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Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 01. - 10. April 2015

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

 Die zunehmende Multilokalität ist eine Herausforderung für Politik und Wissenschaft

"Auf internationaler wie nationaler Ebene führt die erhöhte Mobilität von Personen im Arbeitsprozess wie im Ruhestand zu komplexeren gesellschaftlichen Raumverhältnissen. Wenn Personen an mehreren Orten gleichzeitig aktiv sind, sind sie an jedem dieser Orte nur mit Teilen ihrer Identität und ihrer Beziehungen präsent. In einem Stadtquartier werden dann beispielsweise Einzelhandelsstrukturen, Gastronomieeinrichtungen, religiöse Orte oder öffentliche soziale oder verkehrliche Infrastrukturen seitens der verschiedenen Bevölkerungsgruppen - Wochenpendler, Alteingesessene, Neuzuwanderer, Flüchtlinge, etc. - in unterschiedlicher Häufigkeit und Intensität und auch zu unterschiedlichen Zeiten genutzt. Dieser zunehmenden Komplexität muss seitens der Menschen hinsichtlich ihrer Aktivitäten, aber auch der sie umgebenden Gesellschaften Rechnung getragen werden."
(Rainer Wehrhahn "Relationale Bevölkerungsgeographie", in: Geographische Rundschau, Heft 4, April)

 
       
       
   
Journal Frankfurt-Titelgeschichte: Hey Man...
Ich hab Dich auf Tinder gesehen.
Wie eine App den Frankfurter Dating-Markt durcheinanderwirbelt

BREVOORD, Nicole (2015): Congratulations, it's a match.
War Frankfurt eines eine Single-Hochburg, so ändert sich das allmählich durch zahlreiche Dating-Apps, die das Flirtverhalten mit einem Fingerwisch revolutionieren sollen,
in: Journal Frankfurt Nr.9 v. 10.04.

JOURNAL FRANKFURT (2015): Online-Dating wissenschaftlich betrachtet.
Kai Dröge ist Soziologe und Dozent an der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Sein aktuelles Forschungsfeld ist Online-Dating,
in: Journal Frankfurt Nr.9 v. 10.04.

 
   

LENZEN-SCHULTE, Martina (2015): Deine Zwillinge gehören mir.
Wenn Männer bei der Leihmütter-Flatrate zugreifen: In vielen Ländern boomt das Baby-Geschäft für Homosexuelle. Die Risiken für Frauen gehen in der Propagandaschlacht unter,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 10.04.

 
   

HAFNER, Urs (2015): Die Herrschaft der Angst.
Heinz Budes soziologische Zeitdiagnose,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 10.04.

 
   

SCHMOLLACK, Simone (2015): Familie macht er mit links.
Bundestag: Jörn Wunderlich ist seit drei Legislaturperioden der familienpolitische Sprecher der Linksfraktion. Inzwischen hat er Kollegen bei der Union und der SPD,
in:
TAZ v. 09.04.

 
   

BORDEL, Anna (2015): Studieren in der Besenkammer.
Unileben: Noch vor zehn Jahren hieß es: Studiert in Berlin, da gibt es billige Buden. Heute ist die Wohnungssuche die erste Hürde vor dem Studium - nicht alle meistern sie. Abhilfe auf dem angespannten Markt ist nicht in Sicht,
in:
TAZ Berlin v. 09.04.

"Aus einer Studie des Immobilienunternehmens CBRE geht hervor, dass 2014 zwar 67 Prozent der Wohnheimplätze noch in der Hand des Studentenwerks lagen; dass aber private Träger bereits einen großen Teil der übrigen Wohnheimplätze anbieten: gut ein Viertel von den etwas mehr als 13.000 Zimmern. Von diesen kosten immerhin fast 30 Prozent mehr als 400 Euro.
(...),Da passt es, dass Berliner Studierende laut der Studie im Bundesvergleich überdurchschnittlich viel Geld zur Verfügung haben. Etwa die Hälfte verfügt über mehr als 800 Euro im Monat, fast zehn Prozent sogar über mehr als 1.200 Euro. Zum Vergleich: Der Bafög-Höchstsatz in Berlin beträgt 670 Euro monatlich, berichtet Anna BORDEL über die Studenten der Erbengeneration in Berlin.

 
   

LINTZEL, Aram (2015): Die Boheme in der Elternzeit.
Such nach dem anderen: "Texte zur Kunst", "Polar", "Die Welt",
in:
TAZ v. 07.04.

 
   

MINGELS, Guido (2015): Die Demokalypse bleibt aus.
Zukunft (Teil 4): Seit mehr als hundert Jahren fürchtet sich Deutschland vor dem demografischen Wandel und beschwört seinen eigenen Untergang. Eine Widerrede,
in: Spiegel Nr.15 v. 04.04.

Nicht wirklich eine Widerrede ist dieser vierte Teil der Demografie-Serie. Statt ein alternatives Szenario zu entwickeln, bleibt der Artikel in einer oberflächlichen Widerlegung von 8 Mythen stehen. Deutschland stirbt nicht aus! Wer hätte das gedacht?

"Gemein ist all den Alarmisten, dass sie vermeintlich unheilvolle und angeblich unumkehrbare demografische Trends als Grundlage für gesellschaftliche Krisenszenarien nutzen. Der SPIEGEL machte hier keine Ausnahme. Noch 2004 formulierte das Magazin die Titelzeile »Der letzte Deutsche - Auf dem Weg zur Greisenrepublik«"

Zum ersten Teil der Spiegel-Serie wurde auf dieser Webseite geschrieben:

"Anlässlich der Agenda 2010-Prognose hatte der Spiegel 2004 den letzten Deutschen auf dem Titelbild. Jetzt wiegelt man ab, ohne die eigene Propaganda zu nennen. Lieber deutet man auf andere".

Nun wird also von MINGELS auch auf die eigene Propaganda hingewiesen. Mit Hinweis auf den Historiker Thomas BRYANT geht MINGELS auf den "Ewigwährenden Untergang" ein - so ein viel aufschlussreicheres Buch von Thomas ETZEMÜLLER.

Was an diesem Mythenknacken stört: Es werden zwar die Apokalyptiker von Herwig BIRG über Hans-Werner SINN bis Frank SCHIRRMACHER genannt und Horrorzahlen zitiert. Die wichtigsten Kritiker bleiben dagegen ungenannt und ihre Position wird erst recht nicht dargelegt.

Den Mythos "Wenige Kinder, viele Alte - ein Rezept für den Untergang", der auf die Altenlast anspielt, wird nur dahingehend relativiert, dass statt der "Altenlast" die zunehmende Erhöhung der Lebenserwartung in den Fokus gerückt wird. Dies entspricht der gegenwärtigen politischen Zielsetzung die Lebensarbeitszeit - vor allem durch die Erhöhung des Renteneinstiegsalter - weiter zu erhöhen. James VAUPEL und Axel BÖRSCH-SUPAN stehen für diese Stoßrichtung der Demografiepolitik.

Die angebliche Widerrede ist im Grunde nicht viel mehr als die Essenz aus dem Themenheft Demografischer Wandel der Zeitschrift Aus Politik und Zeitgeschichte vom 7. März 2011. Im Grunde wird in diesem letzten Teil die gleiche Politik vertreten wie in den ersten drei Teilen - nur dass man versucht eine Zielgruppe zu erreichen, die sich von dummdreisten Apokalypse-Szenarien - wie in der Vergangenheit auch vom Spiegel praktiziert - nicht beeindrucken lässt.

Man kann sich diese langweilige Mythenzertrümmerung schenken (diese wurden auf dieser Webseite bereits seit über einem Jahrzehnt gründlicher als jetzt im Spiegel zertrümmert; mehr z.B. zur angeblich idealen Pyramidenform hier, mehr zur angeblich aussagekräftigen Geburtenrate hier und hier) und stattdessen Autoren lesen, die sich tatsächlich der Demografisierung gesellschaftlicher Probleme in kritischer Absicht widmen, z.B. Christian RADEMACHERs Buch über deutsche Kommunen im demografischen Wandel, das Demografie-Heft der Zeitschrift Prokla, die Kritik des Bevölkerungsstatistikers Gerd BOSBACH und des Politikwissenschaftlers Christoph BUTTERWEGGE.

Was lernen wir aus diesem Spiegel-Artikel? Die Funktion der Medien in unserem postdemokratischen Zeitalter ist die Schaffung zeitgemäßer Mythen zur Durchsetzung von als alternativlos darzustellender Politik. Aufklärung war gestern!

Die Botschaft ist eindeutig: Wir sind die Elite und wissen was gut für Euch ist. Ihr Leser seid dumm, deshalb müssen wir für Euch Mythen erschaffen. Sind diese Mythen nicht mehr zeitgemäß, dann erschaffen wir einfach neue Mythen. Wir Bürger brauchen aber keine Mythenschaffer und -zertrümmerer, weshalb wir mündigen Bürger die Aufklärung in unsere eigene Hand nehmen müssen. Selbstaufklärung ist die Aufgabe des mündigen Bürgers in unserem Zeitalter der Postdemokratie geworden.

 
   

GÖBEL, Esther (2015): Ich will mein Leben zurück.
Kinder sind das größte Glück im Leben - so will es zumindest die gesellschaftliche Norm. Mütter, die anderes berichten und ihre Elternrolle bereuen, werden schief angesehen. Dabei sind zwiespältige Emotionen gegenüber dem eigenen Nachwuchs vermutlich sehr verbreitet. Erkundungen zu einem verbotenen Gefühl,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 04.04.

 
   

ROLL, Evelyn (2015): Ringkrampf.
Die Ehe gilt bis heute als ideale Verbindung zwischen zwei Menschen. Was für ein Quark! Wer wen liebt und wo Kinder aufwachsen, geht niemanden etwas an. Es ist höchste Zeit, dass der Staat alle Paare rechtlich gleichstellt - auch die wilden,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 04.04.

 
   

ECKARDT, Ann-Kathrin (2015): Theo gegen das Vergessen.
Ein Mann verliert sein Gedächtnis. Wenn er morgens aufwacht, kennt er seine Frau nicht mehr. Trotzdem halten die beiden durch, 25 Jahre lang. Dann werden sie belohnt - mit einem kleinen Wunder,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 04.04.

 
   

HERRMANN, Ulrike (2015): Vergreisung als Jobmaschine.
Über den neuen Arbeitsmarktbericht,
in: TAZ
v. 01.04.

 
   
GEOGRAPHISCHE RUNDSCHAU-Thema: Bevölkerungsgeographie

WEHRHAHN, Rainer (2015): Relationale Bevölkerungsgeographie.
Warum werden wir in Deutschland immer "weniger" und in Frankreich nicht? Warum wird die Bevölkerung in vielen Ländern immer älter, allerdings nicht in allen Teilregionen dieser Länder? Welche Staaten, Städte und Regionen sind für Migrantinnen und Migranten aus welchen Herkunftsgebieten aus welchen Gründen interessant? Warum setzt sich Translokalität immer stärker durch und ersetzt unidimensionale Muster von Wanderungsprozessen? Derartige Fragen, die mehr auf Erklärung als auf Beschreibung demographischer Prozesse abzielen, können nur mit einem erweiterten Verständnis von Bevölkerungsgeographie beantwortet werden. Bezüge und Kontexte, Akteure und Strukturen spielen dabei eine wesentliche Rolle,
in: Geographische Rundschau,
April

GANS, Paul (2015): Unausgewogene Geschlechterverhältnisse.
Ausmaß, gesellschaftlicher Kontext und individuelle Verhaltensweisen,
in: Geographische Rundschau,
April

LEIBERT, Tim (2015): Geburtenhäufigkeit und Familienpolitik in Europa.
Im europäischen Vergleich ist die Geburtenhäufigkeit in Deutschland besonders niedrig. Daran haben auch die umfangreichen familienpolitischen Reformen der letzten Jahre nichts geändert. Sind die Erwartungen, dass mit der "richtigen" Familienpolitik ein entscheidender Beitrag zur Steigerung der Fruchtbarkeit geleistet werden kann, also überzogen? Im Folgenden wird überprüft, ob eine Analyse der Raummuster der Fertilität in Europa einen Beitrag zur Beantwortung dieser Frage leisten kann,
in: Geographische Rundschau,
April

GLORIUS, Birgit (2015): Fachkräfte und Armutsflüchtlinge.
Die neue EU-Mobilität nach Deutschland und ihre diskursive Verortung,
in: Geographische Rundschau,
April

MÜHLENBEREND, Jesko & Marco Schmidt (2015): Soziodemographische Fragmentierung in urbanen Räumen.
Die Beispiele Kiel und Oldenburg,
in: Geographische Rundschau,
April

 
   

HARTWIG, Ina (2015): Reproduktionsmedizin als Metapher.
Auf den Spuren Susan Sontags,
in: Merkur Nr.791,
April

 
   

HÜLK, Walburga/PÖPPEL, Nicole/STANITZEK, Georg (2015): Boheme vor und nach '68,
in: Merkur Nr.791, April

SCHLAFFER, Hannelore (2015): Philister, Spießer, Schwaben,
in: Merkur Nr.791, April

 
   
NEUE GESELLSCHAFT/FRANKFURTER HEFTE-Thema: Angst haben, Angst machen

MEYER, Thomas (2012): "Uns geht es beängstigend gut".
Der Soziologe Heinz Bude lehrt an der Universität Kassel und lebt in Berlin. Im Zentrum seiner Forschungen stehen die Veränderungen von Formen und Dynamiken sozialer Ungleichheit. Zuletzt erschien in der Hamburger Edition: "Gesellschaft der Angst". Darin konstatiert er für Deutschland ein verbreitetes Gefühl der verstörenden Ungewissheit, der runtergeschluckten Wut und der stillen Verbitterung,
in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Heft 4, April

 
   

BERGHAMMER/Caroline/SCHMIDT, Eva-Maria/FLIEGENSCHNEE, Katrin (2015): Leben in wilder Ehe,
Nichteheliche Lebensgemeinschaften und Ehen in Österreich,
in: beziehungsweise,
April

 
   

STEEG, Lena (2015): Die Muße des Matchens.
Seit einem Jahr revolutioniert die Dating-App Tinder unser Llebesleben: Zahn Gründe, warum uns das entspannter, glücklicher und romantischer macht,
in: Neon,
April

REICH, Maximilian (2015): "Darf ich bei dir schlafen?
Selbstversuch: Dating-Apps wie Tinder versprechen den Nutzern, dass man immer ein Bett-Abenteuer in seiner Nähe findet. Super, dachte sich unser Autor: "Dann brauche ich auf meiner Tour durch Deutschland ja gar keine Hotels mehr buchen." Ein Reisebericht,
in: Neon,
April

 
   

MEIER, Nicole (2015): Meine Eltern, der Freund meines Vaters und ich.
Eine Frau liebt einen Mann, sie heiraten und bekommen eine Tochter, Anna-Lena. Erst als die ein Teenager ist, merkt der Vater: Ich bin schwul. Eine Familie erzählt die Geschichte eines späten Coming-outs,
in: Neon,
April

 
   

KOCH, Christoph (2015): Immer die gleiche Leier.
Gute Freunde nerven uns oft mit ihren ewig gleichen Problemen: blöder Job, dicker Po, komische Eltern. Was soll man da noch sagen? Wir haben für alle 08/15-Beschwerden mögliche Antworten gesammelt, die immer funktionieren,
in: Neon,
April

 
   

GÖBEL, Esther/KIX, Martina/LIERE, Judith/MORASCH, Viktoria (2015): Zurück! Und die Zukunft?
Viele junge Europäer hofften auf Jobs und eine Zukunft in Berlin. Nun kehren die ersten Krisenflüchtlinge zurück in ihre Heimatländer. Was haben sie erlebt? Was haben sie jetzt vor?
in: Neon,
April

 
   

LUGERT, Verena (2015): "Ich bin zu schüchtern, um mich zu engagieren".
Leif Randt erklärt, wie die perfekte Gesellschaft in seinem tollen Science-Fiction-Roman "Planet Magnon" funktioniert - und warum er selbst keine Bücher liest,
in: Neon,
April

 
   

BUCHHOLZ, Jenny (2015): "Vorsicht. Meine biologische Uhr tickt".
Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und erklären, warum es sich trotzdem lohnt, sie kennenzulernen,
in: Neon,
April

 
   

KÜNZEL, Johannes (2015): "Solche Häuser ruinieren Karrieren und Ehen".
Gebaut wird immer, nur oft an den Bedürfnissen der Menschen vorbei. Das Ergebnis sind trostlose Städte, öde Vororte und hässliche Häuser. Wie konnte es so weit kommen? Ein Gespräch mit dem Architekturkritiker Niklas Maark,
in: Psychologie Heute,
April

 
       
 

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[email protected] Stand: 14. Mai 2016