es nicht primär um moralische, sondern um ökonomische Interessen:

             
        "Die Obrigkeiten waren an der Funktionstüchtigkeit des Hauses interessiert. Dieses wurde als Produktionseinheit und als fiskalisch belastbare Einheit gestützt, was sich etwa in der Flut von Gesindeordnungen zeigt, die den Bedarf der adeligen, bäuerlichen und bürgerlichen «Häuser» an billigen Arbeitsplätzen befriedigen sollten."
 
   
  • MIGGE, Thomas (2002): "Frauen sind einfach besser drauf".
    Scheidung in Italien: Männer verkraften Trennung schlecht,
    in: Saarbrücker Zeitung v. 11.05.
 
   
  • NIMMERVOLL, Lisa (2002): "Mütterbewegung, die voll auf Beruf setzt".
    Barbara Vinkens feministische Kritik der traditionellen Mutter,
    in: Der Standard v. 11.05.
 
   
  • ERDMANN, Holger (2002): "Ich rede gern über Erotik".
    Wie Frauen Männer anmachen: Kim Fisher singt heute im Tränenpalast,
    in: Berliner Morgenpost v. 11.05.
    • Inhalt:
      Interview mit Kim FISHER, die sich als "glücklicher Single" bezeichnet.
 
   
  • STENGEL, Eckhard (2002): "Zahlväter" vermissen Lebenssinn.
    Internet-Befragung: Männer leiden nach Scheidung,
    in: Frankfurter Rundschau v. 10.05.
    • Inhalt:
      Bericht über die nicht-repräsentative Internet-Befragung von Zahlvätern, die von dem Bremer Sozialwissenschaftler Gerhard AMENDT durchgeführt wurde.
 
     
   
  • NIEJAHR, Elisabeth (2002): Das Märchen vom Aufstieg.
    Die Deutschen glauben, dass es jeder nach oben schaffen kann. Falsch: Von den eigenen Bürgern unbemerkt, ist das Land zur Klassengesellschaft mutiert. Der Sozialstaat muss sich auf die Armen konzentrieren,
    in: Die ZEIT Nr.20 v. 08.05.
    • Kommentar:
      NIEJAHR berichtet über einen Sachverhalt, der in der Kontroverse Familien contra Singles gerne verdrängt wird und mittels Begriffen wie "Generationengerechtigkeit" (siehe hierzu ausführlicher Christoph BUTTERWEGGE) ausgeblendet wird:
           
      "Auf absehbare Zeit wird das soziale Gefälle innerhalb der Generationen größer bleiben als das zwischen den Generationen." Deshalb fordert NIEJAHR:
           "Die Politiker wären gut beraten, weniger zwischen Kinderreichen und Singles und stärker zwischen armen und reichen Familien zu unterscheiden."
           Familienrhetoriker behaupten, dass die Lebenschancen von der Haushaltsform abhängig sind, tatsächlich sind sie jedoch bildungs- bzw. milieuabhängig. Dies gilt nicht nur für die Aufstiegschancen im Beruf (siehe hierzu Michael HARTMANN), sondern auch für die Heiratsmuster (siehe Heike WIRTH).
           
      Familienrhetoriker setzen Singles mit Yuppies gleich, obwohl die Spaltung der Gesellschaft auch die Gruppe der Alleinlebenden spaltet. Für Deutschland ersetzen immer noch Vorurteile empirische Untersuchungen. In Frankreich hat der Soziologe Jean-Claude KAUFMANN 1999 ein Buch zum Thema veröffentlicht, das kürzlich unter dem Titel "Singlefrau und Märchenprinz" auch in Deutschland erschienen ist.
           Obwohl das Buch die partnerlose Frau in den Mittelpunkt stellt, so wird jedoch sichtbar, dass männliche Partnerlose im mittleren Lebensalter die Modernisierungsverlierer sind. Sein Fazit:
           "Die Kennzeichnung der Armut durch Einsamkeit ist öfter männlich, während die Kennzeichnung des gesellschaftlichen Erfolgs durch Autonomie häufiger weiblich ist. Alleinlebende Männer findet man häufiger unten auf der gesellschaftlichen Leiter, alleinlebende Frauen häufiger oben." Dies gilt für männliche Partnerlose ausserhalb von Einpersonenhaushalten noch viel mehr: "eine eigene Wohnung zu haben, stellt bereits einen Indikator sozialer Integration dar. Situationen gesellschaftlich viel schwerer wiegender Einsamkeit sind hingegen mit ganz anderen Wohnsituationen verknüpft (...). Untergebracht bei Verwandten, bei Freunden, in Heimen. Und nicht zu vergessen die Wohnungslosen."
           
      Die familienpolitische Debatte in Deutschland verhindert, dass dieser Skandal bei uns öffentlich verhandelt wird. Die Studie von Stefan HRADIL zur "Single"-Gesellschaft enthält deutliche Hinweise darauf, dass die Einschätzung von Jean-Claude KAUFMANN auch für Deutschland zutrifft.
           
      Was muss passieren, bis dies endlich zur Kenntnis genommen wird?
 
   
  • DRÖSSER, Christoph (2002): Flirtfaktor Hund,
    in: Die ZEIT Nr.20 v. 08.05.
 
   
  • WINKELS, Hubert (2002): Der verhinderte Attentäter.
    Was macht unsterblich: Ein Bild? Ein Kind? Ein Mord? - Norbert Krons "Autopilot",
    in: Die ZEIT Nr.20 v. 08.05.
 
   
  • SPIEWAK, Martin (2002): Schwanger um jeden Preis.
    Im Ausland kaufen deutsche Paare Eizellen und lassen Embryonen testen. Fortpflanzungstouristen umgehen die strengen deutschen Gesetze,
    in: Die ZEIT Nr.20 v. 08.05.
 
     
   
  • EIDENEIER, Alexis (2002): Nachtschwärmer auf Seelenreise.
    Jochen Schimmang überzeugt von neuem als großartiger Erzähler,
    in: Literaturkritik.de, Mai, v. 07.05.
 
   
  • BOLZ, Annette (2002): Schwer verliebt.
    Wissenschaftler verraten, wie man Herrn oder Frau "Richtig" findet - nicht nur im Wonnemonat Mai,
    in: Frankfurter Rundschau v. 07.05.
 
   
  • FABIANEK, Birgit-Sara (2002): Die Pflege wird zum Fall für Frauen.
    Viele geben für Angehörige ihren Beruf auf
    in: Frankfurter Rundschau v. 07.05.
    • Kommentar:
      FABIANEK berichtet über die Studie "Pflegebedürftige Personen im Haushalt und das Erwerbsverhalten verheirateter Frauen" von Hans-Peter BLOSSFELD und Sonja DROBNIC, die auf repräsentativen Daten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW) basiert und in der Zeitschrift für Soziologie erschienen ist.
           
      Die Pflege älterer Familienangehöriger war traditionell die Aufgabe der Töchter und ist es weiterhin. Für die USA wies Kathrine R. ALLEN nach, dass Töchter aus Arbeiterfamilien oftmals ehelos blieben, weil sie Familienangehörige pflegen mussten. Pagan KENNEDY hat in ihrem Buch "Späte Mädchen" den Bruch mit dieser Tradition der "alten Jungfer" thematisiert.
           
      Warum BLOSSFELD & DROBNIC ihre Studie auf verheiratete Frauen beschränkt haben, ist deshalb nicht unbedingt nachvollziehbar.
 
     
   
  • OUTLOOK INDIA-Titelgeschichte "The Indian Male"

    • THAKRANEY, Anil (2002): It's raining men.
      In their misplaced enthusiasm, many urban women have crossed the line and have turned into men themselves,
      in: Outlook India v. 06.05.
      • Kommentar:
        Auch in Indien ist die Männerwelt nicht mehr in Ordnung. THAKRANEYs Klage über die Karrierefrauen könnte genauso gut im SPIEGEL oder in der NEW YORK TIMES stehen. Die jeweiligen nationalen Besonderheiten sind sekundär. Das Übel kommt für THAKRANEY aus Amerika:
             
        "The bra-burning movement of the '60s that started in America (as most weird things do) and went on to spread like jungle fire in the rest of the world actually had all the right intentions; it was meant to improve the lives of women, fight against their oppression and abuse at the hands of beastly men and to get them to be independent individuals."
    • JAIN, Madhu (2002): Lapdogs on the backseat.
      Who is the real Indian male? The domesticated angry man of our films or the puppyish "suitable boys" of our soaps?,
      in: Outlook India v. 06.05.
    • JOSHI, Ruchir (2002): Do you have a licence for the Monkey?
      The old list of ping-pong-ball-headed Indian monkeys that Sillers drew on is now outdated. The time is ripe for a new typology of the urban postmodern Hindustani purush,
      in: Outlook India v. 06.05.
      • Inhalt:
        JOSHI hat eine Typologie des modernen indischen Manns verfasst, in der traditionelle indische Elemente mit westlichen Einflüssen der Popkultur verschmelzen.
    • PILLAI, Ajith (2002): Hedonism's Global Flotsam.
      Survival pressure makes the young Indian male a chronic individualist,
      in: Outlook India v. 06.05.
      • Inhalt:
        PILLAI berichtet über die indische Fun-Generation:
             
        "for the urban elite, life in Delhi, Chennai, Mumbai or Bangalore would be no different from that in New York or Los Angeles. Their world of fancy cars, designer clothes, nu-Metal CDs, five-star gyms and sniffing coke or tripping on Ecstasy is far far away from the other India which they like to be insulated from. There is also a lack of political sensitivity. 'Gujarat sucks but what do I care?' is one refrain. 'So long as it does not affect me why should I care?' is another. The accent is on making money, having fun and letting the good times roll."
             
        Durch das Satellitenfernsehen geraten auch die Männer auf dem Lande in den Sog der modernen Lebensweisen:
             
        "the young rural Indian male has to grapple with an entirely different set of problems vis-a-vis his urban counterpart, he too has been subject to the changes brought about by the satellite TV explosion of the '90s. In an era of globalisation—when the gap between needs and expectations is ever widening, when power has become synonymous with a good lifestyle and when Indian politics is characterised by violence and uncertainty—the young are trying to relate themselves to the changing environment.
             
        A recent study—'Understanding The Male Rural Youth'—by the Delhi-based Marketing and Research Team reveals how TV advertising is changing the young Indian male in rural India."
    • BABANI, Anup (2002): Men are like this only.
      Statistics are like bikinis: waht the reveal is suggestive...
      in: Outlook India v. 06.05.
      • Inhalt:
        Etwas Statistik zum indischen Durchschnittsmann und die statistischen Quellen
 
   
  • PROFIL-Titelgeschichte "Die Trends der Zukunft"

    • HAGER, Angelika & Nina HOROWITZ (2002): Trendkost.
      Wie liebt, kauft, arbeitet und wohnt der neue Mensch? Und was will er überhaupt vom Leben? Zwei neue Studien des deutschen Trend-Papsts Matthias Horx geben Aufschluss. Plus: Was wissen Trendgurus wie Naisbitt, Popcorn & Co wirklich?
      in: Profil Nr.19 v. 06.05.
    • PROFIL (2002): "Es wird kräftig gepeitscht werden".
      Der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx über Sex als Hobbykultur, das neue Drama zwischen Mann und Frau und die Konsumideologie der Bobos,
      in: Profil Nr.19 v. 06.05.
 
   
  • DDP (2002): Getrennt und doch zusammen: Berlin ist Stadt der Singles,
    in: Berliner Morgenpost v. 06.05.
 
   
  • HEITHOFF, Tom (2002): Die Männlichkeit als Maskerade.
    Was in Softies und echten Kerlen steckt,
    in: Tagesspiegel v. 06.05.
 
   
  • BLUM, Tobias (2002): Vater + Mutter + Kleinkind = drei Stimmen.
    Kardinal Lehmann befürwortet das Familienwahlrecht. In einigen katholischen Bistümern dürfen Eltern für ihre Kinder mitwählen,
    in: Tagesspiegel v. 06.05.
 
   
  • ROHMIG, Stefan (2002): So schön war die Zeit, sie kommt nie wieder.
    Jürgen Teipel stellt mit Hilfe von Dias, Bändern und Musik sein Buch "Verschwende deine Jugend" in der U 60311-Bar vor,
    in: Frankfurter Rundschau v. 04.05.
    • Inhalt:
      ROHMIG bespricht anlässlich einer "Lesung" von Jürgen TEIPEL den Doku-Roman:
      "
      Verschwende Deine Jugend ist spannender als ein Kriminalroman, weil man eine Ahnung davon bekommt, was in dieser Aufbruchsphase zwischen 1977 und 1981 alles möglich war, und wie viele der Nachwirkungen heute noch zu spüren sind."
 
   
  • BUHR, Elke (2002): Im roten Ferrari durch den deutschen Heimatfilm brausen.
    Von Garage, Stau und Tempo: Allerlei vergnügliche bis kühne Thesen versammelt Ulf Poschardt in seinem neuen Elaborat über Sportwagen
    in: Frankfurter Rundschau v. 04.05.
    • Inhalt:
      BUHR schreibt "Über Sportwagen":
           
      Poschardt benutzen, das hieße also, sich unter Umgehung des geradezu provokant unsystematischen Aufbaus seines Pseudo-Traktates und unter Vernachlässigung gewisser allgemeiner Schwafeligkeiten über die Post- oder Spätmoderne aus den unendlich vielen Ideen und Beobachtungen die schönsten herauszusuchen. Zum Beispiel: (...) dass im täglichen Kampf auf der Autobahn die Balance von Gleichheit (alle stehen im Stau) und Differenz (alle haben verschiedene Automarken) der Sozialneid gleichzeitig hervorgerufen und in aushaltbaren Dimensionen abgearbeitet werden kann - so bestätigt die Autobahn ständig die Werte der demokratischen Wettbewerbsgesellschaft."
           
      Abgesehen davon vermutet BUHR, "dass Poschardt all das nur schreibt, um die andern Sportwagenbesitzer von der Straße zu kriegen und selbst in seinem roten Ferrari davonzubrausen."
 
   
  • CASATI, Rebecca (2002): Frau Putzig.
    Schürzen, Blümchen und Lavendel: Die Mode propagiert den neuen Heimchen-Chic,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 04.05.
 
   
  • KRASSER, Senta (2002): Es gibt ein Leben nach der ersten Ehe,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 04.05.
    • Inhalt:
      KRASSER datiert den Durchbruch der "Patchwork-Familie" und damit der "Lebensabschnittsmutter" im deutschen Fernsehen auf den 03.11.1983. Damals wurde von der ARD die erste Folge der Serie "Ich heirate eine Familie" ausgestrahlt.
 
   
  • Treffen der 78er (Single-)Generation auf Schloss Elmau

    • Kommentar:
      Die Single-Generation soll eine Zwischengeneration sein, die es zu nichts gebracht hat und die entweder zu spät (für die 68er Revolte) oder zu früh gekommen sei. Z.B. für den Punk wie BÖTTIGER meint.
           
      Er sollte sich TEIPELs Buch "Verschwende deine Jugend" zur Hand nehmen und die Biografien studieren, um sich vom Gegenteil zu überzeugen.
           
      KRAUSE möchte dagegen den Literaten der Single-Generation SEINE Mission schmackhaft machen:
           
      "Sie haben sich noch den literarischen Kanon erarbeitet und sind doch schon durch die Schule der Popkultur gegangen. Sie sind gleichermaßen zu Hause im bürgerlichen Zeitalter und in der Spaßgesellschaft. Damit sind sie geradezu prädestiniert, letztere glaubwürdig zu kritisieren. Und daraus wiederum könnten sie eine große Mission ableiten: eben diese Spaßgesellschaft zu überwinden helfen."
           
      Die Leistungen der Single-Generation lassen sich wohl erst in zehn oder zwanzig Jahren richtig beurteilen.
           
      Aber bereits heutzutage werden unterschiedliche "Generationenstile" konstruiert. Z.B. hat die Soziologin Gabriele KLEIN ("Electronic Vibration") in einem Tages-Anzeiger-Interview vom 06.08.1999 folgende generationelle Körpermodelle unterschieden:
           
      "Es gibt drei Generationen, die 68er, die 78er und die 89er, die nicht nur verschiedene Entwürfe von Wirklichkeit haben, sondern auch verschiedene Körpermodelle »leben«. Für die 68er war das der »politische Körper«, das heisst, sie verstanden den Körper, die »freie Sexualität«, als verbunden mit dem politischen Kampf, zu dem die Befreiung sich funktional verhielt. Ganz anders die 78er-Generation, die den Diskurs über den »Naturkörper« geführt hat, Stichworte: Ökologie, Laientanzbewegung, alternative Wohnformen. Das war fast eine Art Lebensreformbewegung, die das Politische darin suchte, die »wahre Natur« des Körpers wieder zu finden. Die 89er sind, grob gesagt, diejenigen, die eine Art von Kunstkörper formulieren. Der Körper ist in diesem Verständnis Rohstoff, den es zu kultivieren gilt, den man nicht nur bearbeiten darf, sondern bearbeiten muss. Das können sehr massive Eingriffe sein: Tattoos, Piercing."
           
      Nur eines scheint gewiss: Die Generationendebatte wird weitergeführt werden...
    • BÖTTIGER, Helmut (2002): Die bleierne Teilzeit.
      Versager unter sich: Die Generation der 78er leckt ihre Wunden. Ein Klassentreffen auf Schloss Elmau,
      in: Tagesspiegel v. 04.05.
    • KRAUSE, Tilman (2002): Lost Generation.
      Die deutsche Literatur steht im Moment, oberflächlich betrachtet, auch ohne die 78er glänzend da,
      in: Welt v. 04.05.
    • MELLER, Marius (2002): Gruppe 2001.
      Immer noch "Ohne Titel" einer großen Zukunft entgegen: Das zweite Elmauer Treffen zur Gegenwartsliteratur,
      in: Frankfurter Rundschau v. 03.05.
 
   
  • Pressekonferenz "Leben und Arbeiten in Deutschland - Mikrozensus 2001" am 03.05.

    • STATISTISCHES BUNDESAMT (2002): 17 % der Menschen in Deutschland leben allein,
      in: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamt v. 03.05.
    • Die Pressekonferenz in den Medien:
      • EUBEL, Cordula (2002): Viele leben wild, die meisten trauen sich.
        Mit Kindern ist im Westen die Ehe nach wie vor die häufigste Lebensgemeinschaft - im Osten heiraten immer weniger,
        in: Tagesspiegel v. 03.05.
      • BUL (2002): Ehe wie ehedem.
        Mikrozensus zu Familie und Kindern,
        in: Tagesspiegel v. 03.05.
      • KIRCH, Raimund (2002): Dinner for one.
        Werden wir zu einer Gesellschaft von "Ichlingen"?,
        in: Nürnberger Zeitung v. 04.05.
      • WELT (2002): In Deutschland leben 13,5 Millionen Singles.
        Statistisches Bundesamt untersucht mit dem Mikrozensus 2001 wieder die Lebens- und Familiensituationen der Mitbürger,
        in: Welt v. 04.05.
 
     
   
  • MEIER, Markus Diem (2002): Alles nur Berechnung.
    Liebe hat wenig mit Leidenschaft zu tun. Sie ist ein Kosten-Nutzen-Kalkül. Ökonomen beweisen ihre wirtschaftlichen Gesetzmässigkeiten
    in: FACTS Nr.18 v. 02.05.
    • Kommentar:
      Für alle, die ihren Emotionen nicht trauen und statt dessen lieber Kosten-Nutzen-Rechnungen aufstellen. MEIER übersetzt alle Emotionen in Kategorien, die auch Ökonomen verstehen. Das Paar wird als Unternehmen beschrieben, dessen Bilanzen man jederzeit aufstellen kann. Ein Problem gibt es jedoch. Die Theorie eignet sich nicht zur Prognose, sondern nur zur Selbstrechtfertigung. Hat man sich getrennt, dann waren die Kosten der Beziehung höher als der Nutzen. Lebt man weiterhin in einer Beziehung, dann ist der Nutzen höher als die Kosten.
           
      Der Autor behauptet, dass Partnerschaften ökonomischer sind als das Single-Dasein:
      "Das Paarleben ist das bessere Geschäft als die Singleexistenz. Studien zeigen: Leute, die in festen Händen sind, leben länger, leiden weniger unter Depressionen und sind glücklicher." Pech für den Autor, dass es keine Studie gibt, die das tatsächlich beweisen kann!
 
   
  • BÜHLER, Philipp (2002): Ein Glas Wein zu Weihnachten.
    Was ist Normalität? - Da gibt es die, für die ist eine Exkursion zum Südpol etwas fast Alltägliches. Und dann gibt es die anderen, für die ist schon der Gang quer durchs Restaurant ein großes Abenteuer. Kurzum: "In jedem von uns steckt ein Elling!"
    in: Berliner Zeitung v. 02.05.
    • Inhalt:
      Interview mit dem Romanautor Ingvar Ambjørnsen (auch Ambjörnsen), der mit "Die Blutsbrüder" die Romanvorlage für den Film "Elling" lieferte.
 
     
     
   
  • RAUTERBERG, Hanno (2002): Leben im unheimlichen Heim.
    In Deutschland werden täglich 130 Hektar Boden versiegelt - für den Bau von Straßen und Häusern. Die Speckgürtel um die Städte wachsen, alte Wohnquartiere veröden. Nur die Politik kann die Zersiedelung stoppen: Neu Baugesetze müssen das Wohnen in der Stadt wieder attraktiv machen,
    in: Die ZEIT Nr.19 v. 02.05.
    • Kommentar:
      RAUTERBERG ist ein Lobbyist der Family-Gentrifier. Statt der Entschärfung sozialer Brennpunkte fordert er eine Stadtpolitik für Yuppie-Familien. Die DINKs mit Kinderwunsch der Generation Golf möchten nicht mehr im Suburb versauern, sondern innenstadt- und arbeitsplatznah Familie und Spassgesellschaft vereinbaren. RAUTERBERG stellt einen umfassenden Massnahmenkatalog vor, mit dem dies erreicht werden soll.
 
   
  • DÖBLER, Katharina (2002): Allein zu zweit.
    Familie ist da, wo Kinder sind, sagt der Kanzler. Doch Alleinerziehende sind nach wie vor benachteiligt. Was ihnen am meisten fehlt, ist Zeit,
    in: Die ZEIT Nr.19 v. 02.05.
 
   
  • MALCOMESS, Hilde (2002): Alles Zicken?
    Katja Kullmann rechnet mit der Frauengeneration um die 30 ab,
    in: Rheinischer Merkur Nr.18 v. 02.05.
 
   
  • PSYCHOLOGIE HEUTE-Titelgeschichte "Nur kein Neid!
    Zufrieden leben in einer ungerechten Welt

    • NUBER, Ursula (2002): Warum es so schwer ist, zufrieden zu sein,
      in: Psychologie Heute, Mai
    • KRUMPHOLZ-REICHEL, Anja (2002): "Neid ist ein extrem selbstschädigendes Gefühl".
      Es sind nicht nur die Kirschen in Nachbars Garten, die unseren Neid erwecken. Was uns vor allem quält, ist die Vorstellung, die wunderbaren Kirschen könnten den Nachbarn glücklich und zufrieden machen. Neid entsteht, so der Psychologieprofessor Rolf Hauble, wenn Menschen nicht gemäß ihren eigenen Möglichkeiten leben,
      in: Psychologie Heute, Mai
    • TENZER, Eva (2002): Gerechtigkeit: Die Basis für Zufriedenheit.
      Wer glaubt, ihm widerfahre Unrecht, wird oft seines Lebens nicht mehr froh. Ungerecht behandelt zu werden produziert nicht nur Unzufriedenheit, sondern auf Dauer auch Hilflosigkeit, Depression und Aggression. Wie kann es gelingen, zufrieden zu bleiben - auch wenn es in der Welt nicht gerecht zugeht?,
      in: Psychologie Heute, Mai
    • RICHTER, Horst-Eberhard (2002): Eine andere Welt ist möglich.
      Nach dem Zusammenbruch sozialistischer Systeme feiert der Kapitalismus ungebremst seinen Sieg. Die reichen Staaten werden immer reicher, die armen immer ärmer. Werte wie Solidarität, Gemeinschaft und Gerechtigkeit haben in einer globalisierten Welt keinen Platz. Doch neuerdings haben sie wieder eine Lobby: Attac. Der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter beschreibt die neue Bewegung der Globalisierungsgegner und erforscht die Motive ihrer Mitglieder,
      in: Psychologie Heute, Mai
 
       
       
   

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Zu den News vom 16. - 30. April 2002

 
       
   
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