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News vom
01. - 07. Mai 2015
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Zitat
des Monats:
Die
Rede von der Single-Gesellschaft als Ausdruck der Zunahme
von Bindungsbarrieren statt der Abnahme von Bindungswünschen
"Für
eine weitergeführte Erforschung der Partnerbindung und der
Entwicklung der Partnerlosigkeit sprechen mehrere Gründe: Erstens
ist die These der »Single-Gesellschaft« keineswegs als Diagnose
bestehender sozialer Verhältnisse gemeint, sondern vielmehr als
eine idealtypische Konstruktion einer möglichen Entwicklungsfolge
der Modernisierung (Beck 1986, S.194ff.; Hradil 1995, S.169ff.) Ob
und in welchem Ausmaß sich die Realität diesem Zustand annähert,
lässt sich nur durch fortgesetzte Forschungsbemühungen beurteilen.
Zweitens handelt es sich bei den Thesen der »Single-Gesellschaft«
und der »paarorientierten Gesellschaft« nur auf den ersten Blick
um gegensätzliche Standpunkte. Denn die Argumente für sinkende
Bindungsquoten gehen im Kern nicht von abnehmenden
Bindungswünschen, sondern vielmehr von wachsenden
Bindungsbarrieren aus und sind somit mit einer weitverbreiteten
Erwünschtheit von Partnerbeziehungen ohne weiteres vereinbar.
Drittens resultiert aus der aktuellen Diskussion um die
Auswirkungen von Globalisierung und Flexibilisierung ein
erneuertes Interesse an den Barrieren für persönliche Bindungen
und an der Verbreitung von Partnerlosigkeit (vgl. z.B. Mills und
Blossfeld 2005; Szydlik 2008). Viertens kann ein fundiertes Wissen
um die Entwicklung der Partnerbindung zur Einschätzung der
Konsequenzen des sozialen Wandels dienen, zumal das Aufkommen an
stabilen Bindungen von Bedeutung für die demografische
Entwicklung, für die Subsidiarität der sozialen Sicherung, für die
Lebensbedingungen im Alter, für die Arbeitsmarktentwicklung u.v.m.
ist (dazu Hradil 1995, S. 146ff.)."
(Jan Eckard "Abnehmende
Bindungsquoten in Deutschland", in: Kölner Zeitschrift für
Soziologie und Sozialpsychologie, Heft 1,
März, S.28f.) |
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Die
ZEIT-Thema: Achtung Mutter!
Sexobjekt, Vorbild,
Scheusal, emotionale Tankstelle: 13 ZEIT-Reporter über die
wichtigste Frau der Welt |
FUCHS, Christian
(2015): Mutter, Sex, Objekt.
Eine Bewegung aus dem
Volk erhebt die reife Frau zu einer Ikone der Lust,
in:
Die ZEIT Nr.19 v. 07.05.
Früher befasste sich investigativer Journalismus mit politischen
Skandalen, heute im Verfallsstadium des Qualitätsjournalismus,
befassen sich Investigativjournalisten in der ZEIT mit
M.I.L.F.s! Investigav heißt neuerdings offenbar, dass ein
Journalist nicht nur im Internet für seine Story googelt oder
Mailanfragen verschickt, sondern seiner ursprünglichen Arbeit als
Journalist nachgeht und selber recherchiert:
"Kein Sexualwissenschaftler
hat diese Entwicklung bisher erforscht. Es ist eine Bewegung aus
dem Volk. Auf unsere Anfragen bekommen wir entweder gar keine
Antworten oder patzige Mails aus den Hochschulen. Darum machen
wir uns selbst auf die Suche nach Antworten."
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taz-Tagesthema:
Endlich wieder bei Mami.
Kitastreik:
CSU-Träume werden wahr. Ab morgen bleiben viele Kinder in ganz
Deutschland schön zu Hause - unbefristet. Die ErzieherInnen in
öffentlichen Kitas streiken |
ELLERSIEK, Helke (2015): Keine Spaltung zwischen Eltern und
ErzieherInnen.
Solidarität: Viele
Eltern werden durch den Streik belastet. Doch die Schuld suchen sie
bei den Arbeitgebern und der Politik,
in:
TAZ v. 07.05.
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KAMMERER, Dietmar (2015): Positive Zukunftsszenarien? Höchstens bei
Apple.
Kino:
Utopie darf nicht alles ausformulieren, findet die
Kulturwissenschaftlerin Karin Harrasser. Über die Zukunft von
Science-Fiction,
in:
TAZ v. 06.05.
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BMUB & BBSR (2015): Hendricks will mehr Zukunftsinvestitionen in den
Wohnungsbau lenken.
Neue
BBSR-Bevölkerungs-und Wohnungsmarktprognose vorgestellt,
in:
Pressemitteilung des Bauministeriums und des BBSR v. 05.05.
"Der neuen Bevölkerungs- und
Wohnungsmarktprognose des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und
Raumplanung (BBSR) zufolge wird die Bevölkerungszahl bis zum Jahr
2035 um 3 Prozent auf 78,2 Millionen Menschen sinken (2012: 80,5
Millionen)",
heißt es in der Pressemitteilung.
Gerade wurde die
13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung veröffentlicht.
Nach der Variante 1 (niedrigster Bevölkerungsstand aller 8
Varianten) leben 2035 in Deutschland 77,6 Millionen Menschen. Bei
Variante 2 sind es bereits ca. 80 Millionen. Bei Variante 6 wären es
gar 81,3 Millionen Menschen.
Eine
DpA-Meldung titelt fälschlicherweise: Mehr Single-Haushalte
und Landflucht sind die Gründe. Dagegen kommt
das BBSR zum Schluss: Steigende Wohnflächennachfrage durch
Eigentümerhaushalte:
"Für den Nachfragezuwachs
sorgen dabei die Eigentümerhaushalte (+16,2%), während die
Wohnflächennachfrage der Mieter für Deutschland insgesamt
rückläufig ist (-4,9%)."
Nicht junge Alleinlebende
(Singles), sondern ältere, alleinlebende Witwen/Witwer, die nach der
Familienphase in ihrem Haus bzw. ihrer Eigentumswohnung wohnen
bleiben, haben den höchsten Wohnflächenverbrauch:
"So haben z. B. die älteren
Singlehaushalte aufgrund des Remanenzeffekts das alleinige
Verbleiben in der Wohnung in den späten Lebensphasen den
höchsten Wohnflächenkonsum. Singlehaushalte zwischen 65 bis unter
75 Jahre verfügen in den alten Ländern im Mittel über 103 qm bei
den Eigentümern und fast 64 qm bei den Mietern. Dabei wird der
Wohnflächenkonsum dieses Haushaltstyps bei den Eigentümern
aufgrund der großzügig mit Wohnfläche ausgestatteten Eigenheime
bis 2030 noch weiter steigen, bei den Mietern jedoch nur noch ein
geringfügiger Zuwachs berechnet (Wohnungsmarktprognose
2030, S.10)."
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SCHMOLLACK, Simone (2015):
Zeit ist das neue
Glück.
Familie:
Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt schlägt vor, früher mehr zu
arbeiten, um sich später um die Kinder zu kümmern. Wie realistisch ist
das?
in:
TAZ v. 04.05.
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ALANYALI, Iris (2015):
Kalter Krieg.
Amerikas bestbezahlte
TV-Schauspielerin streitet mit ihrem Ex-Verlobten um eingefrorene
befruchtete Eizellen. Ihr Fall bewegt das Land auch weil er
weitreichende ethische Fragen,
in:
Welt am Sonntag v. 03.05.
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EMMA-Dossier:
Generation Vater.
Sind sie die
besseren Mütter? |
LOUIS, Chantal (2015): Ein Vater geht in Elternzeit,
in:
Emma, Mai/Juni
KULS, Norbert (2015): Ein
Top-Manager macht den Vater,
in:
Emma, Mai/Juni
KÖNIG, Jochen (2015):
Die Mutter bin ich,
in:
Emma, Mai/Juni
KOPPETSCH, Cornelia (2015):
Vorwärts in die Vergangenheit.
Mit der Sehnsucht nach den "guten alten Werten" ist ein
Rückfall in die schlechten alten Rollen verbunden - konstatiert die
Soziologin,
in:
Emma, Mai/Juni
BROST, Marc & Heinrich WEFING (2015):
Es geht alles gar nicht!
in:
Emma, Mai/Juni
SICHTERMANN, Barbara (2015):
Frauen in die Welt! Männer ins Haus!
Die Mutter von drei Kindern plädiert dafür, endlich die
männlich/weibliche Arbeitsteilung in draußen/drinnen aufzukündigen,
in:
Emma, Mai/Juni
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SICHTERMANN, Barbara (2015):
Das alte und das neue Jawort.
Früher war Heiraten ein Privileg - und nicht selten eine
"arrangierte" Ehe,
in:
Emma, Mai/Juni
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BILD
DER WISSENSCHAFT-Titelgeschichte:
Das Geheimnis guter Partnerschaft.
Überraschende Studienergebnisse: Das macht Beziehungen stabil |
KORTMANN, Kathryn
(2015): Das Geheimnis guter Partnerschaft.
Immer mehr Ehen scheitern. Was ist
es, das so viele Paare auseinanderbringt - und was hält andere
zusammen?
in: Bild der
Wissenschaft, Mai
GARTNER, Bettina
(2015): Zweisamkeit macht immer gleicher.
Ehepartner passen sich im Laufe der
Zeit in erstaunlichem Maße aneinander an. Oft steht ihnen das
buchstäblich ins Gesicht geschrieben,
in: Bild der
Wissenschaft, Mai
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STEPHAN, Björn (2015):
Kann das Liebe
sein?
Er ist 25. Sie kennt ihr
Geburtsdatum nicht. Er ist Jurastudent aus der Hamburger Vorstadt, sie
ist aus dem Südsudan geflohen. Max und Napuli sagen, sie seinen
verliebt. Können sie die deutschen Behörden überzeugen?
in: Neon, Mai
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STEEG, Lena (2015):
Ausgelodert.
Je länger eine Beziehung läuft,
desto leidenschaftsloser geht es oft im Bett zu. Das ist ganz normal.
Aber wie wenig Sex ist wirklich zu wenig?
in: Neon, Mai
CHAIMOWICZ, Sascha (2015):
Die Befreiung.
Unser Kolumnist trifft eine Frau,
die elf Jahre mit demselben Mann Sex hatte. Zeit für einen Neustart!
in: Neon, Mai
SCHILLER, Charlotte (2015):
Romeo und Julia im
Büro.
Beziehungen am Arbeitsplatz sind
kompliziert. Unsere Kolumnistin aber glaubt an sie,
in: Neon, Mai
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Liebeskummer
in der Debatte
LUGERT, Verena (2015):
Er liebt dich
einfach nicht.
Literatur: Die Schwedin Lena
Andersson hat ein fantastisches Buch für Liebeskummeropfer
geschrieben - Roman und Ratgeber zugleich,
in: Neon, Mai
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ROKAHR, Lisa (2015):
Mein
Bauch gehört dir.
Neun Monate wächst Oskar in Antonias
Bauch. Bei der Geburt sieht sie ihn zum ersten und letzten Mal. Die
21-Jährige war die Leihmutter eines kinderlosen Paars. Sie hat Oskar
geboren. Aber ist er ihr Kind?
in: Neon, Mai
Typischerweise sind es
Skandalgeschichten, die über die Leihmutterschaft in der
Medienöffentlichkeit kursieren. Skandale sollen moralisieren,
Emotionen wecken, aber regen nicht zum Nachdenken an. Dagegen zeigt
die Geschichte von Lisa ROKAHR die ganze Brutalität mit der im
angeblich modernen Deutschland Tradition auf technologischen
Fortschritt trifft und dabei alle involvierten Personen mehr oder
weniger beschädigt.
Da ist die Leihmutter mit dem
Pseudonym Antonia:
"Ich hatte keine schöne Kindheit,
sagt sie, ich glaube nicht, dass Kinder bei mir wohlbehütet
aufwachsen können. In gewisser Weise ist die Leihmutterschaft für
Antonia eine Möglichkeit, einem Kind das heile Zuhause zu geben, das
sie selbst nie hatte."
Antonia hat für sich (oder nur
für ihre Umwelt?) eine Bindungstheorie entwickelt:
"Eine Bindung entsteht nach der
Geburt, sagt sie. Deshalb nimmt sie das Kind nach der Geburt nicht
in den Arm, darum möchte sie nicht Teil der Familie sein."
Da ist das ungewollt kinderlose
Paar (oder ist es vor allem der Kinderwunsch der Frau?), das
unbedingt ein genetisch eigenes Kind will, statt z.B. ein Kind zu
adoptieren oder sich mit seiner Kinderlosigkeit zu arrangieren.
Da ist die Leihmutter, die sich
mit ihrer Vorstellung von "guter Elternschaft" auf die Suche nach
dem geeigneten kinderlosen Paar macht:
"Ich halte nicht viel von Geld,
ich will lediglich kinderlosen Paaren helfen!
(...).
Beide Mitte dreißig, sie arbeitet für einen Notar, er ist Manager.
Antonia wünscht sich ein Paar, das dem Kind eine gute Zukunft bieten
kann, eine gute Ausbildung, das sich Zeit nimmt und mit dem Kind
Schularbeiten macht. Antonia weiß, wie wichtig Bildung ist, sie hat
sich selbst von der Realschule hochgearbeitet und macht zu dieser
Zeit gerade Fachabitur."
Da ist die rechtliche Situation
in Deutschland, die Leihmutterschaft verbietet, weshalb die
künstliche Befruchtung im Ausland stattfindet, ein deutscher Arzt
unwissentlich mithilft, den deutschen Behörden ein plausibles
Theaterstück vorgespielt werden muss, das die Moral unserer
Gesellschaft aufzeigt.
Da ist eine Psychotherapeutin,
die ihre Patientin, denn das ist die Leihmutter auch, im Stich
lässt, als sie am dringendsten gebracht worden wäre. Dann nämlich
als sich ihre Patientin offenbart.
Die Frage: Aber ist er ihr Kind?
lässt sich auf unterschiedliche Art und Weise beantworten. Z.B.
rechtlich:
"Denn in Deutschland gilt die
Frau als Mutter, die das Kind gebiert, und nicht die, die genetisch
mit ihm verwandt ist."
Man könnte sie auch genetisch,
gefühlsmäßig oder pragmatisch beantworten. Weil dies aufgrund der
Brutalität des Zusammenpralls von Tradition und technologischem
Fortschritt nicht thematisiert wird, beherrschen Lügen und
Verständnislosigkeit das Terrain:
"Drei Tage nach der Geburt (...)
fährt (sie) weg, für zwei Wochen zu Freunden nach Frankfurt, erzählt
ihnen, das Kind sei tot. Die haben selbst Kinder, sagt Antonia, sie
würden niemals verstehen, dass eine Frau ein Kind weggibt."
In einer Gesellschaft, in der ein
vernünftiger Umgang mit Kinderlosigkeit aufgrund der
Demografisierung gesellschaftlicher Probleme zusätzlich erschwert
wird, ist kaum damit zu rechnen, dass sich bald ein vernünftiger
Umgang mit dem Phänomen Leihmutterschaft entwickeln kann. Der
Artikel zeigt jedoch, dass dies notwendig wäre.
Leidet Antonia am Helfersyndrom
oder an den brutalen Zuständen in unserer Gesellschaft, in der
einerseits
Kinderlosigkeit zurückgedrängt werden soll und andererseits die
technologischen Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin auf
eigene Faust genutzt werden, weil Recht und Moral nicht mit dem
technologischen Fortschritt Schritt halten?
"Helfersyndrom? Eine Leihmutter
sät durch ihren Dienst natürlich großes Glück und nimmt eine
bedeutende Position ein. Aber Menschen mit Helfersyndrom drängen
meist anderen Hilfe auf, suchen nach Anerkennung und vernachlässigen
eigene Wünsche. Antonia ist anders. Sie überlegt, wägt ab, setzt
sich Grenzen, sucht Lösungen.
Antonia macht weiter. Eine Änderung des Gesetzes, findet sie, könne
helfen. Vielleicht ist eine Regelung denkbar, die Leihmutterschaft
nicht legalisiert, aber Ausnahmen zulässt: wie bei Abtreibungen."
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BUCHHOLZ, Jenny (2015):
"Die Privatsphäre
anderer Leute ist mir egal".
Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als
die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und
erklären, warum es sich trotzdem lohnt, sie kennenzulernen,
in: Neon, Mai
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 11. - 30. April 2015
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